Hoffnung auf Dreieicher Kunsttage „30 plus 1“ im nächsten Jahr

Kunstinitiative mit „Kunst dazwischen“

Ilse Dreher von der Kunstinitiative Dreieich hofft, die Würfel für die „Kunst dazwischen“ bald zeigen zu können. Aktuell sind die Werke von 25 Künstlern in der Garderobe des Bürgerhauses gelagert.
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Ilse Dreher von der Kunstinitiative Dreieich hofft, die Würfel für die „Kunst dazwischen“ bald zeigen zu können. Aktuell sind die Werke von 25 Künstlern in der Garderobe des Bürgerhauses gelagert.

Eigentlich wollte die Kunstinitiative Dreieich in den vergangenen Monaten 30 Jahre Kunsttage feiern. Doch die Pandemie machte einen Strich durch die Rechnung. Als ein Ersatz wurde die Aktion „Kunst dazwischen“ geplant, die sich wegen des Lockdowns verzögert und in die Startlöchern steht.

„Auch hinter uns Künstlern liegt ein schwieriges Jahr“, sagt Ilse Dreher von der Kunstinitiative, die eigentlich in den vergangenen Monaten 30 Jahre Dreieicher Kunsttage feiern wollte. Vorgesehen waren Ausstellungen in der Volksbank Dreieich, bei den Burgfestspielen Dreieichenhain sowie im Frühjahr und Herbst in der Städtischen Galerie. Zu den beiden letzteren sollten – passend zum Jubiläum – jeweils 30 Künstler eingeladen werden. Doch daraus wurde bekanntlich nichts.

Zum Festspielersatz auf der Terrasse des Bürgerhauses, der Reihe „Luft und Liebe. Kulturelle Grundversorgung 1.5“, schuf Ilse Dreher filigrane, bunt schimmernde Objekte. Diese Medusen füllten nicht nur die freien Bereiche zwischen den zugelassenen Sitzplätzen, sondern sorgten für eine künstlerische Bereicherung der überaus erfolgreichen Kleinkunstreihe. Daran wollten das Bürgerhausteam um Benjamin Halberstadt und Maria Ochs sowie die Kunstinitiative im Herbst anknüpfen.

Die Freiflächen im Zuschauerraum sollten mit Kunst gefüllt werden – unter dem Motto „Kunst dazwischen“. „Wir haben alle, die wir zu den Ausstellungen einladen wollten, gebeten, Würfel zu gestalten“, erzählt Ilse Dreher. Vorgegeben war die Größe von 30 mal 30 Zentimetern. Zudem sollten die Objekte nicht so schwer sein, um sich ohne Probleme transportieren zu lassen.

Alles andere blieb der Fantasie der Künstler überlassen. Am Ende machten 25 von ihnen mit, die insgesamt 34 Würfel zu der originellen Aktion beisteuerten. Aus den Vorgaben entstanden abwechslungsreiche Kunstwerke – mit ganz unterschiedlichen Materialen. Während einige der Beteiligten malten, Fotografien oder florale Muster verwendeten, nutzten andere Teilnehmer Holz, Draht, Schwämme und vieles mehr. Das Spektrum reicht von bunten, farbenfrohen bis zu streng zurückhaltenden Objekten. Und einige lösten auch die Form des Würfels auf.

Doch bis die sehenswerten Arbeiten öffentlich zu sehen sein werden, wird es wohl noch einige Zeit dauern. Schon die geplante Vernissage war angesichts des verhängten Lockdowns nicht mehr möglich. So haben die Arbeiten ihren vorläufigen Platz in der Garderobe des Bürgerhauses gefunden. „Sie befinden sich in einer Warteposition“, meint Bürgerhauschef Benjamin Halberstadt. Wenn sich der Vorhang im Bürgerhaus irgendwann im kommenden Jahr wieder öffnen darf, soll die „Kunst dazwischen“ präsentiert werden. Bis dahin heißt es, Geduld zu haben.

Und diese müssen auch die Künstler aufbringen, denen in den vergangenen Monaten wegen Corona viele Möglichkeiten weggebrochen sind, ihre Arbeiten zu präsentieren. „Es ist schwierig“, sagt Dreher, auch wenn es im Sommer eine kurze Zeit auch für Künstler gab, in der sie über das Internet hinaus aktiv werden konnten.

Auch wenn sich momentan noch nicht absehen lässt, wie es im nächsten Jahr weitergeht, ist die Kunstinitiave am Planen. So soll das Jubiläumsjahr unter dem Motto „30 plus 1“ nachgeholt werden. Vorgesehen sind neben den zur Tradition gewordenen Ausstellungen im Frühjahr und im Herbst sowie zu den Burgfestspielen auch eine Schau in der Volksbank und im Dreieich-Museum. Für die Festspiele im Burggarten hat die Kunstinitiative den Darmstädter Bildhauer Matthias Will gewinnen können, der in seinen Arbeiten geometrische Metallkörper mit gespannten Stahlseilen verbindet.

„Wir wollen zudem etwas im Freien veranstalten“, sagt Dreher – auch wenn die Erfahrungen der Kunstinitiative da nicht unbedingt positiv waren. So hielten die von Künstlern gestalteten Planen am Zaun der Baustelle Hainer Chaussee nicht lange. Doch davon wollen sich die Künstler nicht abhalten lassen. Nun hoffen sie, dass es schon bald wieder richtig losgehen kann. (Von Holger Klemm)

Gareth Tynan hat einige seiner bei „Luft und Liebe“ entstandenen
„Ansicht“ nennt Klaas Matthijssen sein filigranes Drahtgestell.

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