Mehr als 100 Schwarz-Weiß-Cartoons von Til Mette

Nächster Glücksfall fürs Museum

Dreieich - Große Ehre für ein kleines Haus: Im Dreieich-Museum wird morgen eine Ausstellung mit Cartoons von Til Mette eröffnet. Der gebürtige Bielefelder gehört in seiner Branche zur Crème de la Crème.

Museumsleiterin Corinna Molitor hat offenbar beste Kontakte in die Szene. Vor zwei Jahren beglückte sie die Besucher des Museums im Dreieichenhainer Burggarten mit Cartoons von Gerhard Glück. Jetzt hat Molitor für Freunde subtilen Humors den nächsten Coup gelandet. Die Schau „Cartoons für die moralische Elite mit Bildung, Geld und gutem Geschmack“ wird morgen um 11 Uhr eröffnet. Bis zum 14. Oktober sind mehr als 100 Werke des Zeichners zu sehen.

Gotthard-Tilmann Mette, kurz Til Mette, wurde 1956 in Bielefeld geboren. Von 1980 bis 1985 studierte er Geschichte und Kunst in Bremen. Nach 15 Jahren in den USA kehrte er schließlich mit seiner Frau und den zwei Töchtern nach Hamburg zurück, wo er bis heute wohnt und arbeitet. Es soll „Stern“-Leser geben, die das Magazin vor allem auch wegen ihm kaufen. Denn seit 1995 bestückt Mette wöchentlich eine Seite der Zeitschrift. In seinem Hamburger Atelier widmet Mette sich zudem leidenschaftlich der Malerei und entwirft großformatige Bilder für Kunstsammler und Ausstellungen.

In seinen Schwarz-Weiß-Zeichnungen entlarvt er Alltagssituationen aus Gesellschaft und Politik, garniert mit einer besonderen Sprachkomik. Mit feiner Ironie bringt Mette seine Leserschaft dazu, über sich selbst zu lachen, wenn er ihnen den Spiegel vorhält. Der Künstler ist mit dem Deutschen Karikaturenpreis in Bronze (2003) und in Gold (2009) sowie dem Deutschen Cartoonpreis (2013) ausgezeichnet worden.

Das Museum ist samstags von 14 bis 18 und sonntags von 11 bis 18 Uhr offen. Die Ausstellung bereichert zudem die Burgfestspiele, das Museum macht immer eine Stunde vor Vorstellungsbeginn auf. Der Eintritt ist frei. „Eine Spende nehmen wir gerne“, sagt Molitor. (fm)

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