Wanderausstellung „100 Jahre Strom“ 

Als die Moderne in die Region kam

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Anhand von Infotafeln und Exponaten erfahren die Besucher, wie der Strom vor 100 Jahren in die Region und damit auch in die Vorgängerkommunen von Dreieich kam. 

Auf ihrer Tour durch Stadt und Kreis Offenbach macht die Wanderausstellung „100 Jahre Strom“ aktuell Station im Foyer des Dreieicher Rathauses.

Dreieich – In Kooperation mit der Stadt und den örtlichen Stadtwerken zeigt die Ausstellung der Energieversorgung Offenbach AG (EVO) anhand von Infotafeln und Exponaten, wie vor rund 100 Jahren von Offenbach aus die Elektrifizierung des Lebens im Landkreis begann. Denn Anfang des 20. Jahrhunderts war es das Überlandwerk Offenbach, das in Stadt und Kreis die ersten Stromleitungen verlegte und so die elektrisch betriebene Moderne in der Region und somit auch im heutigen Dreieich auf den Weg gebracht hat. „Wir freuen uns, ein Stück regionaler Zeitgeschichte bei uns zeigen zu können“, betont Bürgermeister Martin Burlon.

Die Besucher erfahren beispielsweise, dass in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg das Überlandwerk am Offenbacher Nordring gewissermaßen die Wiege der regionalen Stromversorgung war; genau dort, wo auch heute noch die EVO ihren Sitz hat. Bereits 1913 sprachen sich die Gemeinden Dreieichenhain, Sprendlingen und Offenthal für einen Stromanschluss aus, doch es sollten noch einige Jahre und öffentliche Debatten folgen, bis es tatsächlich so weit war: „Der Weg in die Moderne dauerte in Sprendlingen letztlich bis 1925. Dann erleuchteten die ersten elektrischen Lichter die Häuser und Straßen der Gemeinde“, weiß EVO-Technikvorstand Günther Weiß. Seitdem arbeiten die Vorgängerkommunen und später die Stadt Dreieich bei der Etablierung und dem Ausbau des Stromnetzes eng mit Offenbach zusammen. „Eine bis heute bewährte Partnerschaft, die vor 100 Jahren ihren Anfang nahm“, urteilt Stadtwerkechef Steffen Arta.

Diese Zusammenarbeit soll auf weiteren Feldern ausgebaut werden. „Aktuell kooperieren wir mit der EVO zum Beispiel in Sachen Bildungspartnerschaft. Gemeinsam mit dem Schulamt wollen wir dabei Kinder an Grundschulen über den Klimawandel und seine Folgen aufklären“, führt Arta aus. Bei der Bildungspartnerschaft beantworten Experten die Fragen von Schülern zur regenerativen Energieversorgung, zum Treibhauseffekt, zum Energiesparen und zur Müllvermeidung. Mit den Lehrern gestalten die Energieberater Schulstunden oder steuern Beiträge für Projektwochen bei. „Das geschieht auf spielerische und anschauliche Art“, ergänzt Weiß. „Wir liefern dabei die Fakten für die junge Friday-for-Future-Generation. Denn mit dem Klimaschutz kann man gar nicht früh genug anfangen.“

Nach Auffassung von Arta setzt die heutige Jugend unverkennbare Zeichen bei dem für sie wichtigsten Zukunftsprojekt: der Bekämpfung der durch den Mensch verursachten Klimafolgen. Gerade beim Thema Klimaschutz könne der Energieversorger gemeinsam mit den Schülern im Rahmen der Bildungspartnerschaft viel bewirken. „Lokal, vor Ort, zum Anfassen!“, betont Arta.

Die EVO bietet für die weiterführenden Schulen zudem Führungen durch ihr Müllheizkraftwerk an und öffnet ihre Lehrwerkstatt, in der sie ihre Ausbildungsberufe dem Nachwuchs präsentiert. Die Stadtwerke Dreieich ergänzen dieses Angebot mit Führungen durch Hessens größten Solarpark und das Wasserwerk.

Die Wanderausstellung war zuvor in Offenbach, Seligenstadt, Mainhausen, Langen, Rodgau und Neu-Isenburg zu sehen. In Dreieich kann sie bis zum 4. November zu den Öffnungszeiten des Rathauses montags, donnerstags und freitags von 8 bis 12 Uhr sowie dienstags von 8 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr besucht werden. Mittwochs hat das Rathaus von 14 bis 19 Uhr geöffnet sowie an jedem ersten und dritten Samstag im Monat von 8.30 bis 12 Uhr. 

hok

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