Spiel mit Schwere und Leichtigkeit

27. Kunsttage starten heute Abend

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Zu den Teilnehmern der Frühjahrsausstellung der 27. Kunsttage gehören (von links) Matthias Will, Gloria Brand, Tobias Ballweg, Waltraud Munz, Ilse Dreher und Robert Kögel.  

Dreieich - Den ganzen Nachmittag haben sie ihre Gemälde, Skulpturen und Objekte in der Städtischen Galerie aufgehängt, arrangiert und in die passenden Zusammenhänge gebracht. Von Holger Klemm 

Im Anschluss zeigen sich die an der Frühjahrsschau der 27. Dreieicher Kunsttage beteiligten Künstler zufrieden. „Das ist sehr schön geworden“, freut sich der Darmstädter Matthias Will. Bei der Vernissage am heutigen Donnerstag um 19 Uhr können sich die Besucher selbst davon überzeugen.

Zum Stadtjubiläum „40 Jahre Dreieich“ warten die Kunsttage mit einer Premiere auf. Erstmals kommen die Mitglieder zweier Künstlergruppen zusammen und lassen ihre Arbeiten in einen Dialog zueinander treten. Dabei handelt es sich um jeweils fünf Vertreter der renommierten Darmstädter Sezession, die auf das Jahr 1919 zurückgeht, und der Dreieicher Kunstinitiative, die in jeweils lockeren Zusammenschlüssen die Kunsttage auf die Beine stellt.

Zustande kam der Kontakt über Gloria Brand, die beiden Gruppen angehört. Die Idee fiel bei den Darmstädtern auf fruchtbaren Boden, die Barbara Bredow, Elke Emmy Laubner, Frank Schylla, Julia Philipps und Matthias Will nach Dreieich schickten. „Passend dazu haben wir dann fünf von uns und die entsprechenden Arbeiten ausgesucht“, erzählt Ilse Dreher. Neben ihr sind das Tobias Ballweg, Gloria Brand, Robert Kögel und Waltraud Munz, die allesamt den Kunsttagen seit vielen Jahren eng verbunden sind.

„Beide Gruppen sind von ihrer Art her verschieden, haben aber dieselbe Intention, anspruchsvolle und aktuelle Kunst zu präsentieren“, führt Dreher weiter aus. Während die Kunstinitiative ein lockeres „Flechtwerk“ darstellt, ist die Sezession ein Verein mit Mitgliedern aus dem ganzen Bundesgebiet, einem hohen Anspruch und einem Büro. „Bei uns kann nicht jeder Mitglied werden“ sagt Will, der auch zum Vorstand gehört. Die Qualität müsse stimmen. Für ihn als Künstler, der ja allein arbeitet, biete die Sezession die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen. Wichtig seien ebenfalls die regelmäßigen Ausstellungen und Aktionen, die die Mitglieder auch über Darmstadt hinaus führen. Die Schau in Dreieich bietet für ihn eine gute Zusammenstellung.

Mit Gloria Brand, die ja den Anstoß gegeben hat, verbinde ihn über die Jahre eine enge Zusammenarbeit und verschiedene gemeinsame Ausstellungen. In der Städtischen Galerie sind die Skulpturen von Will im Wechselspiel zwischen Schwere und Leichtigkeit und die bewegte Collage von Brand in direkter Nachbarschaft zu erleben. „Ich schätze den Austausch und den Dialog mit Künstlern aus der Umgebung. Das haben wir bei den Kunsttagen immer gepflegt“, sagt sie.

Bei der Präsentation haben Dreher und Munz als Kuratorinnen darauf geachtet, dass beim Rundgang sich eine Spannung aufbaut und eine Beziehung zwischen den ganz unterschiedlichen Kunstwerke entsteht. Im Eingangsbereich der Städtischen Galerie trifft beispielsweise eine aktuelle großformatige Metallskulptur von Robert Kögel auf die Gemälde von Julia Philipps, die sich mit Farbe als Medium beschäftigen.

Eröffnung der Kunsttage in Dreieich

Eine andere Seite des Dreieicher Bildhauers können die Besucher im Untergeschoss erleben. Dort ist eine Skulptur aus verbranntem Holz zu sehen. „Ich arbeite sowohl mit Stahl und Holz“, erzählt Kögel. Während bei den Stahlskulpturen alles genau geplant ist, ist der Umgang mit dem Holz für ihn freier. Von der Holzarbeit lassen sich wiederum Verbindungen ziehen zu der Skulptur von Ilse Dreher, die sich mit der Flüchtlingstragödie im Mittelmeer beschäftigt, sowie zum kleinteiligen Arrangement von Waltraud Munz. Einen Kontrast zu manchen eher stillen Arbeiten bieten die großformatigen transparent wirkenden Farbexplosionen von Tobias Ballweg.

Später am Nachmittag kommen dann noch die Arbeiten der anderen Darmstädter Teilnehmer hinzu. Elke Emmy Laubner beschäftigt sich mit der Schnittstelle von Malerei und Fotografie, Frank Schylla zeigt seine Strukturbilder zum Thema „Join the Rebellion!“.

Zur Vernissage hat die Künstlerin Justyna Koeke eine Performance „von der Skulptur zum Menschen“ erarbeitet, die sie erstmals am heutigen Abend präsentiert. Zur Einführung sprechen Bürgermeister und Schirmherr Dieter Zimmer sowie Matthias Will, Ilse Dreher und Waltraud Munz.

Die Frühjahrsausstellung der 27. Dreieicher Kunsttage ist bis zum 21. Mai freitags von 17 bis 21 Uhr, samstags von 15 bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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