Ursula Heil neue Vereinsvorsitzende

Neuer Vorstand: Frischer Wind fürs Tierheim

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Erstmals steht mit Ursula Heil eine Tierschützerin an der Spitze des Tierheim-Trägervereins. Sie selbst hat drei Hunde und nimmt öfter Pflegehunde auf.  

Dreieich - Jede Menge Arbeit wartet auf den neuen Vorstand des Trägervereins des Tierheims Dreieich, gilt es doch, die Renovierung der in die Jahre gekommenen Einrichtung möglichst bald anzugehen. An der Spitze steht mit Ursula Heil erstmals eine Tierschützerin. Von Holger Klemm 

„Ich möchte etwas bewirken“, sagt Heil, die auch Vorsitzende des Tierschutzvereins Artgerecht und Stadtverordnete der Grünen ist. Nachdem der bisherige Vorsitzende Manfred Weil zurückgetreten war, wurde sie von den Vorstandsmitgliedern Heidi Leichter-Batz und Hans-Peter am Weg angesprochen. Nach kurzer Bedenkzeit sagte sie zu: „Da kann ich noch mehr bewirken als im Tierschutzverein.“ Mit ihren beiden Vorstandskollegen bilde sie ein gutes Team, das sich alle 14 Tage trifft.

Und auf den Vorstand warten große Herausforderungen. Die finanzielle Situation sei zwar im Moment stabil. Doch es gehe nicht nur um den laufenden Betrieb. „Das Tierheim ist in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr dem Stand einer artgerechten Unterbringung“, meint Heil. Momentan erinnere die Einrichtung in Teilen eher an ein Gefängnis für Tiere. Die Einrichtung im Haag müsse deshalb dringend renoviert werden. Dabei genüge es nicht, nur ein paar Ecken zu flicken.

Der Trägerverein hat deshalb Kontakt zum Deutschen Tierschutzbund aufgenommen. Ein Architekt soll sich die Anlage einmal anschauen und Vorschläge machen. Heil ist sich darüber im Klaren, dass dafür viel Geld benötigt wird. Doch sie ist zuversichtlich, dass der benötigte Betrag über Spenden zusammenkommt, wenn mit Aktionen darauf aufmerksam gemacht wird. Es gebe für Projekte auch Gelder beispielsweise der Hessischen Tierschutzstiftung, die oft gar nicht komplett abgerufen werden. Langfristig denkt Heil ebenfalls an die Einrichtung einer Tierpension auf dem Gelände, mit der sich Geld verdienen lasse.

Es gebe heute ganz moderne Wege, ein Tierheim zu führen. Die Vorsitzende verweist beispielsweise auf „Tiere in Not Odenwald“ in Reichelsheim. Dort werden Hunde in Gruppen gehalten und nicht einzeln hinter Gittern wie in Dreieichenhain. Heil ist sich natürlich darüber bewusst, dass nicht alle Hunde zusammengesteckt werden können. Da müsse man schauen, was geht.

Denn im Tierheim leben vor allem schwer vermittelbare, abgegebene und beschlagnahmte Hunde – neben Katzen und Kleintieren. Deshalb ist Heil voll des Lobes für das Team um die neue Leiterin Mirjam Koch. Als Beispiel nennt sie eine Mitarbeiterin, die sich intensiv um einen Hund kümmert, der keine Menschen an sich heranlässt. Die Frau versucht, ihm die Angst zu nehmen. Nicht zu vergessen seien auch die ehrenamtlichen Gassigeher, die regelmäßig im Einsatz seien. Ein Ehepaar komme beispielsweise jeden Tag, um sich um zwei schwierige Vierbeiner zu kümmern.

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Zu den Aufgaben des Trägervereins gehört es auch, die verbliebenen Mitgliederkommunen im Kreis Offenbach bei der Stange zu halten, die 80 Cent pro Einwohner und Jahr für das Tierheim zahlen. Und da sehe es gut aus, wie Heil berichtet. Zugleich möchte sie versuchen, die nicht mehr vertretenen Kommunen zu einer Rückkehr zu bewegen. Es gibt auch Überlegungen, den Verein für passive Mitglieder zu öffnen.

In den vergangenen Jahren sei die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Tierschutzbund vernachlässigt worden, stellt die neue Vorsitzende fest. „Da gibt es immer wieder interessante Aktionen.“ So hatte eine Firma Hundekissen gespendet, für die man sich bewerben konnte. Über einige können sich nun die Vierbeiner des Tierheims freuen.

Es hat auch schon eine Verbindung zwischen Heils Arbeit für Artgerecht und dem Tierheim gegeben. Einem auf dem Gelände Im Haag untergebrachten Hund ging es nach einer Blasenoperation nicht gut. Da hat der Collie eines Vorstandsmitglieds von Artgerecht Blut gespendet, was seinem Artgenossen sehr geholfen hat. Außerdem fand sich für den Hund eine Pflegestelle bei Artgerecht.

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