Miteinander reden statt übereinander

Forum der Religionsgemeinschaften mit Integrationspreis ausgezeichnet

+
Der hessische Sozialminister Kai Klose (Vierter von links) zeichnete das Forum der Religionsgemeinschaften Dreieich mit dem Integrationspreis aus. Darüber freuen sich (von links): Salih Sarikaya (Türkisch-Islamische Gemeinde), Vaji Ahmed Shah (Muslimische Ahmadiyya-Gemeinde), Abdullah Dal (Imam der Türkisch-Islamischen Gemeinde), Mitra Detweiler (Bahai-Gemeinde), Stefan Schneider (Neuapostolische Gemeinde), Karin Scholl (städtische Integrationsbeauftragte), Ingeborg Verwiebe (evangelische Versöhnungsgemeinde), Margret Stier und Wulf-Dieter Preiß (beide Arbeitsgemeinschaft Christlicher Gemeinden). 

Das Forum der Religionsgemeinschaften in Dreieich ist mit dem Hessischen Integrationspreis ausgezeichnet worden.

Dreieich –  Eine hochkarätig besetzte Jury unter Vorsitz des hessischen Sozialministers Kai Klose hat eine für Dreieich erfreuliche Entscheidung getroffen: Das Forum der Religionsgemeinschaften ist mit dem Hessischen Integrationspreis ausgezeichnet worden. Für den ersten Platz hat es nicht gereicht, der ging an ein Theaterprojekt des DRK Offenbach, aber gemeinsam mit vier anderen Institutionen dürfen sich die Dreieicher zweiter Preisträger nennen. Eine Delegation um die städtische Integrationsbeauftragte Karin Scholl nahm jüngst den „Lohn“ für die Anstrengungen entgegen. Der besteht natürlich zuvorderst in ideeller Unterstützung, aber der zweite Platz ist auch mit 1 500 Euro dotiert. „Wir werden jetzt gemeinsam überlegen, was wir mit dem Geld machen“, sagt Scholl, die sich sehr über die Anerkennung freut.

Sozial- und Integrationsminister Klose zeigte sich angetan von der Resonanz auf die Ausschreibung und der Qualität der eingereichten Unterlagen. „Insgesamt sind 51 Bewerbungen mit außerordentlich spannenden Projekten eingegangen. Sie alle beweisen, dass Bürger aller Glaubensrichtungen und Weltanschauungen in Hessen einander kennenlernen, voneinander lernen und miteinander in den Dialog treten wollen“, sagte der Minister bei der Preisverleihung.

Das Forum der Religionsgemeinschaften wurde 2010 gegründet. Federführend ist das städtische Integrationsbüro. Die Mitglieder treffen sich drei- bis viermal im Jahr. Zum Forum gehören: katholische Gemeinden St. Laurentius und St. Marien, evangelische Versöhnungsgemeinde, Thailändische Buddhisten, Koreanische Buddhisten, Türkisch-Islamische Gemeinde, Muslimische Ahmadiyya-Gemeinde, Eritreisch-Orthodoxe Gemeinde, Neuapostolische Gemeinde, evangelisch-methodistische Gemeinde, Bahai-Gemeinde und die AG Christlicher Gemeinden. Die Beteiligten setzen sich unter anderem für das gleichberechtigte und friedliche Miteinander aller Dreieicher Religionsgemeinschaften ein, fördern das Kennenlernen, werben für die Anerkennung kultureller und religiöser Vielfalt, organisieren einen interreligiösen Dialog und gemeinsame Veranstaltungen wie das jährliche Friedensgebet.

„Die Arbeit des Forums ist von grundlegender Bedeutung für das Verständnis der Menschen untereinander. Religionen prägen das Wertegefühl der Menschen. Insoweit ist es wichtig, die Grundlagen der verschiedenen Glaubensgemeinschaften herauszuarbeiten, Verbindendes zu erkennen und Unterschiedlichkeiten zu akzeptieren“, sagt Karin Scholl. Minister Klose formuliert es so: „Gerade vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse kann man den interreligiösen Dialog und die Menschen, die ihn führen, nicht hoch genug wertschätzen. Sie ermöglichen durch die Begegnungen, auf die sie sich selbst einlassen oder die sie für andere organisieren, einen Perspektivwechsel, der gerade auch im religiösen Rahmen wichtig ist.“

Die Dreieicher teilen sich den zweiten Preis mit dem Rat der Religionen Frankfurt, dem Rat der Religionen Kreis Gießen, dem Runden Tisch der Religionen Fulda und dem Runden Tisch der Religionen Kassel.  

fm

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare