Qualität steht über allem

Landwirtschaft: Familie Sehring ist dank eines neuen Schlachthauses fit für die Zukunft

Landwirte in fünfter Generation: Familie Sehring aus Dreieich.
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Landwirte in fünfter Generation: Familie Sehring aus Dreieich.

Landwirte sind die Sehrings schon in fünfter Generation und heute wie damals ein echtes Familienunternehmen. „Darauf sind wir auch sehr stolz“, sagt Annalena Sehring.

Dreieich – Die Kunden des Landlädchens in Götzenhain wissen die regionalen Produkte zu schätzen, besonders die Fleisch- und Wurstwaren aus der eigenen Herstellung sind begehrt. Sohn Christian (27) ist Metzgermeister und zusätzlich gelernter Landwirt, aber die komplette Familie mit Opa Heinz, Oma Annemarie, Mutter Monica, Vater Horst und den Zwillingsschwestern Annalena und Carolin engagiert sich für den Laden.

Früher wurden die Wurst und die Kartoffeln in Oma Annemaries Küche verkauft. Wer dort auftauchte, wurde bedient. „Als die Zwillinge vor 25 Jahren auf die Welt kamen, war mir nach mehr Struktur, Ordnung und vor allem regelmäßigen Ladenöffnungszeiten“, erzählt Monica Sehring mit einem Lächeln. Sehring’s Landlädchen war damit geboren. Die beiden Töchter unterstützen die Familie abends und am Wochenende tatkräftig im Laden. Christian Sehring führt das Unternehmen gemeinsam mit seinen Eltern und möchte es mit ihnen weiter ausbauen. Der Familienbetrieb sieht sich für die Zukunft gut aufgestellt. Mit dem eigenen neuen Schlachthaus in der Höllgartenstraße haben die Sehrings die Voraussetzungen geschaffen. Dort werden wöchentlich nicht nur eigene Schweine geschlachtet, Christian Sehring bietet dort auch Lohnschlachterei für umliegende Erzeuger an. In das Gebäude soll im nächsten Jahr zudem das Landlädchen einziehen.

„Ich hatte niemals ein Interesse daran, für den globalen Markt zu produzieren“, erläutert Vater Horst Sehring seine bewusste Entscheidung gegen die Massentierhaltung. Sein Credo vor 20 Jahren gilt auch heute: „Aus der Region für die Region – und mit ganz viel Herz!“ Wichtig ist den Sehrings die Haltung der Schweine und der Umgang mit den Tieren. In zwei Stallungen, in der Rheinstraße und in der Langener Straße, leben immer rund 60 bis 70 Schweine, die die Familie als Ferkel von anderen Landwirten kauft. „Für mich ist es immens wichtig, dass es ihnen in diesen sieben Monaten, die sie bei uns leben, auch gut geht“, betont Sehring. Er sei mit den schlauen Tieren nicht per Du, aber sie „wohnen“ auf ausreichend Platz und – ganz wichtig und leider viel zu selten – auf einem dicken Strohbett.

„Diese Art der Haltung ist im Vergleich zur immer noch üblichen Haltung auf Beton-Spaltböden teurer und auch deutlich arbeitsintensiver. Aber die Tiere fühlen sich nicht nur wohler, auch das Fleisch ist qualitativ besser“, sagt Monica Sehring. Jeden Tag werden die Ställe zweimal gemistet, die Schweine bekommen frisches Stroh und das Futter, das sie fressen, stammt ausschließlich aus eigenem Anbau. Die notwendigen Proteine bekommen die Tiere über eine Futtererbse, genverändertes Soja landet nach Sehrings Worten niemals in den Trögen. „So können wir bei den Preisen auch nicht mit Aldi und Rewe mithalten, aber unsere Kunden wissen die Qualität zu schätzen“, so Monica Sehring.

Die Kontrollen bei der Schlachtung sind umfangreich. „Die Tiere werden vom zuständigen Veterinäramt wöchentlich angeschaut – noch in lebendigem Zustand und dann noch einmal, wenn sie geschlachtet sind“, erklärt Christian Sehring. Jeder Arbeitsgriff muss den geltenden EU-Richtlinien entsprechen. Und dann landen die Schweine zu Lende, Grillwürstchen, Steaks, Aufschnitt und verschiedenen Sorten Dosenwurst verarbeitet in der Auslage im Laden.

Ebenfalls noch recht neu ist der sogenannte Regiomat in der Höllgartenstraße vor dem Gebäude. Aus dem Automaten können Kunden zu jeder Tag- und Nachtzeit Fleisch und Wurst, Kartoffelsalat oder Fleischsalat kaufen. Auch Eier und Honig können gezogen werden. „Der Automat wurde sehr gut angenommen, gerade über die Sommermonate ging das Grillfleisch hervorragend“, freut sich Monica Sehring.

Der neue Laden in der Höllgartenstraße, der auch bessere Parkmöglichkeiten bietet, soll im nächsten Jahr eröffnet werden. Bis dahin ist die Familie Sehring im Landlädchen in der Rheinstraße 6 immer Dienstag bis Samstag von 9 bis 13, Dienstag und Donnerstag von 17 bis 18.30 und Freitag von 15 bis 18.30 Uhr für die Kunden da. (Von Nicole Jost)

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