Etablierte Parteien erschrocken

Kollektives Entsetzen über AfD-Ergebnis

Dreieich - Noch ist das Ergebnis nicht vollständig, aber sicher ist: Die AfD wird im neuen Stadtparlament vertreten sein. Die anderen Parteien reagieren geschockt. Von Frank Mahn 

Es ist 19.45 Uhr, als auf dem Monitor im Rathaus-Foyer das Trendergebnis für die Kommunalwahl aufleuchtet. Es sind die Zahlen am unteren Ende der Skala, die für kollektives Entsetzen unter den Beobachtern sorgen. Die Alternative für Deutschland, außer mit Wahlplakaten und Flyern in Dreieich politisch bislang nicht in Erscheinung getreten, holt aus dem Stand 8,6 Prozent der bis gestern Abend ausgezählten Stimmen und würde mithin vier Sitze für sich reklamieren können.

Die Auswertung der Stimmzettel, auf denen die Wähler kumuliert und panaschiert haben, erfolgt erst im Laufe des heutigen Montags. Und deshalb haben die anderen Parteien die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die rechtspopulistische AfD noch einen Sitz verliert.

Liveticker zur Kommunalwahl in Hessen

An der Spitze hat sich im Vergleich zu 2011 nichts verändert. Mit dem feinen Unterschied, dass die SPD im Kopf-an-Kopf-Rennen momentan die Nase vorne hat. Sie kommt auf 29,3 Prozent der Stimmen (2011: 28,9), während die CDU bei 28,8 Prozent (29,4) liegt. In Sitzen ist das aktuell ein Patt mit jeweils 13. Am stärksten gebeutelt hat es die Grünen. Die Öko-Partei, die vor fünf Jahren vom Fukushima-Effekt profitierte, stürzte von 24,6 auf 15,6 Prozent ab. Er hoffe noch auf einen achten Sitz, sagt ein nachdenklicher Fraktionschef Roland Kreyscher.

Mit dem Abschneiden seiner Partei höchst zufrieden ist FDP-Fraktionschef Alexander Kowalski. Die Liberalen verbessern sich von 6,2 auf 8,8 Prozent – was vier Sitze und damit einen mehr bedeuten würde. Die FWG fällt von 7,1 auf 5,8 Prozent, verteidigt aber voraussichtlich ihre drei Mandate. Die Linke steigert sich von 2,2 auf 3,1 Prozent und behält ihr Mandat.

Alles zur Kommunalpolitik in Dreieich

Die Wahlbeteiligung ist noch einmal nach unten gesackt. 2011 waren es 47,9 Prozent, gestern glatt zwei Prozent weniger.

Von Durchgefallen bis Gut: Noten für Wahlplakate

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare