Von A wie Ausmisten bis Z wie Zinngießen

Mittelalterliche Ferien bei den Dreieichhörnchen 

+
Am und um den Küchentisch helfen alle mit. Diese zwei jungen Damen unterstützen Betreuerin Elisabeth Reuter beim Obstschnippeln.

Dreieich - Hinten in einer Ecke liegt der hölzerne Nachbau eines X-Wing-Starfighters – bekannt aus den „Star Wars“-Filmen. Ein paar Schritte weiter üben acht Mädchen und Jungen mit langen Pappschwertern eine Choreografie.

Man könnte meinen, bei den Herbstferienspielen der Dreieichhörnchen stehen die kultigen Science-Fiction-Filme samt ihrer Jedi-Ritter auf dem Programm. Weit gefehlt: Auf dem Areal der Kinder- und Jugendfarm am Reuterpfad drehte sich zwei Wochen alles um das Mittelalter. 112 Teilnehmer zwischen sechs und 13 Jahren verbrachten ihre Ferien bei den Dreieichhörnchen. „Wir haben Möbelbauer, einen Bauernhof, eine Feuergruppe, die dafür sorgt, dass die Flammen nicht ausgehen“, zählt Karin Johannsmann auf. Sie ist die Leiterin der Kinder- und Jugendfarm und dieser Tage eine von acht Betreuern. Im Moment liest sie der Bauerngruppe vor, die sich ansonsten um die Farmtiere kümmert – sprich: ihnen ihr Futter bringt, ausmistet, sie verwöhnt und Versuche unternimmt, die Hunde zu dressieren – oder auch die Hühner.

Bei den Zinngießern haben Sophia und Li ihren Spaß. Die beiden sind zehn Jahre alt und kreieren Schmuckstücke wie Anhänger für Ketten, Ringe, Glücksbringer oder Würfel. „Ich war schon öfter hier bei den Ferienspielen“, sagt Sophia, die aus Dietzenbach stammt. „Ich mag es, Zinn zu verarbeiten und zu beobachten, was daraus entsteht“, sagt sie. „Ich schenke meiner Mama den Ring, den ich gemacht habe“, sagt Li, die in der Erich-Kästner-Schule in die vierte Klasse geht.

Einige Meter weiter übt Christopher Rij mit den Kindern die Bewegungen ein, die einen guten Schau-Schwertkampf ausmachen. „Die Mädchen und Jungen sind voll bei der Sache und haben auch ihre Mäntel selbst genäht“, erzählt Rij, der bei den Dreieichhörnchen als Honorarkraft während der Herbstferien hilft. „Erst trainieren wir mit Papprollen die einzelnen Bewegungsabläufe ein“, schildert Rij. „Vielleicht kommen später irgendwann auch die Schaukampf-Schwerter dazu – die sind natürlich stumpf.“

Bergfest bei den Ferienspielen

Liliane gehört zu den Stammgästen bei den Ferienspielen – schon zum dritten Mal ist sie dabei. „Ich finde es sehr schön, dass wir an der frischen Luft spielen können“, meint die achtjährige Sprendlingerin. Ein richtiges „Farmkind“ ist darüber hinaus die zwölfjährige Lena: „Ich komme seit fünf Jahren jeden Tag hierher.“ Auch in den Ferien ist die Heinrich-Heine-Schülerin gerne bei den Dreieichhörnchen. „Es macht sehr viel Spaß, hier zu helfen“, wirft schließlich auch Benedikt ein. Er ist ebenfalls ein regelmäßiger Besucher am Reuterpfad. „Ich treffe hier immer meine Freunde“, sagt der 13-jährige Schüler der Ricarda-Huch-Schule. (es)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare