20 Millionen Euro für 100 Wohnungen

Neues Zuhause für 350 Menschen

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Noch ist das alte Opelgelände an der Hainer Chaussee eine Brache. 2019 und 2020 will die Dreieich-Bau dort ein Quartier errichten mit fast 100 Wohnungen errichten.

Dreieich - Auf dem alten Opelgelände an der Hainer Chaussee soll ein Quartier für 300 bis 350 Menschen entstehen. Die Planung der Dreieich-Bau AöR sieht den Bau von 99 Wohnungen bis Ende 2020 vor. Von Frank Mahn 

Dafür will die städtische Baugesellschaft fast 21 Millionen Euro in die Hand nehmen. Zuvor muss allerdings das Stadtparlament sein Okay geben.
Es ist das erste große Projekt, das die 2017 gegründete Anstalt öffentlichen Rechts vor der Brust hat. Sie hat ein sportliches Ziel: Das hundertprozentige Tochterunternehmen der Stadt soll in den nächsten fünf Jahren bis zu 400 Wohnungen bauen, vorzugsweise für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen. Mit dem Projekt auf dem etwa 1,7 Hektar großen Grundstück zwischen Hainer Chaussee, A661, Dreieichbahn und Feuerwehr soll der erste Schritt zur Linderung der Wohnungsnot getan werden.

„Meine erste und vordringlichste Aufgabe war die Prüfung der vorliegenden Planunterlagen. Jeder Monat Wartezeit verteuert das Projekt – eine Stagnation der Baupreise ist aktuell nicht absehbar“, erläutert Dirk Böttcher, der seit Januar Technischer Vorstand der AöR ist. An seiner Seite agiert Matthias Portis als Kaufmännischer Vorstand. Das Führungsduo hat das von einem Frankfurter Unternehmen nach den Anforderungen der Stadt und unter Berücksichtigung der Vorgaben für geförderten Sozialwohnungsbau entwickelte Konzept unter die Lupe genommen und modifiziert. Verworfen wurde die Überlegung, auf dem Gelände auch eine Kita anzusiedeln. „Die erhöhte Verdichtung hätte den Festsetzungen des Bebauungsplans widersprochen“, sagt Böttcher. Nach den Worten von Erstem Stadtrat Martin Burlon wird aber weiter nach einem geeignetem Kita-Standort in der Umgebung gesucht.

Im Gegensatz zur allerersten Planung, die von 85 Wohnungen ausging, sind nun 99 vorgesehen. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, wie Böttcher erklärt. Daneben spielt aber auch der Zeitfaktor eine große Rolle. Die beiden AöR- Vorstände erhoffen sich eine zeitnahe Realisierung des Baugebiets. Das auch deshalb, weil es Fortschritte bei einem anderen Projekt gibt: dem Neubau einer Obdachlosenunterkunft in der Schlagfeldstraße. Aktuell werden im Rathaus die Angebote für die schlüsselfertige Erstellung eines dreigeschossigen Gebäudes geprüft. Der Magistrat will den Auftrag in Kürze vergeben. Läuft alles nach Plan, ist die Unterkunft Anfang 2019 fertig. Dann könnten die bisherigen Notquartiere an der Hainer Chaussee abgerissen werden und die AöR könnte mit dem ersten Bauabschnitt loslegen. Geplant sind hier 37 Wohnungen. Böttcher: „Wenn die Stadtverordneten im Juni der vorgeschlagenen Vorgehensweise zustimmen, werden wir in zirka einem Jahr mit den Bauarbeiten und im zweiten Quartal 2020 mit der Vermietung beginnen können.“ Für den zweiten Bauabschnitt mit 62 Einheiten ist als Startschuss der Herbst 2019 vorgesehen. Bis Ende 2020 könnte, so schwebt’s den Verantwortlichen vor, das Gesamtprojekt abgeschlossen sein.

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Zur Dreieichbahn hin lässt der Bebauungsplan drei Geschosse plus Staffelgeschoss zu. Die Balkone gruppieren sich aus Lärmschutzgründen um einen Innenhof. Die Häuser zur Hainer Chaussee hin haben nur drei Geschosse. 80 Prozent der Wohnungen werden öffentlich gefördert, sind also für Mieter mit geringerem Einkommen, die restlichen 20 Prozent frei finanziert. Was die Größen betrifft, ist alles dabei: Vom Single-Apartment bis zur Fünf-Zimmer-Wohnung für kinderreiche Familien. 35 Prozent der Wohnungen sind mit Aufzügen erreichbar, 32 Prozent barrierefrei. Für die Energieversorgung soll ein Blockheizkraftwerk sorgen.

Den Kostenrahmen beziffert Matthias Portis auf 20,9 Millionen Euro, knapp sechs mehr im Vergleich zum ersten Entwurf. Dafür ist die Wohnfläche um knapp 1300 auf 7100 Quadratmeter gewachsen. Steigende Baukosten im Rhein-Main-Gebiet und Nachbesserungen beim Schallschutz nennt Portis als weitere Gründe. Einen Großteil des Projekts will die Dreieich-Bau mit Förder-Darlehen des Landes finanzieren, aber auch Eigenmittel sollen fließen. Das Grundstück hatte die AöR bereits 2017 für 1,5 Millionen Euro erworben.

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