Lange Reise

Australien statt Dreieich: Paket landet ganz woanders - DHL-Panne macht ratlos

Ein Paket wirft Fragen bei DHL und der Empfängerin auf. Wie kam die Sendung aus Australien nach Dreieich?

  • Ein Paket aus Australien soll eigentlich mit DHL in Schleswig-Holstein landen.
  • DHL liefert das Paket aber versehentlich nach Dreieich-Sprendlingen im Kreis Offenbach, über 500 Kilometer entfernt.
  • Das Missgeschick macht selbst DHL ratlos.

Dreieich – Inge Müller aus Dreieich (Kreis Offenbach) staunte nicht schlecht: Vor etwas mehr als zwei Wochen wirft DHL über ihr Hoftor in der Auestraße ein Paket aus Australien. Adressiert war es an eine Frau Körner, die aber dort nicht wohnt. Müller fragte die Nachbarn, ob jemand eine Person mit diesem Namen kennt, ohne Erfolg. Auch die Paketboten, die in Sprendlingen unterwegs sind, wurden gefragt, wer das Paket über das Hoftor geschmissen habe. Es wollte aber niemand gewesen sein. Mittlerweile hat Inge Müller einiges an Arbeit hinter sich. Nach längeren Recherchen fand sie heraus, dass das Paket an eine Frau Körner in einer Austraße adressiert war, doch diese wohnt in Klein-Offenseth im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein, etwa 30 Kilometer von Hamburg entfernt.

DHL-Panne bei Offenbach: Paket sollte nach Schleswig-Holstein gehen

So stellt sich die Frage, wieso der Paketdienstleister so falsch lag und die Sendung mehrere hundert Kilometer weiter südlich ablieferte. Die Adresse war ein wenig zugeklebt, berichtet Müller. Ein Aufkleber des australischen Zolls verdeckte den Namen zur Hälfte. Vielleicht kam so die Verwechslung mit dem Kreis Offenbach zustande. Das erklärt aber immer noch nicht, warum das Paket in Dreieich landete. „Es ist schon ärgerlich, da hat das Paket mehrere tausend Kilometer um die halbe Welt hinter sich, den Zoll passiert und geht dann in Deutschland verloren. Das kann doch nicht sein“, sagt Müller.

Statt in Schleswig-Holstein landete dieses Paket aus Australien bei Inge Müller in Sprendlingen (Kreis Offenbach).

DHL-Paket in Sprendlingen bei Offenbach übers Hoftor geworfen

Mittlerweile hat sie die eigentlichen Empfänger in Klein-Offenseth ausfindig gemacht und mit ihnen gesprochen. „Sie haben schon lange auf das Paket aus Australien gewartet und sich schon gewundert.“ Am liebsten wären sie vorbeikommen, hätten das Paket abgeholt – mit einem dicken Dankeschön an Inge Müller. Doch die weite Entfernung zum Kreis Offenbach verhindert das natürlich.

So wollte die Sprendlingerin das Paket per Post schicken. Doch im Postshop bekam sie zur Antwort, dass sie dafür Porto zahlen muss. „Das wurde doch schon in Australien bezahlt“, meint sie verwundert. Am liebsten würde sie das Paket jemandem persönlich mitgeben, der nach Norddeutschland fährt – mit der Gewissheit, dass es am richtigen Ort in die richtigen Hände kommt. Dem Rat eines Freundes ist sie jedenfalls nicht gefolgt. Dieser hatte in den ersten Tagen empfohlen, die Sendung einfach wegzuschmeißen. „Das geht nicht. Da freut sich doch jemand drauf.“

DHL-Paket in Sprendlingen bei Offenbach angekommen: Sprecher hat keine Erklärung

Ein Sprecher von DHL kann sich den Vorgang im Kreis Offenbach nicht erklären. Es dürfe eigentlich keine Lieferung auf Verdacht geben. Er betont aber auch, dass die Adressqualität vieler ausländischer Partner zu wünschen übrig lasse. Wenn DHL nicht nachforschen würde, kämen viele Pakete nicht beim Empfänger an. Auf der Sendung aus Australien fehlte beispielsweise die Postleitzahl, was es natürlich schwierig mache. Der Sprecher kündigte an, der Sache weiter nachzugehen. (Holger Klemm)

In Hadamar wurde eine teure Lieferung über DHL völlig zertrümmert*. Seit dem 01. Mai bietet DHL einen bestimmten Service nicht mehr an.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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