Nymphen von Tanja Hoffmann bereichern Burgfestspiele

Sechs Hingucker auf dem Burgweiher

+
Die Hayner Burgruine ist an sich schon ein magischer Ort. Die allabendliche Beleuchtung von Tanja Hoffmanns Installation im Weiher lässt nicht nur Romantiker ins Schwärmen geraten.

Dreieich - Sie sind absolute Hingucker, die sechs auf dem Hayner Burgweiher installierten Nymphen. Die Götzenhainerin Tanja Hoffmann hat sie entworfen und angefertigt.

Das Projekt ist Teil der Aktion „Kunst in der Burg“ und hat einen ernsten Hintergrund, nämlich die Flüchtlingsthematik. Kunst in der Burg wurde 2015 aus der Taufe gehoben, als die Kunstinitiative Dreieich 25. Geburtstag feierte. Auch damals war Hoffmann (alias Miss Goldfinger) dabei. „In diesem Jahr feiert unsere Stadt 40. Geburtstag und ich finde es wichtig, mich als Dreieicher Künstlerin zu engagieren“, sagt sie. Mit den Nymphen hat sie Großes vor und packt Großes an. „Jeder Künstler beschäftigt sich mit einem bestimmten Thema und das momentan alles dominierende sind nun mal die Flüchtlinge“, sagt die Künstlerin.

„Meine Intention war, das Weltgeschehen mit der Sage Dreieichenhains zu verknüpfen.“ Es geht um niemand Geringeren als Kaiser Karl den Großen. Er soll gern gejagt und sich deshalb ein Jagdhaus errichtet haben. Dort steht heute die Burg. Doch der Kaiser jagte nicht nur gern Wild, sondern auch junge Frauen. So war seine vierte Ehefrau Fastrada 18 Jahre alt, als er sie heiratete. Der Sage nach soll sie einen mit Zauberkräften ausgestatteten Ring besessen haben. Nun war der Kaiser kein Kind von Traurigkeit. Auch nach dem Jawort schaute er anderen Mädchen hinterher. Deshalb soll Fastrada den Ring in den Woog geworfen haben, um ihn an sich und ans Jagdhaus im Hayn zu binden.

Alles zu den Burgfestspielen in Dreieichenhain

Hoffmann nannte ihr Werk, das sechs etwa 1,65 Meter große Nymphen zeigt, die um einen Ring im Weiher verteilt auf dem Wasser zu schweben scheinen, „Artikel zwei des Grundgesetzes“. Dieser garantiert jedem die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Darum geht es Hoffmann. Um Freiheit. Dabei stehen die Nymphen stellvertretend für die Frauen, die Kaiser Karl so sehr anzogen. Die Nymphen wählte sie als Figuren, „weil eine Nymphe immer mit Wasser in Verbindung gebracht wird und sie schweben als gute Geister in der Natur umher und stehen den Menschen zur Seite. Das fand ich eine tolle Brücke zur Freiheit.“ Jeder habe ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben – „und die Nymphen stehen für alle Menschen, egal woher sie kommen“.

Hoffmann wurde vom Vorstand des Vereins Zukunft Dreieich unterstützt, jede Nymphe steht symbolisch für einen Sponsor. Die Skulpturen sind aus Fiberglas und kosten 4000 Euro pro Stück. „Ich will etwas für Dreieich tun, und die Sponsoren haben nicht einfach nur Geld gegeben, sondern durch jede verkaufte Nymphe erhält der Verein Geld, das in kommunale Projekte investiert werden soll“, erzählt Hoffmann. 40 Nymphen will sie anfertigen und davon 34 handsignierte Exemplare verkaufen. (es)

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Dreieich

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare