Menschen dazu bewegen, ihren Glauben zu leben

Götzenhains Seelsorgerin Martina Schefzyk vor einem ihrer vielen Arbeitsplätze. Foto: Sauda

Dreieich - Martina Schefzyk ist seit 20 Jahren Seelsorgerin in Götzenhain

Götzenhain (es) Die Kindergartenkinder nennen sie „Gottes Liebe“, sie hatte schon einen Big Mäc auf der Kanzel, das Glaubensbekenntnis als Vorlage abgedruckt vor sich liegen und sie leidet immer noch unter Lampenfieber vor einem Gottesdienst: Götzenhains Seelsorgerin Martina Schefzyk. An diesem Sonntag feiert die 52-jährige dreifache Mutter ihr Dienstjubiläum, denn sie ist seit zwei Jahrzehnten in diesem Dreieicher Stadtteil tätig.

Doch Götzenhain war nicht ihre erste Stelle. „Zuvor war ich sechseinhalb Jahre in Bornheim-Lonsheim tätig“, erinnert sich die Pfarrerin, die ursprünglich Sozialpädagogin werden wollte. Ihre Mutter war es schließlich, die der jungen Martina irgendwann den Vorschlag machte, Pfarrerin zu werden, weil sie sich doch ohnehin viel in der Kirche engagiere.

Sie schrieb sich in der Hochschule Bethel (Wuppertal) ein und wurde schließlich vor 27 Jahren von Probst Helmut Kern  ordiniert.

Von jetzt auf gleich ging das allerdings nicht. „Ich habe mich noch ausführlicher als zuvor mit Religion beschäftigt und irgendwann den Ruf gehört. Ich habe darum gebetet, ich wollte wissen, wo mein Weg ist. Und schließlich kam die Gewissheit“, erzählt Martina Schefzyk.

Als sie dann Jahre später mit ihrem Mann Jürgen, den sie gleich bei der ersten Hebräisch-Stunde in Bethel kennen und lieben lernte, von Bornheim-Lonsheim nach Götzenhain wechseln sollte, stand dem Ehepaar noch eine Option in Niederhöchststad offen. Jedoch sprachen zu viele Punkte für den Dreieicher Stadtteil. „Auch damals habe ich gebetet und habe dann gewusst, dass unser Weg uns hierher führt.“ Bereits im Frühsommer 1988 hatten sie den Ort unter die Lupe genommen „und beim Probegottesdienst habe ich auch gleich zwei Kinder getauft - Ronja Stroh und Stefan Keller“.

Die Entscheidung, nach Götzenhain zu kommen, hat sie nie bereut, „obwohl es anfangs schon ein wenig schwierig war, denn viele dachten, ich sei nur eine Art bezahlte Pfarrersfrau“. Aber das änderte sich 1999, als sie die volle Stelle übernahm. Nach 20 Jahren fühlt sie sich „richtig verwurzelt“.

An Götzenhain schätzt die Elefanten-Liebhaberin das Gemeindeleben, die Arbeit mit dem Kirchenvorstand und die Atmosphäre. „Ich fühle mich hier wohl und unsere Kinder sind hier glücklich.“ Das ist ihr wichtig, denn wenn die Familie nicht stabil ist, „ist es in meinem Beruf sehr schwer“.

Ebenso bedeutsam ist das Auskommen mit und in der Gemeinde. Erst über viele Jahre wachse etwas heran. „Es dauert lange, bis die Menschen zu einem kommen, dass Bindungen, Vertrauen entstehen“, weiß Martina Schefzyk. „Nun ist es aber so, dass wir miteinander gewachsen sind“, sagt die Frau, die in Götzenhain auch schon etliche Menschen beerdigte, mit denen sie viel zu tun hatte: „Beerdigungen gehen stets sehr an mich ran.“

Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Seelsorge. Sie sehe sich selbst nicht als „wissenschaftliche Theologin“. Vielmehr gehe es ihr „um den gelebten Glauben. Mir ist es wichtig, bei den Menschen zu sein“, sagt die Gottesfrau, der auch liturgische Handlungen von großer Bedeutung sind. „Mein oberstes Ziel ist es, viele Menschen dazu zu bewegen, ihren Glauben auch zu leben.“

Gefeiert wird das Jubiläum morgen ab 10 Uhr mit einem Festgottesdienst, an dem auch die Kinder der Götzenhainer Kita beteiligt sind. Ein Empfang im Gemeindehaus schließt sich an.

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