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Nahversorgung Offenthal: SPD, CDU und Grüne vereinen Pläne in gemeinsamem Antrag

Ungewöhnliche Sitzung: Die Stadtverordnetenversammlung tagte mit Abstand im Veranstaltungsraum Area3. Foto: jost
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Ungewöhnliche Sitzung: Die Stadtverordnetenversammlung tagte mit Abstand im Veranstaltungsraum Area3.

Sah es in der vergangenen Woche noch so aus, als gebe es zur Zukunft der Offenthaler Nahversorgung keine einvernehmliche Meinung der Parteien, hat das Stadtparlament jetzt doch einstimmig einen Auftrag an die Verwaltung erteilt.

Dreieich - CDU und SPD haben sich in der vergangenen Woche deutlich positioniert: Sie wollen keinesfalls, dass Offenthal von der Nahversorgung abgehängt wird, wenn Rewe eines Tages entscheidet, dass der kleine Markt in der Borngartenstraße nicht mehr wirtschaftlich ist. Aus diesem Grund, so SPD-Fraktionsmitglied Maik Zimmer, werden seine Fraktion und die CDU keine Zeit mehr verlieren, die Vorbereitungen zu treffen, dass als zweite Option am Ortseingang neben dem Autohaus Milzetti ein neuer Markt entstehen kann. „Wir würden uns auch den Erhalt eines Marktes in der Borngartenstraße wünschen. Aber es gab Anfang des Jahres Gespräche mit den Einzelhandelsunternehmen. Danach sind wir sehr skeptisch, dass es noch eine Lösung für die Mitte von Offenthal gibt. Es sieht so aus, als ob wir dafür keinen Betreiber mehr finden“, sagt Zimmer.

Deswegen sei es so wichtig, jetzt Grundlagen für eine Alternative außerhalb des Ortes zu schaffen. Denn die Planung, die Änderung von Flächennutzungsplänen und der Bau eines neuen Marktes brauche Zeit. „Und wir wollen auf keinen Fall riskieren, dass wir jetzt viel Zeit in die Mitte investieren, und Offenthal plötzlich ganz ohne Einkaufsmöglichkeit dasteht“, betont der Sozialdemokrat.

Im Antrag ist eine Verkaufsfläche von rund 1200 Quadratmetern festgeschrieben, direkt an der Straße Am Stadtgässchen, und der Wunsch, dass der Magistrat alle Schritte einleitet, bis 2022 Baurecht zu schaffen. Er soll auch die Einrichtung einer Bushaltestelle prüfen und, ob die Ansiedlung von Logistikgewerbe am Standort ausgeschlossen werden kann.

Die Grünen konnten in den Ursprungsantrag von CDU und SPD ihr Anliegen, die Borngartenstraße nicht aus dem Fokus zu verlieren, integrieren. Fraktionssprecher Roland Kreyscher will nichts unversucht lassen, dass alle Potenziale des Areals, auf dem heute Rewe beheimatet ist, ausgeschöpft werden. „Wir müssen jemanden finden, der in diesen Standort investiert, ähnlich des Konzepts der Neuen Mitte in Sprendlingen – natürlich viel kleiner“, erklärt Kreyscher. Fraktionskollegen führen die Lösung mit Wohnen und Handel, die ihnen vorschwebt, aus. „Das muss natürlich vollkommen neu gedacht und geplant werden“, so Patrick Xylander. Heidi Soboll ergänzt, das Land bemühe sich derzeit, Ortsmitten zu stärken. Für Offenthal wäre es ein herber Verlust, den einzigen Treffpunkt des Stadtteils zu verlieren.

Bürgermeister Martin Burlon erinnert, dass sich in der Vergangenheit alle weitgehend einig waren, dass die Nahversorgung in der Ortsmitte Priorität habe. „Aber das sieht derzeit sehr schwierig aus“, sagt Burlon ohne viel Optimismus für eine innerörtliche Lösung. Es sei eine entscheidende Weichenstellung, den Schwerpunkt Richtung Ortsrand zu verlagern. „Aber die Intention ist klar: Die Mitte von Offenthal bleibt im Blick, wir werden ihre Bedeutung dokumentieren“, sichert der Rathauschef zu. Der Antrag von SPD und CDU mit dem Änderungswunsch der Grünen wird im Haupt- und Finanzausschuss einstimmig ins Stadtparlament gegeben und dort ohne Diskussion einstimmig beschlossen.

Von Nicole Jost

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