Neujahrsempfang der Grünen

Über Helden in der Politik

+
Die Grünen gehen zuversichtlich ins neue Jahr. Das Foto zeigt (von links) die stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Ursula Heil, Stadtrat Ulrich Behrendt, den Stadtverordneten Patrick Xylander, Direktkandidatin Katy Walther, den Stadtverordneten Christian Baruke, Fraktionsassistentin Irmhild Küchler, Fraktionschefin Heidi Soboll, Mathias Wagner (Fraktionschef im Landtag), Fraktionschef Roland Kreyscher und den Stadtverordneten Peter Graff.

Dreieich - In lockerer Atmosphäre gestalten die Grünen am Freitagabend ihren Neujahrsempfang. Ihnen gelingt es, dem Sitzungssaal im Rathaus mit grün gedeckten Stehtischen und einer Kinderecke etwas Heimeliges abzugewinnen. Von Holger Klemm 

So kommen die zahlreichen Besucher, unter ihnen viele aus Vereinen und anderen Parteien, schnell ins Gespräch. Neben der Musik bleibt aber auch Zeit für die Politik. Für die Lockerheit spricht, dass das erste Wort nach der Begrüßung durch den Grünen-Fraktionschef Roland Kreyscher dem Musiker Wolf Schubert-K. gehört. Der Singer-Songwriter spricht über seine rockige Folkmusik und sein Engagement für Freiheit, Toleranz und Gleichberechtigung.

Nach einem weiteren Musikblock geht Kreyscher auf Dreieicher Themen ein. Er beschränkt sich auf die „Causa Lettkaut“, den Wohnungsbau und das Geld. Auch wenn das Bürgerbegehren zur Lettkaut wohl formal scheitert, sind für die Grünen die gesammelten 4300 Unterschriften ein Statement der Bürger, über das man sich nicht hinwegsetzen könne.

Die Wohnungsnot gebe es nicht erst seit dem Zuzug der Flüchtlinge. Es gelte nun Wohnraum für diejenigen zu schaffen, die ihn dringend benötigen. Es dürfe aber keine großen Baugebiete an den Rändern der Stadt geben. Dreieich müsse seinen Charakter als lebenswerte Stadt im Grünen behalten. Kreyscher verweist auch auf Probleme mit der Infrastruktur und nennt den öffentlichen Nahverkehr (Wegfall der Haltestellen in Dreieichenhain) sowie die fehlenden Plätze bei der Kinderbetreuung. Trotz aller Konsolidierung stünden die Finanzen der Stadt nicht auf sicheren Füßen. Das habe 2017 mit dem Einbruch bei der Gewerbesteuer gezeigt.

Aber auch die Landtagswahl am 28. Oktober wirft ihre Schatten voraus. Dafür sorgen zu Beginn die Direktkandidatin Katy Walther und später Mathias Wagner, Fraktionschef im Landtag, der kurzfristig für die erkrankte Landessprecherin Angela Dorn einspringt. Beide heben die Erfolge der Grünen-Regierungsbeteiligung im ökologischen, sozialen und bildungspolitischen Bereich sowie für die Integration der Flüchtlinge und die Gerechtigkeit in der Gesellschaft hervor. Die Erfolge müssten stärker herausgestrichen werden, so Walther.

Die Grünen: Das wurde aus den Gründungsmitgliedern

Für Wagner sei es deshalb nicht egal, wer regiere. Er wünscht sich, dass der Schwung des zunehmenden politischen Interesses, das seit der Bundestagswahl zu beobachten ist, in die Zeit bis zur Landtagswahl mitgenommen werden kann. Es müsse eine lebhafte Diskussion über die unterschiedlichen Programme der Parteien geben. Daran habe es im Jahr der Bundestagswahl gefehlt. Angesichts der fehlenden Bereitschaft von zwischenzeitlich vier Parteien, in die Regierung gehen zu wollen, stellt er die Frage, wer die Helden in der Politik seien. Sind es die, die kompromisslos allein auf ihrem Programm beharren, oder diejenigen, die zu Kompromissen bereit sind?

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare