Philipp-Köppen-Halle wieder offen

Norovirus: Keine Alternative zur Schließung

Offenthal - Die Philipp-Köppen-Halle kann seit gestern wieder genutzt werden, in der benachbarten Wingertschule öffnen sich die Türen erst wieder am Montag. Von Frank Mahn 

Wie berichtet, war die Grundschule am Dienstag geschlossen worden, nachdem fast die Hälfte der Schüler und auch einige Lehrer erkrankt waren.
Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall – das sind die typischen Symptome des Norovirus. Vereinzelte Fälle von Fieber und Erbrechen seien bereits in der vergangenen Woche aufgetreten, berichtet Schulleiterin Michaela Holzkämper. Am Wochenende wurden weitere Fälle bekannt, aber das Ausmaß ließ sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen. Das offenbarte sich am Montag, als fast 90 der 187 Kinder fehlten. Und auch fünf Lehrer hatte der Virus erwischt. Holzkämper informierte das Kreisgesundheitsamt und das Staatliche Schulamt, am Dienstagmorgen verfügten die Behörden die Schließung. Der Verdacht, dass es sich um den Norovirus handeln könnte, bestätigte sich am gleichen Tag.

Am Mittwochmorgen rückte die Putzkolonne einer Frankfurter Firma an, um die Schule von Grund auf zu desinfizieren. Böden, Stühle, Tische, Handläufe, Klinken, Toiletten – alles wurde mehrfach mit einem medizinischen Reinigungsmittel bearbeitet, das auch in Operationssälen verwendet wird. Die Schlieren, die dabei entstehen, werden heute weggewaschen. Michaela Holzkämper ging gestern im Gespräch mit unserer Zeitung davon aus, dass der Unterricht am Montag wieder beginnen kann. Für Dienstag plant sie eine Schulversammlung, in der die Kinder unter anderem darüber informiert werden, wie wichtig Händewaschen im Speziellen und Hygiene im Allgemeinen sind. Vor den Toiletten sollen so schnell als möglich Desinfektionssprüher installiert werden, wie man sie aus Krankenhäusern oder Pflegeheimen kennt.

Zur Schließung hat es laut Susanne Meißner keine Alternative gegeben. Das Risiko, an anderen Schulen eine Notbetreuung einzurichten und damit womöglich die Ausbreitung des Erregers zu fördern, sei viel zu groß gewesen, so die Leiterin des Staatlichen Schulamts in Offenbach. Die Ansteckungsgefahr sei extrem hoch.

Norovirus: Das sind die schlimmsten Fälle

Familien, deren Kinder vermeintlich gesund waren, mussten kurzfristig Betreuungsmöglichkeiten organisieren. Eine schwierige Situation. Doch die allermeisten Eltern hätten Verständnis gezeigt für die Maßnahme, schildert Holzkämper. Aber nicht alle. Einige wenige hätten von Panikmache gesprochen, berichtet Schulelternbeiratsvorsitzende Friederike Arta kopfschüttelnd. Angesichts der vielen Fälle und der rasend schnellen Ausbreitung des Virus sei die Schließung die einzig sinnvolle Lösung gewesen.

In der Philipp-Köppen-Halle, in der die Wingertschüler Sport treiben und diverse Vereine trainieren, waren die Reinigungsarbeiten bereits am Mittwochabend beendet. Seit gestern steht die Halle wieder zur Verfügung, aber viele trauen dem Braten nicht und warten lieber noch ein paar Tage. Die Gymnastikabteilung der Susgo hatte ihre für morgen geplante Jahresfeier schon am Dienstag abgesagt. Neuer Termin für die Turnschau ist Samstag, 10. März.

Befürchtungen, der Norovirus könne über eine Ansteckung durch Geschwister inzwischen auch die Kindertagesstätten in Offenthal erreicht haben, hatten sich zumindest bis gestern Mittag nicht bestätigt. Hieß es jedenfalls aus dem Rathaus.

Rubriklistenbild: © dpa

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