Kein Aufschub mehr

Grundstück geräumt: Tierhalter aus Dreieich sucht neues Zuhause für fünf Schafe

Gleich gibt’s was zu fressen. Elke Böhm hat die Kamerunschafe von Reinhard Ivenz ins Herz geschlossen und hilft ihm bei der Versorgung.
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Gleich gibt’s was zu fressen. Elke Böhm hat die Kamerunschafe von Reinhard Ivenz ins Herz geschlossen und hilft ihm bei der Versorgung.

Um den alten Kamerunschafen in Dreieich nicht zu viel zuzumuten wird nun eine neue Unterkunft in der nahen Umgebung gesucht.

Dreieich – Der Dreieicher Reinhard Ivenz ist weiter auf einer Suche nach einer dauerhaften Unterkunft für seine fünf Kamerunschafe. Das bisherige Grundstück musste auf Weisung der Unteren Naturschutzbehörde Ende 2021 geräumt werden. Zumindest ein temporäre Lösung konnte gefunden werden.

Paul und Lieschen sind hoch erfreut, als Elke Böhm in Richtung Futtertonne läuft. Blökend traben die beiden Kamerunschafe hinter ihr her und fressen der Dreieicherin aus der Hand. Das ruft auch die anderen drei Tiere auf den Plan: Baron, Ohrmarke (weil sie zwei Marken in ihren plüschigen Ohren hat) und Madame kommen gemächlich hinterher – sie wissen, dass Elke Böhm auch etwas für sie hat. Reinhard Ivenz betrachtet die Tiere mit einem Schmunzeln: „Als ich sie vor 13 Jahren kaufte, sagte der Züchter mir, sie werden niemals zahm. Kamerunschafe seien besonders scheu. Unsere sind es definitiv nicht“, sagt er.

Dreieicher Spaziergänger stellt Grundstück zur Verfügung: „eine langfristige Lösung ist es nicht“

Schon im Mai vergangenen Jahres berichtet unsere Zeitung über Reinhard Ivenz und seine Schafe. Damals hat der Diplom-Geograf aus Dreieichenhain einen Brief von der in Dietzenbach angesiedelten Unteren Naturschutzbehörde (UNB) erhalten. Private Tierhaltung, so heißt es, sei auf dem Grundstück zwischen Dreieichenhain und Götzenhain nicht gestattet. Das damalige Schafzuhause liegt in einem Landschaftsschutzgebiet. Zunächst sieht es so aus, als bekomme Ivenz Aufschub. Aber das Areal, auf dem die Tiere weiden, ist nur gepachtet, sein eigenes Grünland hat er schon vor einigen Jahren nach Aufforderung der Behörden von Zäunen befreit. Vor drei Monaten erreicht ihn ein neues Schreiben der UNB: Die Behörde setzt ihm eine Frist, er muss das Grundstück bis Ende des Jahres 2021 räumen. Bis spätestens zum 31. Dezember sollen seine Schafe nicht mehr im Landschaftsschutzgebiet grasen. Dieser Verpflichtung ist Reinhard Ivenz inzwischen nachgekommen.

„Wir haben die Schafe umgestellt, auf ein Grundstück eines Spaziergängers, der oft bei uns vorbeigelaufen ist. Ich bin sehr dankbar, dass das möglich war. Aber eine langfristige Lösung ist es nicht“, weiß der Tierhalter. Mit Hilfe von Bekannten und auch mit spontaner Unterstützung von Spaziergängern konnten die Schafe zu ihrem neuen Zuhause laufen. Langfristig ist die Fläche zu klein, die Schafe haben kein richtiges Weideland und nur einen kleinen Unterschlupf. Es ist also nur eine Zwischenlösung.

Dreieich: Tierhalter möchte Schafen keine lange Reise zumuten: „würden diesen Stress nicht überleben“

Aus diesem Grund hat sich der Dreieichenhainer erneut an unsere Zeitung gewandt: Reinhard Ivenz sucht ein Stück Land, auf dem er die Schafe möglichst bald unterbringen kann. „Sie sind sehr lieb und zutraulich. Aber ich möchte ihnen keinesfalls eine lange Umzugsfahrt mehr zumuten. Zwei der fünf Tiere sind schon sehr alt, ich fürchte, sie würden diesen Stress nicht überleben“, sagt Ivenz. Optimal wäre ein Grundstück zum Pachten in Dreieichenhain oder Götzenhain, das nicht im Landschaftsschutzgebiet liegt, und auf dem ausreichend Platz ist. Im Optimalfall hat die neue Bleibe einen kleinen Stall, in dem die Tiere bei andauernd schlechtem Wetter Unterschlupf finden. Da die Schafe sich an Sträuchern und Bäumen gütlich tun, sollte die künftige Heimatwiese frei davon sein.

Die oftmals üblichen Stromzäune kennen die Kamerunschafe nicht. Besser wäre also ein richtiger Holzzaun, der die Weide umschließt. „Gerne hätte ich auch wieder eine Wiese, an der Spaziergänger vorbeikommen. Die Tiere lieben den Kontakt mit Menschen und gerade Kinder freuen sich, wenn sich die Schafe anfassen lassen“, so der Dreieichenhainer. Die Versorgung übernimmt Reinhard Ivenz selbstverständlich weiter selbst. Unterstützung hat er dabei von Elke Böhm: „Es macht einfach großen Spaß, Umgang mit den Tieren zu haben. Sie sind lustig, zutraulich und lassen sich auch sehr gerne kraulen“, sagt sie, während sie die alte Madame am Kinn liebkost.

Wer also eine Wiese mit Stall und Zaun in der näheren Umgebung hat, kann sich unter der Mailadresse rive_de@yahoo.de an Reinhard Ivenz wenden und dem Tierhalter einen großen Neujahrswunsch erfüllen. (njo)

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