Magistrat soll Verkehrskonzept entwickeln

Politik macht Haken an Neue Mitte

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Sprendlinger Nadelöhr: Durch die Rathausstraße, seit einiger Zeit Einbahnstraße, kommt reichlich Verkehr auf die Hauptstraße. Skeptiker befürchten, der Knotenpunkt könne das zusätzliche Kfz-Aufkommen durch die Neue Mitte nicht bewältigen. Nach dem einhelligen Willen der Fraktionen soll der Magistrat ein Konzept entwickeln, das die „City“ mittelfristig von der Blechkarawane entlastet.  

Dreieich - Sollte sich von dem halben Dutzend Anwohnern, das am Mittwochabend ins Rathaus gekommen war, noch jemand Hoffnung auf eine Wende gemacht haben, musste er diese schnell begraben. Von Frank Mahn 

Kurz und schmerzlos – ohne Diskussion – handelte der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie den Tagesordnungspunkt zur Neuen Mitte in Sprendlingen ab. Eine große Mehrheit winkte den vom Magistrat vorgelegten Bebauungsplan durch und empfahl die Annahme durch das Stadtparlament. Nur Holger Gros scherte aus, aus Sicht der FWG sind die Pläne überdimensioniert.

Vor der Abstimmung hatte Holger Fischer (Planungsbüro Fischer) in straffer Form noch einmal Eckdaten des Projekts skizziert. Zum Thema Verkehr sagte er, man rechne mit einem zusätzlichen Aufkommen von täglich 600 bis 650 Kfz-Bewegungen. Was den Lärm durch die Autos angeht, hat sich der Investor verpflichtet, die Kosten für den Einbau von Schallschutzfenstern zu übernehmen. Ansprüche können Bewohner der Hauptstraße geltend machen, wenn bei ihnen die zulässige Lärmgrenze überschritten wird. Das trifft vor allem auf das Fachwerkhaus zu, das unmittelbar südlich der künftigen Einfahrt zur Neuen Mitte steht.

In den Kontext passte ein Dringlichkeitsantrag der Grünen, der im Ausschuss einhellige Zustimmung fand. Denn einerseits wünschen sich die meisten Fraktionen einen großen Supermarkt als Frequenzbringer zur Belebung und Stärkung der Innenstadt, andererseits wollen sie eben diese perspektivisch vom Verkehr entlasten. Der Magistrat soll nun ein Konzept entwickeln und umsetzen, durch das der Verkehr in der Innenstadt mittelfristig durch verkehrslenkende und verkehrsberuhigende Maßnahmen reduziert wird. „Alle bereits vorliegenden Vorschläge, alle vorliegenden Anträge und alle bereits durch die Verwaltung eingeleiteten Maßnahmen zum Thema Verkehr sollen in eine zu erstellende Simulation und die dazu gehörigen Berechnungen mit einbezogen werden“, lautet der Auftrag. Als Beispiele nennen die Grünen unter anderem: Kreisel Robert-Bosch-Straße/Offenbacher Straße, City-Verkehrskonzept des ADFC, Einbahnstraßenführung Frankfurter Straße und Offenbacher Straße und Kreisel an der Volksbank. Ein Satz aus der Begründung des Antrags: „Die derzeitigen Verkehrsverhältnisse stehen der Entwicklung einer urbanen Innenstadt mit echter Aufenthaltsqualität entgegen.“

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