„Nacht der Wunder“

Artistik, Zauberei und Comedy

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Nicht gerade bequem ist diese Art des Zeitungslesens: Herr Benedikt bei seinem Auftritt.

Dreieich - Wer kennt sie nicht, die viel bestaunten Zauberer, die einen Hasen aus dem Hut oder eine weiße Taube aus dem Ärmel holen können. Doch auch solche Künstler fallen nicht einfach vom Himmel, auch sie müssen ihr Handwerk erlernen. Von Leo F. Postl

Ganz „verzaubert“ war am Wochenende das Bürgerhaus Sprendlingen, denn dort hatten sich die besten Magier als auch „Zauberlehrlinge“ aus dem ganzen Land getroffen.

Einerseits suchten sie die Teilnehmer für die Deutsche Meisterschaft, andererseits boten sie Workshops, um ihre Kunst der Illusion zu vermitteln. Ausgerichtet wurde das „zauberhafte Wochenende“ vom Magischen Zirkel Frankfurt. „Dass wir gerade hier in Dreieich sind, liegt an der sehr kooperativen Mannschaft der Bürgerhäuser“, lobte Manfred Geiß vom Vorstand des Ortszirkels Frankfurt das Team um Benjamin Halberstadt.

Das „Ei-Ei“: also das perfektionierte iPhone

Im Rahmen der „Nacht der Wunder“ boten am Samstagabend ausgewählte Bühnenkünstler aus den Genres Artistik, Zauberei und Comedy ein wahres Feuerwerk der Illusion, aber auch des perfekten Könnens. Moderator Thomas Fraps, selbst ein Profizauberkünstler, führte die begeisterten Zuschauer nicht nur durch das Programm, sondern überraschte selbst mit perfekten Kunststückchen. Da war das „Ei-Ei“, also das perfektionierte iPhone, aus dem jede gewünschte Melodie erklang. Umso überraschter war jene Dame, der Fraps das Ei in ein Glas schlug und zum Verzehr mitgab.

Zauberkunst in Sprendlingen

Beim Magier-Wettbewerb „Tour de Chance" im Bürgerhaus in Sprendlingen hatten 70 Teilnehmer das Ziel, sich für die Deutsche Meisterschaft der Zauberkunst zu qualifizieren.

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Wie perfekt auch schon junge Künstler ihr Handwerk beherrschen, bewiesen Tigran & Sos Petrosyan. Die Elf- und 14-jährigen Geschwister aus einer russischen Artistendynastie überraschten mit perfektem Zuspiel und Wegzaubern von Tischtennisbällen sowie Spielkarten, die sie später mit einem wahren Feuerwerk rücklings in das Publikum feuerten.

Zeitunglesen mit dem Kopf in der Schlinge

Nicht nur die aus dem Publikum per Zufall ermittelten Helfer Claudia, Steffen und Lorenz dürften über die Künste von „Monsieur Brezelberger“, einem verkappten Franzosen, überrascht gewesen sein. So durfte das Helfer-Trio nicht nur bestimmen, welches der vier Päckchen auf welchen Stuhl kam, sie durften danach auch noch völlig frei die zuvor gezogenen Karten als auch die Päckchen tauschen. Dennoch war am Ende zu jedem Spruch auf der Karte der passende Gegenstand im Päckchen. „Wahrlich unfasslich“ wie es der Bresselberschee (Monsieur Brezelberger) selbst sah.

Dann war da noch „Herr Benedikt“, dieser kam mit einem Köfferchen zum Bahnsteig und sah ein Band herabhängen – ergriff dieses und es begann eine traumhafte Luftreise. Der Künstler schraubte sich mit eigener Kraft an den Bändern nach oben, ließ sich wieder abseilen und las sogar, mit dem Kopf in der Schlinge, ganz bequem eine Zeitung. Das will wahrlich gekonnt sein.

Chaostruppe „Magic Monday“mit bester Performance

Die beste Performance des Abends dürfte jedoch die Chaostruppe „Magic Monday“ geboten haben. Da präsentierte Lkw-Fahrer Hermann seine neueste Erwerbung: eine Jungfrauzersägekiste. Er würde sich ja gerne noch eine kaufen, wenn denn nur der Einstieg nicht so unmöglich wäre. Dies wollte er den Zuschauern demonstrieren und war nach einigem Hin- und Herzwängen plötzlich drin. Aber da waren ja auch schon seine Chaos-Kumpane und verschlossen den Kasten. Jetzt wollten sie ausprobieren, ob der Trick funktioniert – und schon wurden breite Schneidemesser hinein geschoben und gar noch der Kasten in sich verschoben. Der arme Tropf konnte nur noch jammern, aber kam dennoch wieder unversehrt heraus. „In dieser Nummer war wirklich alles drin, von Zauberei über Comedy bis zur Artistik“, war Astrid Gloria, selbst Zauberin, ganz begeistert.

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