Neue Altstadt als Herzenswunsch

Ausflug nach Frankfurt steht bei vielen Bewohnern von Seniorenheimen oben auf der Liste

Klaus-Detlef Pohl, Bewohner des Kursana Domizils, gerät ins Schwärmen, wenn er an einen Ausflug im Sommer denkt.
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Klaus-Detlef Pohl, Bewohner des Kursana Domizils, gerät ins Schwärmen, wenn er an einen Ausflug im Sommer denkt.

Senioren Freude schenken – dieses Ziel verfolgen die Bürgerstiftung Dreieich und unsere Zeitung mit der Spendenaktion „Wünsch Dir was!“. Klaus-Detlef Pohl, Bewohner des Kursana Domizils, gerät ins Schwärmen, wenn er an einen Ausflug im Sommer denkt.

Dreieich – Er gehörte zu den Senioren, die bei der Flughafen-Rundfahrt hinter die Kulissen des Frankfurter Drehkreuzes blicken durften. „Ich war 30 Jahre lang Mitarbeiter der Lufthansa, zuletzt Schichtleiter bei der LSG im Catering – trotzdem habe ich was gelernt, das war so spannend“, erzählt der 70-Jährige begeistert.

Nach einem schweren Herzinfarkt lebt der gebürtige Flensburger, der im Alter von wenigen Monaten ins Rhein-Main-Gebiet kam, seit etwa einem Jahr im Kursana. Die Bewohner des Pflegeheims profitieren, wie die Bewohner des Ulmenhofs, von der vorweihnachtlichen Aktion. Mit Ihrer Spendenbereitschaft ermöglichen Sie, liebe Leser, älteren Menschen, die alleine keine Ausflüge mehr unternehmen können, ein paar schöne Stunden.

„Für das kommende Jahr freue ich mich sehr auf die neue Altstadt in Frankfurt. Ich kenne das Areal sehr gut, habe es aber umgebaut noch nicht gesehen“, erzählt Pohl. In Neu-Isenburg aufgewachsen, zieht er als junger Mann nach Frankfurt und verlässt die Mainmetropole erst mit dem Umzug ins Kursana wieder. „Ich bin ein Frankfurter Bub“, betont Pohl. „Ich liebe diese Stadt, sie lebt und pulsiert.“ Natürlich sind es vor allem die Erinnerungen an seine jungen Jahre, die seine Augen glänzen lassen. „Ich mochte Sachsenhausen immer besonders. Das war wie ein Dorf. Einfach sehr gemütlich, um abends um die Häuser zu ziehen. Ich habe unterwegs immer Freunde getroffen“, erinnert er sich.

Auch der Römer hat einen besonderen Platz in seinem Herzen: „Dort habe ich meine Frau Martina geheiratet. Deswegen möchte ich so gerne sehen, wie das Altstadt-Areal jetzt aussieht. Außerdem gab es dort früher einen sehr guten Eissalon – vielleicht ist der ja auch noch da“, sagt der Frankfurter und schmunzelt. Mit seiner Familie lebte er im Ostend – in der Rückertstraße, dort wo heute die Europäische Zentralbank steht. „Als es dort noch die Markthalle gab, hatten wir immer günstig Obst und Gemüse. Viele Nachbarn arbeiteten dort und für zwei Bier wurden wir mit Lebensmitteln versorgt“, berichtet Pohl augenzwinkernd. Die EZB-Eröffnung vor seiner Haustür hat er hingegen in schlechter Erinnerung: „Polizeiwagen brannten und die Chaoten haben unsere Mülltonnen auf den Straßen ausgekippt.“

Seine Verbundenheit zu Frankfurt äußert sich auch in seiner Fußballleidenschaft: „Natürlich bin ich Fan der Eintracht und hatte viele Jahre eine Dauerkarte“, erzählt Pohl. Auch heute noch hat er die Kicker fest im Blick.

In das Heim in der Eisenbahnstraße zu ziehen war allein seine Entscheidung: „Ich bin hier gut aufgehoben und fühle mich wohl. Dreieich ist ja auch ein schönes Städtchen, wenn auch ein bisschen ruhiger als mein Frankfurt“, sagt Pohl. Die Entscheidung, im Heim zu leben, hat er aus Überzeugung getroffen – er wollte mit dem Umzug seine Frau entlasten: „Sie hatte drei schwere Jahre, als ich im Krankenhaus und in der Reha war. Sie geht auch noch arbeiten. Am Wochenende kommt sie mich besuchen und wir machen uns eine schöne Zeit“, ist Pohl zufrieden mit dieser Lösung.

Nach Frankfurt mit dem Bus traut er sich derzeit alleine nicht. „Aus diesem Grund würde ich mich umso mehr freuen, wenn das mit dem Ausflug in die neue Altstadt klappen würde“, hofft Klaus-Detlef Pohl, dass die Spendenaktion von Bürgerstiftung und Heimatzeitung wieder ein voller Erfolg wird. Das hoffen mit ihm viele andere Senioren. Bei vielen Bewohnern der beiden Heime steht Frankfurt ganz oben auf der Liste. Die Wünsche können freilich nur in die Tat umgesetzt werden, wenn sich viele Bürger für die Sache begeistern und sie mit Spenden unterstützen. Das Konto der Bürgerstiftung bei der Volksbank Dreieich hat die IBAN DE28 5059 2200 000 5059321; bitte den Hinweis „Wünsch Dir was!“ nicht vergessen. Jeder Spender bekommt eine Spendenquittung ausgestellt, deshalb: Adresse angeben.

VON NICOLE JOST

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