Positiver Trend in der Kriminalstatistik hält an

Straftaten auf neuem Tiefststand

Dreieich - Die Anzahl von Straftaten nimmt in Dreieich seit Jahren ab – auch 2015 bildete dabei keine Ausnahme: Mit 1824 erfassten Taten meldet die Polizei in ihrer Kriminalstatistik fürs abgelaufene Jahr einen neuen Tiefststand.

Vor fünf Jahren ist die Zahl der registrierten Verbrechen in Dreieich erstmals unter die 2000er-Marke gefallen – und seitdem immer deutlicher darunter geblieben. Nicht schönzureden ist freilich, dass die Statistik im Schnitt dennoch fünf Straftaten pro Tag ausweist. Fakt ist auch, dass schwere Verbrechen eher zu- als abgenommen haben: So kam es in Dreieich 2015 zu zwei Tötungsdelikten (2014: 0), 19 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (2014: 12) und zu 179 Fällen von Raub und Körperverletzung (2014: 159). Auffällig ist vor allem die Zunahme von gefährlicher und schwerer Körperverletzung, die 2015 um 87 Prozent von 23 auf 43 Fälle hochschnellte. Die Aufklärungsquote der Polizei bewegt sich in den genannten Kategorien auf einem relativ hohen Niveau um die 80 Prozent. Auf alle Straftaten gesehen liegt ihre Quote in Dreieich bei 52,6 Prozent (2014: 53,2).

Vergleichsweise schwer tun sich die Ermittler der Polizei bei Einbrüchen: 126 Mal stiegen Kriminelle in Dreieicher Wohnungen und Häuser ein, das ist zwar im Vergleich zu 2014 ein Rückgang um 17 Prozent, aber den Tätern kamen die Beamten lediglich in vier von zehn Fällen auf die Spur. Außerdem weist die Statistik mehr Einbrüche in Gewerbe- und Gastronomieräume aus (von 28 auf 48 Taten). Abgenommen haben dafür die Diebstähle aus Autos (von 105 auf 60). Gleich aufs ganze Fahrzeug abgesehen hatten es Kriminelle in 45 Fällen (-22 Prozent zu 2014). Ebenfalls spitz waren Diebe in Dreieich auf 155 Fahrräder (- 3 Prozent) und 62 Kreditkarten (- 23 Prozent).

Etwas mehr Fälle verzeichnete die Polizei 2015 wieder in der Rubrik „Einfache Diebstähle“, bei denen Täter ihre Beute – ohne Einbruch oder Gewalt – in einem günstigen Moment einsacken. Die Anzahl stieg von 353 auf 370. Ebenfalls einen Zuwachs macht die Polizei bei Betrügereien (+ 25 Prozent) aus – unter anderem floriert der Betrug mit Kredit- und Debitkarten. Ferner sind der Statistik für 2015 acht Brandstiftungen (2014: 3), 170 Fälle von Sachbeschädigung (2014: 207) sowie 81 Rauschgiftdelikte (2014: 109) zu entnehmen.

Im Kreis Offenbach steht Dreieich mit dieser Bilanz nicht schlecht da. Nur 3,7 Prozent aller im Kreis erfassten Straftaten entfielen auf Dreieich und das, obwohl 8,5 Prozent der Einwohner im Kreis in der Stadt am Hengstbach wohnen. Um unterschiedlich große Kommunen miteinander vergleichbar zu machen, arbeitet die Kriminalstatistik mit der sogenannten Häufigkeitszahl, die die Straftaten auf 100.000 Einwohner hochrechnet. So weist Dreieich eine Häufigkeitszahl von 4551 (2014: 4643) auf, der Durchschnitt liegt im Kreis bei 4987 (2014: 4794). Allerdings ist die Aufklärungsquote im Kreis etwas höher (54,6 Prozent) als in den hiesigen fünf Stadtteilen. Gut schneidet Dreieich im Vergleich mit benachbarten Städten der gleichen Größenordnung ab: Langen weist eine Häufigkeitszahl von 5203 Straftaten auf, Neu-Isenburg liegt bei 7248 Verbrechen auf 100.000 Einwohner. „Sicherste“ Kreiskommune ist Mainhausen (Häufigkeitszahl: 2813), am anderen Ende der Skala finden sich Hanau (8842) und die Stadt Offenbach (10 620).

Bilder: Zehn kuriose Kriminalfälle 2015 in Hessen

cor

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