Das Wohl der Kinder im Blick

Corona in Kita: Schwere Vorwürfe gegen den Kreis Offenbach

Dreieich Streit Corona-Isolation Kindern Kreis Offenbach schwere Vorwürfe zurückgewiesen.
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In Dreieich gibt es Streit wegen der Corona-Isolation von Kindern. Der Kreis Offenbach hat schwere Vorwürfe zurückgewiesen.

Eine Initiative erhebt Vorwürfe gegen den Kreis Offenbach: Familien sollen eingeschüchtert worden sein. Der Kreis weist die Anschuldigung jetzt zurück.

  • In Dreieich (Kreis Offenbach) gab es einen Corona-Fall in einer Kita
  • Eine Initiative kritisierte den Kreis Offenbach scharf
  • Jetzt hat der Kreis auf die Anschuldigungen reagiert

Dreieich – Der Kreis Offenbach weist Vorwürfe der Initiative Familien in der Krise in Bezug auf den Corona-Fall in der Kita Schulstraße und die Isolation von Kindern zurück. Von Einschüchterungen der Familien könne keine Rede sein.

Dreieich (Kreis Offenbach): Nach Corona-Fall in Kita weißt der Kreis die Vorwürfe zurück

„Ein mögliches Zwangsgeld muss als mögliche Rechtsfolge zunächst angedroht werden, um gegebenenfalls auch festgesetzt werden zu können“, betont Sandra-Kristin Klauß, Presse- und Bürgerinformation des Kreises Offenbach. Daher sei der entsprechende Absatz in derartigen Schreiben üblich und notwendig. Das gelte auch für die Hinweise zu weitergehenden Maßnahmen. Das beziehe sich nur auf die Verfügung zur Quarantäne. „Der Initiative Familien in der Krise liegt diesbezüglich scheinbar ein Missverständnis vor“, versichert die Sprecherin des Kreises.

Die Verfügung beinhalte, dass das Kind die Wohnung (beziehungsweise das Grundstück, wenn zum Beispiel ein Garten vorhanden ist) nicht verlassen darf und Kontakte zu Besuchern und den Haushaltsmitgliedern auf das notwendigste Minimum beschränken soll. Natürlich dürfen und sollen sich die Eltern weiter vollumfänglich um das Kind kümmern. Es gehe darum, wo möglich und vertretbar, Alternativen im täglichen Umgang miteinander zu finden. Gemeint sei zum Beispiel, übermäßige Kontakte zu den Geschwistern - wenn umsetzbar - zu vermeiden.

Kreis Offenbach: Gesundheitsamt in täglichen Gesprächen mit Familien

Diesen Umstand erklären die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamts während der täglichen Gespräche mit den betroffenen Familien und versuchen so, Ängste abzubauen.

In einer Antwort an die Initiative betont der Kreis Offenbach, dass „das Wohl der Kinder auch uns am Herzen liegt“. Es stehe außer Frage, dass eine Quarantäne organisatorisch, aber auch emotional eine Ausnahmesituation für Familien sei. Das Gesundheitsamt tue alles, den Eltern so gut es geht durch diese Zeit zu helfen. Auch im Fall der Kita Schulstraße, in dem rund 60 Kinder und Erwachsene als Kontaktperson I ermittelt wurden, gibt es zwei Ebenen in Balance zu bringen.

Maßgebend sei das Infektionsschutzgesetz. Es enthalte als Kernaufgabe, die Ausbreitung ansteckender Krankheiten zu verhindern. Dabei macht der Gesetzgeber keinen Unterschied bei den davon betroffenen Personen. Die formelle Anordnung zur Quarantäne müsse allerdings mit der Lebenswirklichkeit der Betroffenen in Einklang gebracht werden. Deshalb wird von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitsamts während des Erstgesprächs mit den Betroffenen individuell geklärt, was von den gesetzlichen Vorgaben im Einzelfall umsetzbar ist.

Dreieich (Kreis Offenbach): Nach Corona-Fall in Kita –Familien unter Quarantäne

Dabei spielen die unterschiedlichsten Faktoren eine Rolle, angefangen bei den Wohnverhältnissen. In Bezug auf die Kita-Kinder werde die Situation auch alters- und entwicklungsgerecht betrachtet. Es gehe keineswegs darum, (Klein)Kinder von ihren Eltern und Geschwistern einfach komplett zu trennen, sondern – wo möglich und vertretbar – Alternativen im Umgang miteinander zu finden. Natürlich könne eine Mutter von zwei kleinen Kindern, von denen eines als Kontaktperson I unter Quarantäne steht, den beiden etwas Vorlesen. Allerdings sollte überlegt werden, ob sich beide Kinder während dieser Zeit wirklich ins gleiche Bett kuscheln müssen.

Die Beschäftigten des Gesundheitsamts rufen alle unter Quarantäne stehenden Personen beziehungsweise Familien täglich (am Wochenende stichprobenartig) an, sodass jederzeit die Möglichkeit besteht, anstehende Probleme zu erörtern und gemeinsame Lösungen zu finden. In jedem Einzelfall gebe es eine Abwägung zwischen dem Willen des Gesetzgebers und der tatsächlich möglichen Umsetzung.

Das Jugendamt trage das Vorgehen mit. „Alle Beteiligten arbeiten daran, die Balance zwischen Gesundheitsfürsorge (Kindeswohl) und dem seelischen Wohl der Kinder in dieser besonderen Situation für jede Familie zu finden“, versichert die Sprecherin des Kreises Offenbach. Die Einschätzung einer „akuten Kindeswohlgefährdung“ durch die Initiative teile das Jugendamt nicht. hok

Der besorgniserregende Corona-Trend in Offenbach geht weiter. Es gibt so viele Infizierte gleichzeitig, wie nie zuvor. Die Verwaltung will hart durchgreifen.

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