Di Benedetto kann Honka nicht gefährden

Wahl: Achtungserfolg für Herausforderer

Dreieich - Corrado Di Benedetto kann Hartmut Honka nicht gefährden, bessert aber das Ergebnis der SPD ordentlich auf. Von Frank Mahn

Was für eine denkwürdige Wahlnacht. Nachdem die FDP schon im tiefen Tal der Tränen angekommen war, zog sie doch noch den Kopf aus der Schlinge. Dass sie mit fünf Prozent den Sprung in den Landtag schafften, ist für die Liberalen allerdings nur ein kleines Trostpflaster. Schwarz-Gelb ist in Hessen vorerst Geschichte.

Einer, der das bedauert, ist Hartmut Honka. Der alte und neue direkt gewählte CDU-Landtagskandidat hätte gerne in dieser Koalition weitergearbeitet. Auf die Frage nach denkbaren Konstellationen für die neue Legislaturperiode wollte sich Honka gestern („So kurz nach der Wahl“) nicht äußern. Der Dreieicher CDU-Vorsitzende stellte die Freude über sein eigenes Abschneiden in den Vordergrund. Gegenüber 2009 legte Honka in Langen, Egelsbach und Dreieich zu – nur in seiner einstigen Heimatstadt Neu-Isenburg verlor er ein Prozent. Unter dem Strich stehen für ihn 43,8 Prozent, ein halbes Prozent mehr als 2009. „Die Leute haben meine Arbeit in den vergangenen fünf Jahren honoriert“, ist Honka überzeugt.

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Als Achtungserfolg lässt sich das Ergebnis von Corrado Di Benedetto bezeichnen. Der SPD-Herausforderer, über einen vorderen Listenplatz abgesichert, konnte Honka zwar nicht gefährden, aber er fuhr in Dreieich ein deutlich besseres Ergebnis ein als sein Vorgänger Ansgar Dittmar. Der brachte es seinerzeit auf 23,2 Prozent, Di Benedetto schlug bei 28,9 Prozent auf. Bei den Zweitstimmen steigerte sich die SPD um 7,6 auf 26,6 Prozent. „In Hessen war unser großes Ziel, Schwarz-Gelb abzulösen. Das ist uns gelungen. Wir wussten, dass es ein knappes Rennen wird und jetzt wollen wir das Feld nicht anderen überlassen“, sagte Di Benedetto.

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Wenn es nach den Dreieichern gegangen wäre, hätte die FDP nicht so lange zittern müssen. Mit 7,2 Prozent kamen die Liberalen recht gut weg. Ihr bestes Ergebnis holte die Partei mit 14,6 Prozent in Buchschlag. Genauso viele Prozente erhielt dort die SPD, was gleichbedeutend mit deren schlechtestem Stadtteil-Ergebnis ist. Kurisosum: Auch die Grünen landeten in der Villenkolonie bei 14,6 Prozent – besser schnitten sie nirgends ab. Auch ihrer Direktkandidatin Lisa Süß gelang dort mit 13 Prozent das beste Resultat, genauso wie Hartmut Honka, der 55,2 Prozent verbuchte. In diesen Zahlen ist die Briefwahl nicht eingerechnet, da sie nach einer Änderung nicht mehr explizit für die Stadtteile ausgewiesen werden kann.

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Die Linke wäre in Dreieich – anders als im Land – mit 4,3 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Knapp dahinter kommt die Alternative für Deutschland aus dem Stand heraus immerhin auf vier Prozent. Die Freien Wähler hingegen müssen sich mit mageren 1,1 Prozent begnügen. Mit 1,9 Prozent segeln ihnen sogar die Piraten davon. NPD (0,7 Prozent) und Republikaner (0,3 Prozent) spielen kaum eine Rolle.

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