Die Macht der Medien

Heine-Schüler bei EU-Workshop in Prag

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Die Heinrich-Heine-Schüler (von links) Yanet Habte, Shannon Possinke, Benjamin Dahmen und Felix Schmidt lernten in Prag viel über die Situation der Flüchtlinge in den Ländern Europas.

Dreieich - Überall in Europa kommen Flüchtlinge mit der Hoffnung auf ein besseres Leben an. Heinrich-Heine-Schüler haben in den vergangenen anderthalb Jahren untersucht, was sie antreibt und wie die Situation in einzelnen EU-Ländern ist. Beim Abschlussworkshop in Prag nahmen sie nun die Berichterstattung der Medien unter die Lupe.

Das einwöchige Treffen in Prag bildete den Abschluss der insgesamt achtzehnmonatigen Arbeit am Erasmus Plus-Projekt „Refugees in Europe – Our Future in Motion“, die von der Heinrich-Heine-Europaschule koordiniert wird. Aus Dreieich reisten Shannon Possinke (G10a), Yanet Habte (R10c), Felix Schmidt (G8a) und Benjamin Dahmen (G8a) ins Nachbarland. Begleitet wurden sie von den Projektkoordinatorinnen Carolin Kohl und Christina Höhn. Neben den tschechischen Gastgebern nahmen auch Schüler und Lehrer von Partnerschulen in England, Frankreich, Spanien und der Türkei teil.

Das Ziel des EU-geförderten Projektes ist es, dass die Schüler die Flüchtlingsthematik unter verschiedenen Aspekten beleuchten und länderübergreifend für die Fluchtursachen und den Umgang mit Fremdheit sensibilisiert werden. Damit wollen die Organisatoren den Demokratiegedanken und den Glauben an ein geeintes Europa bei den Jugendlichen stärken.

Der inhaltliche Schwerpunkt des Abschlusstreffens lag auf der Bedeutung der Medien bei der Darstellung der Flüchtlingsthematik. In einem Workshop zweier tschechischer Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die sich national und international für humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe sowie die Verteidigung der Menschenrechte einsetzen, lernten die insgesamt mehr als 40 internationalen Schüler, wie die Printmedien in verschiedenen Ländern über die Ankunft von Flüchtlingen berichten. Dabei zeigten die Referenten der NGOs den Jugendlichen den Unterschied zwischen Sensationsjournalismus, investigativem Journalismus und objektiver Berichterstattung auf. Schließlich wurden der Auftrag der Medien und ihre Verantwortung bei der Informationsübermittlung diskutiert.

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Über die Manipulation von Nachrichten und deren Auswirkung auf nationale politische Strömungen informierten sich die Projektteilnehmer in einem Gespräch mit Marek Wollner, Tschechiens führendem investigativem Journalisten. Bei einer Führung durch die Räume der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt Ceská televize bekamen die Heinrich-Heine-Schüler Einblicke in die Arbeitsweise der Fernsehjournalisten und die Produktion von TV-Formaten. Danach entwarfen sie selbst in Gruppen Zeitungscover zur Flüchtlingsthematik und drehten Videos, in denen sie das Erasmus Plus-Projekt vorstellten oder eine fiktive Nachrichtensendung präsentierten.

Mit der Woche in Prag ging auch das Projekt an sich für die Schüler zu Ende. Ein Teilnehmer resümiert: „Es war eine tolle Erfahrung, Teil dieses Projektes zu sein und so viel über Flüchtlinge in den verschiedenen europäischen Ländern gelernt zu haben.“ Seine Mitschüler betonten, dass sie auch viele neue Freunde gefunden haben. Die Gruppe will auf jeden Fall in Kontakt bleiben. Dass das Projekt endet, bedauert auch Lehrerin Christina Höhn: „In den vergangenen zwei Jahren haben wir sehr konstruktiv zusammengearbeitet, voneinander und miteinander gelernt.“ Es sei beeindruckend zu sehen, wie der Gedanke des friedlichen Miteinanders und der Unterstützung von Flüchtlingen bei den Jugendlichen vorherrsche, erklärt sie. Mit Blick auf die Zukunft hoffen sie und ihre Kollegin, dass weitere EU-Projekte bewilligt werden, sodass die Zusammenarbeit mit den Partnerschulen bald fortgesetzt werden kann. (jrd)

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