Ehrenamtspreis weitergereicht

Neujahrsfrühstück im Zeichen der Menschlichkeit

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Farbenfrohes Dankeschön: Michael Müller und Dr. Wolfgang Mühlschwein vom Rotary-Club Dreieich-Offenbach verschenkten südafrikanische Taschen an die Flüchtlingshelfer.

Dreieich – Die ehrenamtlichen Helfer organisieren Deutschkurse, sind in der Einzelfallhilfe eine unverzichtbare Stütze für die Flüchtlingsfamilien in Dreieich – und durch das Netzwerk Flüchtlingshilfe sind sie perfekt miteinander im Gespräch. Von Nicole Jost

Zum Beginn des neuen Jahres nutzt Karin Scholl, Leiterin des Integrationsbüros der Stadt, die Gelegenheit, sich für die seit drei Jahren anhaltende Hilfe zu bedanken. Bei einem großen gemeinsamen Frühstück im Stadtteilzentrum im Sprendlinger Norden kommen die rund 65 Helfer in den Genuss von grüner Soße, Käseplatte und Kuchen.

„Es ist gut, zu wissen, dass Sie da sind“, sagt Bürgermeister Dieter Zimmer zu den Aktiven. Der Rathauschef betont, dass es auch dem Verdienst der ehrenamtlichen Helfer zu verdanken ist, dass die 110 Nationen in Dreieich so friedlich zusammenleben. „Sie setzen mit ihrem Engagement ein Zeichen für die Menschlichkeit und Solidarität in unserer Stadt. Sie überlassen unsere Gesellschaft nicht denen, die am lautesten schreien. Sie sind Vorbild für Respekt, Toleranz und Achtung der Menschenrechte“, so Zimmer.

Der Rotary-Club Dreieich-Offenbach überrascht die Flüchtlingshelfer mit einem Geschenk aus einem südafrikanischen Taschenprojekt. Präsident Michael Müller und Wolfgang Mühlschwein verteilen 30 kunterbunte Taschen aus alten, südafrikanischen Werbeplanen. „Es ist ein humanitäres Projekt. Mit dem Geld, das wir für insgesamt 105 Taschen bezahlt haben, 4200 Euro, werden in einem südafrikanischen Township für einen Kindergarten warme Mahlzeiten und Lehrmaterialien finanziert“, erläutert Müller das Projekt. In Karin Scholls Augen ist es das perfekt passende Geschenk für ihre Helfer: „Das passt inhaltlich genau in die Veranstaltung – hier wie in Südafrika geht es darum, Verantwortung zu übernehmen in der Welt.“

Das Musikprojekt Grenzenlos sorgte für die passenden Melodien beim Neujahrsfrühstück im Stadtteilzentrum im Sprendlinger Norden.

Das Neujahrsfrühstück ist ein guter Anlass, den Ehrenamtspreis, den das Netzwerk Flüchtlingshilfe im Dezember 2015 von der Stadt Dreieich erhalten hat, an die nächste Initiative weiterzureichen. Nach dem Forum Sprendlingen Nord, dem Lerncafé Laurentius und der Burgkirchengemeinde, den städtischen Elternlotsen und der Flüchtlingshilfe Offenthal nimmt Manuela Schneider die Wandermedaille für das Müttercafé in Götzenhain entgegen. Jeden Dienstag können sich die Flüchtlingsfrauen zum Frühstück und zum Deutsch lernen in den Räumen von „Nut & Feder“ treffen. Auch die Kinderbetreuung wird von den Ehrenamtlichen für die zwei Stunden übernommen.

„Die größte Gruppe sind die syrischen Frauen, aber unter den acht bis zwölf Damen, die regelmäßig kommen, sind auch andere Nationalitäten. Uns geht es nicht nur darum, die deutsche Sprache zu vermitteln, wir wollen den Frauen auch unsere Kultur und unser Leben nahebringen“, erläutert Schneider. Sie ist davon überzeugt, dass Flüchtlingshelfer zu ihrer deutschen Identität stehen müssen: „Nur wenn wir selbst wissen, wer wir sind und an was wir glauben, können wir die Menschen, die zu uns kommen, mit Toleranz so nehmen, wie sie eben sind“, betont Schneider.

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Das weiß Karin Scholl ebenfalls. Sie nimmt die negative gesellschaftliche Stimmung gegenüber den Flüchtlingen wahr: „Da spielen unsere Aktiven eine wichtige Rolle als Türöffner“, betont Scholl.

Denn auch wenn der große Flüchtlingsstrom abgerissen sei: Es kommen immer noch Asylbewerber über den Familiennachzug. Das größte Problem sei dabei derzeit die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt. „Wir bekommen so gut wie keine Wohnungen für die Familien“, nennt Scholl ein akutes Problem beim Namen.

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