Linke für Endstation der RTW in Sprendlingen

Verlängerung der Regionaltangente gefordert

Dreieich - Für eine Erweiterung der sich in der Planung befindlichen Regionaltangente West (RTW) sprechen sich die Linke und die UGL unisono aus.

Die Linke-Stadtverordnete Natascha Bingenheimer regt eine mittelfristige Verlängerung zumindest bis Sprendlingen an, die Unabhängige Gemeinschaftsliste, die über einen Stadtverordneten verfügt, fordert eine Anbindung in Buchschlag an die Dreieichbahn. Bingenheimer begrüßt die 44 Kilometer lange Schnellverbindung zwischen Bad Homburg auf der einen Seite sowie Neu-Isenburg und Buchschlag auf der anderen Seite. Noch besser wäre es allerdings ihrer Meinung nach, wenn die RTW erst in Sprendlingen enden würde. Buchschlag stelle nicht das Zentrum Dreieichs dar, das sei der Stadtteil Sprendlingen, der durch die Dreieichbahn bedient wird. Dort wohnen mehr als 20.000 Menschen, in Buchschlag sind es 2800. Daraus erkläre sich auch der rege Umsteigeverkehr in Buchschlag.

Der zurzeit vorgesehene Endhaltepunkt der RTW sei ganz offensichtlich der Tatsache geschuldet, dass in Buchschlag die Dreieichbahn endet und ein Umsteigen möglich sein soll. Zudem müsste ab dort eine teure Elektrifizierung erfolgen. Bei einer Verlängerung müsste der Sprendlinger Bahnhof in baulicher Hinsicht als auch mit Blick auf die Parkplätze erheblich aufgewertet werden. Als besonders dringlich bezeichnet Bingenheimer eine ordentliche Busanbindung. Momentan verlaufe die Hauptachse des Busverkehrs auf der Darmstädter Straße sowie auf der Hainer Chaussee. „Die Haltestellen sind zu weit vom Bahnhof weg“, kritisiert Bingenheimer. Zurzeit könnten Nutzer der Dreieichbahn an der Haltestelle Weibelfeld in den Bus umsteigen. „Das ist allerhöchstens suboptimal. Am allerbesten wäre jedoch eine Verlängerung der RTW über Sprendlingen hinaus“, so Bingenheimer.

In dieser Richtung zielt auch eine Erklärung der UGL, die eine Aussparung der Dreieichbahn bei der RTW für falsch hält. Der Buchschlager Bahnhof sei als Endhaltepunkt der neuen wichtigen Bahnlinie im Rhein-Main-Gebiet nicht geeignet, da im Umfeld nur vergleichsweise wenige Menschen wohnen. Die meisten Nutzer müssten mit dem Auto von weit herkommen. Eine leistungsstarke Park&Ride-Station könne dort nicht errichtet werden, ohne den Wald und die Siedlung zu schädigen. Eine Untersuchung der TU Darmstadt habe gezeigt, dass die meisten geparkten Autos am Bahnhof Buchschlag aus Sprendlingen und Dreieichenhain stammen. Deshalb müsste die RTW zumindestens bis dorthin reichen. Am Bahnhof Sprendlingen gebe es auch Platz für eine Park & Ride-Station.

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Die UGL schlägt deshalb vor, dass der hinter dem Neu-Isenburger Bahnhof für die RTW geplante Tunnel nicht nur die Bahngleise, sondern auch die Schranke in Buchschlag unterquert. So werde eine Verbindung mit der Dreieichbahn geschaffen. Erste Haltestelle der RTW in Dreieich wäre dann der Bahnhof in Sprendlingen, wo mehr Leute zusteigen könnten als in Buchschlag. Auf einen anderen Aspekt weist Bingenheimer hin. „Alle Planungen machen nur Sinn, wenn die Zuverlässigkeits- und Pünktlichkeitsbilanz der Dreieichbahn entscheidend verbessert wird.“ Ständige Verspätungen und Zugausfälle seien eine Zumutung für Pendler. (hok)

Rubriklistenbild: © dpa

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