Erst einmal die Verkehrsprobleme lösen

Neue Mitte: Altstadtbewohner wollen Verschiebung

Sprendlingen - Der Bebauungsplan zur Neuen Mitte in der Hauptstraße in Sprendlingen dürfte bei der heutigen Sitzung der Stadtverordneten eine große Mehrheit finden.

Und doch gibt es weiter etliche Gegner des Projekts, wie das Beispiel einer Gruppe von Altstadtbewohnern um Gerd Bastuck zeigt. Die hat ihre Argumente zusammengefasst. Im Mittelpunkt steht die Forderung, vor einem Beschluss erst einmal die Verkehrsprobleme zu lösen. Und diese seien schon jetzt durch den Verkehr aus dem Heckenborn erheblich. Der werde zurzeit provisorisch durch die Wohngebiete geführt, was mit einem Verlust an Lebensqualität für die Anwohner verbunden sei. Die Ampel am Alten Rathaus führe zu erheblichen Rückstaus und einer Steigerung der Abgase. „Vitale Interessen der Altstadtbewohner werden politisch nicht wahrgenommen“, kritisiert Bastuck.

Im Baugebiet Heckenborn würden wichtige, infrastrukturelle Maßnahmen fehlen. Dazu zähle die Anbindung an das übergeordnete Straßennetz. Eine akzeptable Lösung mache den Neubau von Straßen erforderlich, meint Bastuck. Zudem habe der Heckenborn bei Ostwind die Innenstadt Sprendlingens mit Frischluft versorgt. Das sei seit der Bebauung des Gemarkungsteils nicht mehr der Fall.

Alles zum Projekt „Neue Mitte“ in Sprendlingen

Die Ausschüsse hätten eine Annahme der Neuen Mitte empfohlen, obwohl bekannt sei, dass die Verkehrsprobleme nicht gelöst seien. „Sollen die jetzt auch zu erwartenden Neue-Mitte-Verkehre irgendwie sich selbst überlassen bleiben?“, fragt Bastuck.

Er zweifelt auch an den Ausführungen des Gutachters im Ausschuss. Schon sein Rat zu einem verkürzten Planverfahren sei eine Fehleinschätzung gewesen. Nicht nachvollziehbar sei auch die Aussage, dass die Luft sich nicht verschlechtere, obwohl ein Frischluftgebiet wegfalle. Das gelte ebenfalls für den Verkehr, der sich nur um drei bis sechs Prozent erhöhen soll, was zu vernachlässigen sei. Jeder Altstadtbewohner kenne das derzeitige Verkehrs-chaos. Umso erstaunlicher sei es gewesen, dass es keine Fragen gegeben habe. (hok)

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