Jugendliche wollen Skate- und Bikepark erweitern

Neue Sprungstrecke in Dreieich

Das Material ist schon da. Zu verdanken ist die Spende einer Rüsselsheimer Baufirma. Auf dem Gelände des Skate- und Bikeparks unter der Hengstbachtalbrücke soll bald eine neue Sprungstrecke für Biker entstehen.
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Das Material ist schon da. Zu verdanken ist die Spende einer Rüsselsheimer Baufirma. Auf dem Gelände des Skate- und Bikeparks unter der Hengstbachtalbrücke soll bald eine neue Sprungstrecke für Biker entstehen.

Der Skate- und Bikepark unter der Hengstbachtalbrücke in Dreieich soll bald um eine Attraktion reicher sein. Neben den beiden bereits im vergangenen Jahr eingeweihten Sprunghügeln soll eine ganze Sprungstrecke für Mountain-, Dirt- und BMX-Bikes entstehen.

Dreieich -Die dafür benötigte Erde ist bereits angekommen, wann mit dem Bau der Strecke begonnen werden kann, hängt allerdings von der weiteren Pandemielage ab. Das Material befindet sich bereits an seinem Platz. Acht etwa 1,50 Meter hohe Hügel aus Erde und kleinen Steinen erstrecken sich vom Ende der Half-Pipe bis zur Wand der Hengstbachtalbrücke. Sie bilden den Kern der geplanten neuen Sprungstrecke, die bis zum Sommer auf dem Gelände der „Area 661“, wie der Skate- und Bikepark zwischen Sprendlingen und Dreieichenhain auch genannt wird, entstehen soll. Der neue Parcours soll versierten Bikern eine weitere Möglichkeit bieten, Kunststücke zu üben oder vorzuführen. „Die Strecke wird aber auch für Anfänger geeignet sein“, versichert Patrick Bessler von der Kinder- und Jugendförderung der Stadt.

Neben den Hügeln liegen bereits Schippen und Rechen bereit, und auch die drei anwesenden Jugendlichen Noah, Franz und Jonas strotzen vor Tatendrang. „Wir waren schon im letzten Jahr beim Bau der zwei Sprunghügel dabei“, berichtet der 16-jährige Noah. Er ist es auch, der die Idee zur Anlage hatte.

Bevor der Park im vergangenen Jahr seine ersten Sprunghügel bekam, haben die drei Jungs aus Offenthal ihre Tricks in einem Bike-Park in Mörfelden-Walldorf geübt. Als ihren Eltern die Fahrerei zu viel wird, schmieden die Drei einen Plan: Auch Dreieich soll eine Sprunganlage bekommen. Also ruft Noah bei der Stadt an, fragt nach, ob dies möglich sei. Der 16-Jährige hat Glück, findet in Patrick Bessler einen Unterstützer. Und Noahs Idee kommt an. „Es sind schon Leute aus Köln und sogar Frankreich hierhergekommen“, berichtet er stolz. Und auch Patrick Bessler versichert: „Die Anlage wird seit ihrer Eröffnung rege genutzt.“

Doch das reicht den drei Jungs nicht, sie wollen mehr. Also entwerfen sie zusammen mit Bessler eine neue Strecke. Und die soll nicht nur aus zwei Hügeln bestehen, sondern eine echte Bikerstrecke werden. Ihr Konzept erinnert denn auch an eine ständige Berg- und Talfahrt mit Anlaufzonen zwischen den einzelnen Sprunghügeln. „Große Sprünge sind allerdings auch auf dieser Strecke möglich“, verspricht Bessler. Dafür sorge der etwa drei Meter hohe Anlaufturm, der sich direkt neben dem bereits vorhandenen erstrecken und der auch zuerst gebaut sein soll.

Seit mehr als einem halben Jahr steht dessen Pendant bereits hinter der Half-Pipe. Da er in diesem Jahr jedoch zu wenig Regen abbekommen hat, müssen ihn die Heranwachsenden erst mal wieder stabilisieren. Während Jonas und Noah die aus Europaletten bestehende Rampe zusammen mit einem weiteren Mitarbeiter der Stadt richten, klopft Franz den Erdhügel mit einer Schippe wieder fest. Am liebsten würden die Beteiligten auch gleich den zweiten Starthügel errichten – dürfen sie aber nicht. Denn obwohl alle nötigen Materialien vorhanden und alle Anwesenden bereit sind, macht ihnen Corona einen Strich durch die Rechnung. „Wegen der aktuellen Hygienevorschriften ist es nicht möglich, dass zehn oder 20 Menschen gleichzeitig an den Hügeln arbeiten“, erläutert Patrick Bessler. Das sei allerdings nötig, um die Strecke bis zum Sommer fertigzustellen. Bis es die Lage zulasse, werde die Stadt mit dem Baubeginn warten, versichert Bessler.

Noah, Franz und Jonas hoffen, bald mit dem Bau des Starthügels beginnen zu können. Denn für sie sind die Sprünge mit ihren Bikes mehr als nur ein Hobby. „Für mich bedeuten sie ein Gefühl von Freiheit“, meint Franz. Und auch seine Freunde können sich nichts Schöneres vorstellen. Daher wollen sie jede freie Minute ihrer Ferien für den Streckenbau nutzen, sobald die Hygienemaßnahmen dies zulassen. (Von Joshua Bär)

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