Abgespeckte Planung konzentriert sich auf den Bereich um die Kirche

Nächster Anlauf für alte Ortsmitte

Der Entwurf orientiert sich in weiten Teilen an den Vorgaben aus der Planungswerkstatt. Bürgermeister Martin Burlon Die Kirchgasse in Rot, ein Aufenthaltsort anstelle der früheren Milchküche und 70 Meter der Ortsdurchfahrt grau gepflastert – das ist der Kern der abgespeckten Planung.

Dreieich – Besser den Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach – die abgespeckte Variante für den Umbau der alten Ortsmitte liegt vor. Die Planung konzentriert sich, wie von den Stadtverordneten vorgegeben, auf den Bereich um die Kirche. VON FRANK MAHN

Auch wenn jetzt alles eine Nummer kleiner ausfällt, ist Bürgermeister Martin Burlon überzeugt, dass Offenthal dadurch eine deutliche Aufwertung erfährt.

Die einstmals angepeilte große Lösung für die Ortsdurchfahrt blieb aus finanziellen Gründen auf der Strecke. Zur Erinnerung: Der Magistrat hatte die Ausschreibung aufgehoben, weil die einzigen beiden Angebote weit über dem Budget von 1,175 Millionen Euro lagen. Ähnlich verhält es sich mit den drei Ortseingängen, deren Umgestaltung in ganz weite Ferne gerückt ist.

Gestern stellte Rathauschef Burlon die von einem Ingenieurbüro überarbeiteten Pläne für den Umbau „light“ vor. Die Kirchgasse soll rot gepflastert und als verkehrsberuhigter Bereich (Spielstraße) ausgewiesen werden. Der ehemaligen Milchküche schlägt das letzte Stündlein, die durch den Abriss frei werdende Fläche kann für kleinere Veranstaltungen und zur Erweiterung von Weihnachtsmarkt und Gemaafest dienen. Außerdem entstehen zwei Parkplätze, während die Kirchgasse selbst frei von Parkplätzen bleibt.

So weit, so bekannt. Deutlich eingedampft haben die Planer den Abschnitt von Mainzer- und Dieburger Straße, für den eine bodengleiche Pflasterung in Grau vorgesehen ist. Die Länge reduziert sich von ursprünglich angedachten 285 auf knapp 70 Meter. Denkbar sei, dass dieses Stück mit den drei ausgewiesenen Parkplätzen auch als Spielstraße deklariert wird, so Burlon. In der Dieburger Straße ist kurz vor der Einmündung in die Weiherstraße eine barrierefreie Querungshilfe für Fußgänger vorgesehen.

Auch weiter westlich soll es Veränderungen geben. Die Kreuzung von Mainzer Straße, Borngartenstraße und Rückertsweg wollen die Planer erneuern und aufwerten. Dafür soll die vorhandene Fußgängerampel sowohl für seh- als auch für mobilitätsbehinderte Menschen barrierefrei ausgebaut werden. Saniert werden soll auch die Borngartenstraße bis zum Fritzenwiesengraben, der Belag dort ist in schlechtem Zustand. Schließlich sollen noch alle weiteren Straßeneinmündungen auf der Südseite der Mainzer Straße künftig das Prädikat barrierefrei tragen dürfen.

Auf eine Informationsveranstaltung will der Magistrat verzichten, „weil der Entwurf sich in weiten Teilen an den Vorgaben aus der Planungswerkstatt orientiert“, meint Martin Burlon. Im nächsten Schritt will die Stadtregierung den Offenthalern, die sich eben dort eingebracht haben, das modifizierte Konzept zukommen lassen. Rückmeldungen per E-Mail an sabine.kremling@dreieich.de, z 06103 601-432, sind bis 31. Oktober möglich. Natürlich kann sich auch jeder andere Dreieicher Bürger zu Wort melden. Nach der Auswertung will der Magistrat die Ausschreibung auf den Weg bringen. Das beauftragte Büro schätzt die Kosten für die Umsetzung auf 850 000 Euro.

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