„Liebe Erde, wir danken dir“

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Auf der Kinder- und Jugendfarm haben die Kinder des Waldkindergartens Kontakt zu Tieren.

Dreieich ‐ Der Wald bietet unendlich viele Möglichkeiten, die Sinne zu entdecken und zu fördern. Gerade der Waldkindergarten weiß das zu schätzen, immerhin verbringen die Kinder dort den Alltag in der freien Natur und dürfen ihren Bewegungs- und Forscherdrang ungehindert ausleben. Von Christian Endecott

Doch fast jeden Freitag machen die kleinen Naturfreunde einen Ausflug zur Kinder- und Jugendfarm der Dreieichhörnchen. Und der Weg ist gar nicht weit. Rituale spielen im Waldkindergarten eine große Rolle. „So können sich die Kinder auch auf den Tagesplan freuen“, erzählt die pädagogische Leiterin des Waldkindergartens, Sonja Oswald. Außerdem lernen sie dadurch die Wochentage kennen.

Zu den Ritualen zählt auch der Ausflug zu den Dreieichhörnchen. Doch vorher gibt es natürlich immer das Frühstück. „Jedes Tierlein bekommt sein Essen, jedes Blümlein trinkt von dir, hast auch unser nicht vergessen, liebe Erde, wir danken dir“, gibt es dann von den Kindern zu hören. Danach wird aufgeräumt und dann geht es zur Kinderfarm.

Dort angekommen stürzen sich die Kinder zuerst fast immer auf das Piratenschiff. Es wird geklettert, gespielt und gelacht, und das auch, wenn das Wetter nicht mitspielt. „Die Kinder sind es ja gewohnt, draußen die Zeit zu verbringen“, so Oswald.

Auf der Farm gibt es aber viele Aufgaben, die alleine nicht zu bewältigen sind. Unterstützung wird vor allem bei der Tierversorgung und den Arbeiten im Garten benötigt. Und die Kinder helfen natürlich gerne mit, auch wenn es im Hühnerstall nicht immer angenehm riecht und die Hände schmutzig werden.

Nach dem Spielen im Freien kommen die Pflichten. Der Stall muss ausgemistet und mit neuem Stroh ausgelegt werden. Auf sich allein gestellt sind die Kinder dabei nicht. Die Mitarbeiter der Kinderfarm stehen ihnen immer zur Seite und zeigen mit gutem Beispiel, wie die Arbeiten zu verrichten sind. „Die Kinder freuen sich sehr, hierher zu kommen“, sagt Sonja Oswald. „Wir sind zwar in der Natur, aber eigene Tiere haben wir eben nicht. Hier haben die Kinder den Kontakt zu den Tieren.“ Manchmal werden die Schafe auch auf die Weide begleitet. Das sind aber nicht die einzigen Möglichkeiten für die Kinder, sich zu beschäftigen. „Am liebsten mag ich das Hüttendorf“, erzählt die sechsjährige Lucy vom Waldkindergarten. Dort können Kinder und Jugendliche ihre eigenen Hütten bauen.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Kindergarten und der Farm ist aus einem Zufall heraus entstanden. „Die Farm liegt eben sehr günstig für uns“, erklärt Dr. Jadwiga Xylander, Vorsitzende des Vereins Waldkindergarten. Vom Kindergarten am Seegewann zum Reuterpfad ist es nicht sehr weit.„Es ist wirklich eine Bereicherung für die Kinder, denn dort können sie sich alles anschauen und auch mitwirken.“ Den Waldkindergarten könne man auch als Vorstufe der Dreieichhörnchen sehen, denn auch dessen Besucher verbringen die meiste Zeit in der freien Natur.

„Von dieser lockeren Kooperation haben beide Seiten ein Gewinn. Die Kinder haben hier den Kontakt zu den Tieren und helfen gerne aus, wenn es benötigt wird. Außerdem steigt mit dem Ausflug auch das Interesse der Kinder für die Dreieichhörnchen.“ Für die Kinder sei der Ausflug jeden Freitag ein Abenteuer, der nicht nur Spaß mit sich bringt, sondern auch einige Pflichten.

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