Mit Platz für 137 Flüchtlinge

Neue Unterkunft für Flüchtlinge in Sprendlingen

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Die Kreisspitze mit Oliver Quilling, Claudia Jäger und Carsten Müller stellte die Gemeinschaftsunterkunft im ehemaligen Gebäude der Max-Eyth-Schule am Donnerstagnachmittag vor. Gestern folgte ein Tag der offenen Tür für alle Interessierten.

Dreieich - Die Arbeiten sind abgeschlossen, die Bewohner können kommen. Das ehemalige Gebäude der Max-Eyth-Schule an der Damaschkestraße wird zur 14. Gemeinschaftsunterkunft des Kreises mit Platz für 137 Flüchtlinge. Die ersten 56 werden am Montag erwartet. Die Trägerschaft übernimmt das Diakonische Werk. Von Holger Klemm

Wer durch die Räume geht, fühlt sich an eine Jugendherberge erinnert. In den renovierten zwölf Schlafsälen finden sich aufgereiht Stockbetten - mit sechs bis 14 Plätzen je nach Größe des Raums. Hinzu kommen Spinde, Tische und Stühle. „Das ist kein Hotel“, gibt die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (CDU) zu. Die Grundbedürfnisse könnten aber erfüllt werden. Die Flüchtlinge hätten ein Dach über dem Kopf, sie würden versorgt und betreut. Mit den 14 Unterkünften sei es dem Kreis als einzigem in Hessen gelungen, die Belegung von Turnhallen und Bürgerhäusern zu vermeiden.

Angesichts der nicht nachlassenden Zuweisungen sei der Kreis auf weitere Unterkünfte angewiesen, betonte Landrat Oliver Quilling (CDU). Er dankte den Kreiskommunen, in der Unterbringung der Flüchtlinge eine gemeinschaftliche Aufgabe zu sehen. Das nächste Projekt in Dreieich sei mit dem Mattel-Gebäude an der Trift in Planung. Quilling rechnet mit einem Bezug in der zweiten Jahreshälfte. Allerdings sei es aktuell schwer, Handwerker zu bekommen. Schon der Bezug der ehemaligen Max-Eyth-Schule habe sich verzögert. „Die Flüchtlingskrise wirkt wie ein Konjunkturprogramm für die Betriebe“, betont der Landrat.

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„An der Situation hat sich nichts geändert“, berichtet der Erste Beigeordnete Carsten Müller (SPD). Im ersten Quartal erwartet der Kreis die Zuweisung von 1 213 Flüchtlingen. 835 seien bereits im Januar und Februar gekommen. Die Hälfte stammt aus Afghanistan, 26 Prozent aus Syrien. Am Montag rechnet Müller mit der Ankunft von 56 aus der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Gießen, die dann in der neuen Gemeinschaftsunterkunft untergebracht werden.

Für 600.000 Euro hat der Kreis das leerstehende Gebäude in knapp drei Monaten hergerichtet. Dabei war die Erneuerung der Elektroinstallation der größte Part. Darüber hinaus wurden der Brandschutz erneuert, Wände gestrichen und Sanitärcontainer aufgestellt. Im Außenbereich trennt ein neuer Zaun die Unterkunft vom Haus des lebenslangen Lernens.

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Im Erdgeschoss finden sich auch ein Schulungsraum und ein Speisesaal. Da es keine Kochgelegenheit gibt, werden die Flüchtlinge von einem Caterer täglich mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Bürgermeister Dieter Zimmer dankte dem Kreis für die Unterkunft in Dreieich. Die Stadt setze zwar weiterhin auf eine dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge in Wohnungen und Häusern. Angesichts der großen Zahl Asylsuchender werde das jedoch immer schwieriger.

„Wir freuen uns auf die Menschen, die wir betreuen können“, sagt Henning Merker, Leiter des Diakonischen Werks Offenbach-Dreieich-Rodgau. Er setzt auf das großes Netz an ehrenamtlichen Helfern, die mithelfen sollen. In der Einrichtung selbst wird es eineinhalb Stellen für Sozialarbeiter, einen Hausmeister und eine halbe Stelle für die Verwaltung geben.

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