Letzte Beschwerde ist vom Tisch

Offenthal ‐ Dem Bau der Offenthaler Ortsumfahrung steht keine juristische Hürde mehr im Weg. Die Inhaberin der Reitanlage „Erlenstall“, Claudia Bogun, hat ihre Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs zurückgezogen. Von Klaus Hellweg

Der Verwaltungsgerichtshof hatte im vergangenen Jahr sämtliche Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss der Offenthaler Südumgehung samt Querspange zurück gewiesen und keine Revision zugelassen.

Damit sind jetzt alle juristischen Hindernisse gegen den Bau der Ortsumfahrung aus dem Weg geräumt, das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat das Verfahren eingestellt.

Ein Entgegenkommen welcher Art auch immer hat das hessische Verkehrsministerium Claudia Bogun nicht gemacht; das bestätigten gestern übereinstimmend die Reitstall-Besitzerin selbst wie auch Fred Nerschbach, Leiter des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen in Darmstadt. Nerschbach: „An der Planfeststellung wurde nicht die geringste Änderung vorgenommen, das wäre aus juristischer Sicht auch gar nicht möglich gewesen.“

Berufliche Existenz beroht

Allerdings will sich das Amt zusammen mit Claudia Bogun und ihrem neuen Rechtsanwalt noch einmal treffen. Bogun: „Mir ist aber von vornherein gesagt worden, dass es an der Planung keine Änderungen mehr geben könne.“ Sprechen könne man aber, so erklärte Nerschbach gestern auf Anfrage, über das eine oder andere Detail der Bauausführung.

Lesen Sie hierzu: „Kompromiss würde allen weiterhelfen

Claudia Bogun betreibt die Reitanlage „Erlenstall“ seit mehr als 13 Jahren. Durch den Bau der Südumgehung sieht sie ihre berufliche Existenz bedroht: Die Trasse der Querspange, die im Osten Offenthals die Ortsumgehung (Bundesstraße 486) mit der Landesstraße/verlängerte Bahnhofstraße verbindet, schneidet ein Stück des Ausbildungsplatzes der Reitanlage ab, nimmt - so argumentiert Claudia Bogun - Koppeln weg und hindert ihre reitbegeisterten Kunden, in den nahe gelegenen Wald zu kommen.

Trauerbeflaggung soll wieder angebracht werden

Sie hatte deshalb unter anderem vorgeschlagen, den Anschluss der L3001/verlängerte Bahnhofstraße an die Querspange etwas weniger breit zu bauen oder etwas zu verschieben. Nicht zuletzt ihr neuer Rechtsanwalt habe ihr die Aussichtslosigkeit der Realisierung dieses Wunsches klar gemacht.

Die Interessengemeinschaft für den Bau der Ortsumfahrung will am kommenden Sonntag in der Offenthaler Ortsmitte wieder die Trauerbeflaggung anbringen, mit der man gegen die Verschiebung des Straßenbaus um ein Jahr protestiert hatte. Die schwarzen Fahnen und Flaggen waren im Herbst angebracht und um die Weihnachtszeit herum wieder entfernt worden.

Rubriklistenbild: © pixelio.de/Rainer Sturm

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