Mittelpunkt fürs Vereinsleben

Offenthaler OGV auf der Suche nach Standort für Backhaus fündig geworden

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So sieht der Entwurf des Backhauses aus, den das Architekturbüro Berghof und Haller angefertigt hat.

Der Obst- und Gartenbauverein Offenthal ist mit rund 270 Mitgliedern ein großer und überaus aktiver Verein.

Offenthal – Die Krönung des Apfelweinkönigs ist jedes Jahr ein beliebter Treffpunkt für die Offenthaler, beim Weihnachtsmarkt backen die Gartenbauer köstlichen Baumstriezel, sie keltern Ebbelwoi, brauen Bier, bieten Schnittkurse an, kooperieren mit der Grundschule, sind beim Gemaafest mit einem Stand vertreten. Kurzum: Der OGV ist aus dem Gemeindeleben nicht wegzudenken. Nun ist endlich der Bau eines Backhauses in greifbare Nähe gerückt.

Im 113. Jahr seines Bestehens fehlt dem Verein noch immer eine Heimstatt. Schon seit Jahren treibt Vorsitzender Matthias Würz mit seinen Vorstandskollegen den Traum von einem Backhaus als Mittelpunkt für das Vereinsleben an. Jetzt sieht es endlich so aus, als hätten Verein, Stadt und hoffentlich auch der Kreis als Genehmigungsbehörde einen Platz gefunden. Das Häuschen soll ein paar Meter entfernt vom Clubhaus des FCO und der Hubertus Schützen entstehen. Mit beiden Vereinen hat der OGV einen Konsens hinsichtlich des genauen Standorts erzielt. Die Wiese vor dem Gebäude bleibt weiterhin für die Nutzung von Festen oder Musikveranstaltungen nutzbar.

Obst- und Gartenbauverein.

Neben einem drei Meter tiefen Ofen soll das Backhaus ein bisschen Platz für den Vereinsbesitz und Raum für Geselligkeit bieten. „Ich wünsche uns schon sehr lange einen Ort, an dem wir regelmäßig zusammenkommen können. Monatliche Backtreffen sind ebenso eine Idee wie beispielsweise ein Spanferkelfest“, sagt Würz. Er möchte dabei die Offenthaler einbeziehen und auch Migranten ermuntern, sich zu beteiligen: „Vielleicht können wir internationale Backtage einlegen und nationaltypische Süßwaren backen“, so der Vorsitzende.

Der Offenthaler OGV ist kein gemeinnütziger Verein. In der jüngsten Jahreshauptversammlung haben sich die Mitglieder zwar für eine Satzungsänderung ausgesprochen, aber gegen die Gemeinnützigkeit. So kann der Verein keine Spendenquittungen ausstellen, muss aber auch nicht die Überschüsse aus den Festen direkt wieder investieren. Für die Gewinne fallen so lange keine Steuern an, so lange der Gewinn pro Jahr 5 000 Euro nicht übersteigt. „So können wir uns in Ruhe überlegen, wofür wir das Geld verwenden wollen“, kennt Würz als Steuerberater Vor- und Nachteile.

Architekten haben das Backhaus bereits geplant, die Kostenschätzung beläuft sich auf rund 100 000 Euro – ein Haufen Geld für den Verein. „Wir wollen natürlich so viel wie möglich selbst machen. Aber wir sind nun mal nicht mehr die Generation, die in der Lage ist, selbst ein Haus zu mauern. Das sind die Dinge, die wir auf jeden Fall beauftragen müssen“, so Würz. Er ist aber überzeugt, dass der Verein die Summe stemmen kann, auch durch Fördergelder und notfalls ein Darlehen.

Jetzt brauchen die Obst- und Gartenbauer aber erst einmal die Baugenehmigung für das Grundstück an der Sandkaut. Eine Bauvoranfrage wurde von der Stadt positiv beschieden, sodass die Aktiven in gemeinsamer Arbeit das Grundstück schon gerodet haben. „Die Unterlagen für den Bauantrag haben wir zusammen, jetzt brauchen wir einen Termin für ein Sondierungsgespräch beim Kreisbauamt“, kündigt Würz an. Er geht nicht davon aus, dass die Bauarbeiten für das Backhaus noch in diesem Jahr starte, aber der Vorsitzende hofft, dass die Bodenplatte noch gegossen werden kann, um im nächsten Frühjahr dann den Traum vom Backhaus verwirklichen zu können.

 

VON NICOLE JOST

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