Gebührenmarke adé

Mülltonnen in Dreieich künftig mit Chip gekennzeichnet

Dreieich geht bei der Müllentsorgung bald neue Wege.
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Dreieich geht bei der Müllentsorgung bald neue Wege.

Das Abfallsystem in Dreieich wird umgestellt. Damit verbunden ist der Abschied von der alten Gebührenmarke. An deren Stelle wird nun ein moderner Chip treten.

  • Chips sollen Erfassung von Mülltonnen in Dreieich vereinfachen
  • Illegale Entsorgung von Müll soll schwerer werden
  • Abfallsystem von Dreieich soll effizienter arbeiten

Dreieich – Mülltonnen müssen angemeldet werden, damit sie geleert werden können und Nutzern das gesamte Leistungsangebot der Dreieicher Abfallwirtschaft zur Verfügung steht. Die Kennzeichnung fand in der Vergangenheit in den Stadtteilen mittels einer Gebührenmarke statt, die auf die Mülltonne geklebt wurde.

Altes Abfallsystem in Dreieich mit Mängeln

Doch dieses System war mit Mängeln behaftet – beispielsweise durch abgelöste Marken. Deshalb hat sich der Dienstleistungsbetrieb Dreieich und Neu-Isenburg für eine zeitgemäße Kennzeichnung entschieden. In Neu-Isenburg wird das System bereits seit mehr als fünf Jahren erfolgreich eingesetzt. „Die seit Jahrzehnten in Dreieich eingesetzten Müllmarken wird es nicht mehr geben“, betont DLB-Chefin Petra Klink.

Mülltonnen in Dreieich erhalten Chips

Kernpunkt des neuen Systems ist ein kleiner, runder Chip, der in einem sogenannten „Chipnest“ direkt an die Mülltonne angebracht wird. Die auf dem Chip gespeicherte Nummer ersetzt die Nummer auf den alten Müllmarken. Weiterhin werden alle Restmülltonnen mit einem Adressaufkleber ausgestattet, der als Zuordnung des Behälters zum Grundstück dient. Dort werden Behälternummer, Straße, Hausnummer, Gefäßgröße und Abfallart festgehalten. Der DLB weist darauf hin, dass personenbezogene Daten nicht erfasst werden.

Zum Prozedere: Das Auslesen des Chips geschieht direkt am Müllfahrzeug. Bevor ein Behälter entleert wird, erfolgt ein Abgleich mit dem Bordcomputer des Müllwagens. Dabei wird überprüft, ob der Behälter angemeldet ist und ob der Standort korrekt ist. Wenn beides übereinstimmt, kann der Behälter geleert werden. Somit wird erreicht, dass nur angemeldete Mülltonnen geleert werden.

Dreieich: Illegale Entsorgung von Müll soll erschwert werden

Die Information, wann welche Tonne wo geleert wurde, wird in einer Datenbank gespeichert. So kann sichergestellt werden, dass keine bereits geleerte Tonne in der gleichen Woche an einem anderen Standort nochmals geleert wird. Die illegale Entsorgung von Abfällen wird somit deutlich erschwert, hofft das Versorgungsunternehmen. Auch ließen sich zukünftig Missverständnisse vermeiden, ob eine Tonne geleert wurde oder nicht.

Eine Ausstattung und Anwendung des Chipsystems ist nur mit Behältern, die der geltenden EU-Norm entsprechen, möglich. Es handelt sich hierbei um Kunststofftonnen auf zwei Rädern mit den Größen 40, 60, 80, 120 und 240 Liter und Kunststoffbehältern auf vier Rädern mit 770 und 1 100 Litern. Aus technischen Gründen werden alte Ringgefäße und Metallbehälter nicht auf das neue System umgestellt.

Neues Abfallsystem in Dreieich soll effizienter sein

„Das neue Abfallsystem wird erfahrungsgemäß die Effizienz und die Gebührengerechtigkeit bei der Abfallentsorgung in Dreieich steigern“, ist sich Klink sicher. Sie betont, dass kein neues Gebührensystem entsteht, keine Verwiegung erfolgt und die Gefäße im gewohnten Rhythmus geleert werden. Nur das Abfallgefäß erhält statt einer Markennummer zukünftig eine elektronische Nummer.

Dicke Luft in Dreieich bei Offenbach: Bewohner regen sich über illegal entsorgten Sperrmüll auf. Auch Sondermüll landet da, wo er nicht hingehört. Das Problem ist nicht neu.

VON HOLGER KLEMM

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