Gespräch mit Hans Strothoff

Neue Idee für Internationale Schule?

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Hinter der neuen Firmenzentrale der MHK-Group an der Robert-Bosch-Straße ist ein imposanter Park entstanden. Links ist das Veranstaltungszentrum area3 zu sehen. 

Dreieich - Gerüchte in dieser Richtung gab es bereits, nun schien es eine Bestätigung zu geben. Von Holger Klemm 

Im Gespräch mit Journalisten sprach Landrat Oliver Quilling davon, dass Hans Strothoff in Erwägung zieht, seine Internationale Schule in Nachbarschaft seines neuen Firmensitzes zu bauen. Doch die MHK-Gruppe sprach gestern von Missverständnissen.
Es war der große Aufreger im Sommer 2017. Im Bereich der Lettkaut sollte nicht nur die deutsch-chinesische Fußballakademie von Eintracht Frankfurt und Hans Nolte, sondern auch der Neubau der Strothoff International School entstehen. Das bisherige Gebäude am Haus des lebenslangen Lernens platzt aus allen Nähten. Doch dafür hätte ein Großteil der Kleingärten in der Lettkaut verschwinden müssen. Das führte zu heftigen Diskussionen und einem gescheiterten Bürgerbegehren.

Wie bereits vor einigen Wochen berichtet, gibt es Gerüchte über einen Neubau der Schule nahe der neuen MHK-Europazentrale in der Robert-Bosch-Straße. Dem gab nun Landrat Oliver Quilling neue Nahrung. Er spricht am Dienstagabend auf Gut Neuhof von einer neuen Idee, die ihm Hans Strothoff bei einem Gespräch vorgestellt habe. Demnach könnte die Strothoff International School am neuen Firmenstandort entstehen. Dazu würden gerade Grundstücke aufgekauft. Es gehe um ein Areal hinter dem geplanten Hotel am Ende des Parks. Quilling wäre bereit, Strothoff vorzeitig aus dem gerade per Option um zehn Jahre verlängerten Mietvertrag am jetzigen Standort zu entlassen, „bei weiter steigenden Schülerzahlen haben wir Verwendung für die Räumlichkeiten“.

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Hans Strothoff befindet sich aktuell im Urlaub. Für ihn hat die MHK-Group gestern in einer Stellungnahme von Missverständnissen gesprochen, „denen wir klar und deutlich entgegentreten wollen“. Richtig sei, den Mietvertrag für die Strothoff International School an der Frankfurter Straße 160-166 um zehn Jahre verlängert zu haben. „Gleichzeitig prüfen wir Baumaßnahmen im bestehenden Gebäude, um die starke Nachfrage nach neuen Schulplätzen am bisherigen Standort befriedigen zu können.“

Richtig sei auch, dass die MHK-Group ein Grundstück neben der neuen Unternehmenszentrale gekauft habe. „Wir ziehen einen Hotelneubau in Erwägung, der sich perfekt mit unserem Veranstaltungszentrum area3 ergänzt.“ Leider sei das Interesse an den Grundstücken, die an die Europazentrale anschließen, missinterpretiert worden. „Daher müssen wir den gestern getätigten Aussagen widersprechen“, heißt es in der Stellungnahme. Nach dem Umzug in die neuen Räume soll es eine Pressekonferenz zu den Zukunftsplänen geben. Auf Nachfrage, wie es um die Pläne mit der Lettkaut stehe, betonte Kirk Mangels für die MHK-Group, dass es dazu keine Neuigkeiten gebe.

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Landrat Oliver Quilling betont gestern, dass er keine Missverständnisse sehe. Es habe schon eine Reihe von Ideen zum Neubau der Internationalen Schule gegeben. Dazu habe auch das ehemalige Schwesternwohnheim in Langen gehört. Strothoff habe im Gespräch mit ihm von der Möglichkeit eines Neubaus auf dem Firmengelände gesprochen.

Überrascht zeigt sich der Landrat über den Hinweis auf die Prüfung von Baumaßnahmen im bestehenden Gebäude. Dazu habe es intensive Gespräche mit dem Kreis gegeben, bis 2017 der Faden gerissen sei. Danach sei es nur noch um die Lettkaut gegangen. Quilling selbst sieht Erweiterungsmöglichkeiten am HLL sehr skeptisch.

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Nach Angaben des Ersten Stadtrats Martin Burlon gibt es bislang keinen Hinweis, dass die Lettkaut als Standort für einen Neubau der Internationalen Schule nicht mehr aktuell sei. Die Stadt habe zwar von dem Grundstückskauf am Firmengelände an der Robert-Bosch-Straße gehört. In der Stellungnahme der MHK-Group sei betont worden, dass dieser für ein Hotel gedacht sei. Wenn Strothoff ein anderes Grundstück für die Internationale Schule finden sollte, werde das von der Verwaltung entsprechend geprüft und auch positiv begleitet.

Burlon erinnert daran, dass es immer das Ziel gewesen sei, die Internationale Schule in der Stadt zu halten: „Es ist aber sehr schwer gewesen, ein geeignetes Grundstück zu finden“, berichtet er. Eine Erweiterung des bestehenden Gebäudes sei nicht möglich. Deshalb sei die Lettkaut mit dem Sport- und Bildungscampus ins Gespräch gekommen.

Solange es von der MHK-Group keine Hinweise auf eine neue Situation oder ein neues Grundstück für die Internationale Schule gebe, werde von der Stadt weiter am Bebauungsplan für den Standort Lettkaut gearbeitet.

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