Umweltministerin Priska Hinz: Radschnellwege können auch im Bannwald entstehen

Lebt die Sommerroute in Dreieich doch noch?

Die Grafik zeigt die fünf Varianten, die nun im Gespräch sind für das Dreieicher Teilstück der Radschnellverbindung. Nach Meinung der BI fehlt die Sommerroute.
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Die Grafik zeigt die fünf Varianten, die nun im Gespräch sind für das Dreieicher Teilstück der Radschnellverbindung. Nach Meinung der BI fehlt die Sommerroute.

Ist das Bannwald-Argument keines mehr, das gegen die sogenannte Sommerroute auf der Westseite der Bahnstrecke Darmstadt-Frankfurt spricht? Eine Mitteilung der hessischen Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) nährt die Hoffnung all derer, die diese Variante als am besten geeignet für den Dreieicher Abschnitt der Radschnellverbindung halten.

Neu-Isenburg - „Endlich bewegt sich was“, kommentiert die Bürger-Initiative Radschnellwegfreunde und meint die Online-Infoveranstaltung, bei der Manfred Ockel, Geschäftsführer der Regionalpark Rhein-Main Südwest GmbH, fünf denkbare Routen für Dreieich vorstellte. Eine davon, die Sprendlinger „Beule“, gilt längst als chancenlos. Sie war der Grund dafür, dass sich die BI gegründet hatte. Die vier anderen Strecken führen durch Buchschlag.

Die Radschnellwegfreunde loben das Format der Präsentation und die Offenheit der Diskussion. Ockel hatte betont, dass die vorgestellten Varianten nur Vorschläge seien, die durch eine Bürgerbeteiligung noch modifiziert und ergänzt werden könnten. Die Initiative wundert sich allerdings, warum sich die Planer weiterhin weigern, „die naheliegendste und naturschonendste Lösung entlang der Bahn in den Kanon der Varianten aufzunehmen“. Nämlich die Sommerroute. Der Bannwald werde bei der Bahnroute nur gestreift, anders als bei den anderen fünf Varianten, die laut BI mitten durch den ökologisch ebenso wichtigen Schutzwald führen würden.

Wenn Ockel sage, Land und Bund seien strikt gegen Eingriffe in den Bannwald, sei dies nicht richtig. Zumindest treffe es nicht auf das hessische Umweltministerium und seine Ministerin zu, so die BI. Sie verweist auf eine Pressemitteilung von Priska Hinz, die eine Änderung des Waldgesetzes in den Landtag eingebracht hatte – zwei Tage vor Ockels Präsentation. Und dabei geht es um Radschnellwege im Bannwald. In der Mitteilung wird Hinz wie folgt zitiert: „Mit einer Steigerung des Radverkehrs bremsen wir den Klimawandel aus und sorgen so für einen langfristigen Schutz des Waldes. Dafür braucht es attraktive, gut ausgebaut und sinnvoll gelegene Fahrradwege. Teilweise kann ein solcher Radweg auch durch einen Bannwald führen. Deshalb wollen wir es zukünftig ermöglichen, dass Radschnellwege auch im Bannwald entstehen können, sofern mit einer hohen Nutzung, also mit mehr als 1 500 Fahrten pro Tag, zu rechnen ist.“ Für den Dreieicher Abschnitt laufen die Schätzungen auf 2000 raus.

„Wir bleiben bei der von uns stets befürworteten Bahnroute und fordern Politik und Planer auf, ihre jetzt nicht mehr nachvollziehbaren Widerstände aufzugeben und diese Route in die Liste der Varianten offiziell aufzunehmen. Dreieich sollte diese Chance jetzt ergreifen“, schreibt die BI.

Laut Ockel sind Bauvorhaben im Bannwald allerdings nur zulässig, wenn sie unvermeidbar sind. In Dreieich seien östlich der Bahnlinie aber sehr wohl andere Trassen möglich.  fm

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