Dreieich

Tierhalter aus Dreieich verzweifelt: Grundstück vor Räumung - Happy End für die Schafe?

Die Schafe sind ein Anziehungspunkt hier in Dreieich. Spaziergänger bleiben stehen, erfreuen sich an ihnen und auch viele Kinder kommen immer wieder hierher.
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Ein Tierhalter in Dreieich hofft auf ein Happy End für seine Schafe. Das Grundstück, auf dem Tiere stehen, soll geräumt werden.

In Dreieich bei Offenbach gibt es Ärger um Schafe. Das Grundstück, auf dem die Tiere stehen, soll geräumt werden – ihr Besitzer ist verzweifelt.

Dreieich – Die sechs Schafe, die friedlich auf der Wiese unweit des Bahnübergangs zwischen Dreieichenhain und Götzenhain weiden, ahnen nicht, welche Aufregung es in den vergangenen Tagen um sie gegeben hat. Was ist passiert? Reinhard Ivenz zog vor ein paar Tagen einen Brief der beim Kreis Offenbach angesiedelten Unteren Naturschutzbehörde (UNB) aus dem Briefkasten. Das Grundstück, auf dem seine Kamerunschafe grasen, muss geräumt werden. Der Diplom-Geograf ist halbwegs verzweifelt.

„Mein eigenes Grundstück in direkter Nachbarschaft habe ich schon vor einigen Jahren geräumt und alle Zäune entfernt. Jetzt soll auch dieses Grundstück geräumt werden. Wo soll ich denn mit den Schafen hin?“, fragt sich der Dreieichenhainer nach dem Brief aus Dietzenbach.

Dreieich in der Nähe von Offenbach: „Schafe sind ein Anziehungspunkt“

Die Tiere waren vor mehr als zwölf Jahren ein Geschenk an seine Mutter. Seit ihrem Tod vor sieben Jahren kümmert sich Ivenz selbst um die Schafe. „Sie sind ein Anziehungspunkt hier in den Wiesen. Spaziergänger bleiben stehen, erfreuen sich an ihnen und auch viele Kinder kommen immer wieder hierher. Wenn ich da bin, dürfen sie auch ins Gehege rein und die Schafe füttern. Die Tiere sind sehr zutraulich und lieb“, schildert Ivenz.

Jetzt sollen sie nach dem Wunsch der UNB verschwinden. Dem Dreieichenhainer geht es um den Schutz der Tiere. Die fünf weiblichen Schafe und der Bock sind alle schon alt. Einen Umzug will er ihnen nicht mehr zumuten. „Ich weiß nicht, wie alt sie werden, aber vielleicht reden wir noch von drei bis fünf Jahren“, hofft der Tierhalter auf einen Aufschub aus Dietzenbach.

Schafe in Dreieich bei Offenbach: Einschläferung droht

Die Nachricht, dass die vierbeinigen Rasenmäher andernfalls möglicherweise eingeschläfert werden müssen, löst in den sozialen Netzwerken eine große Welle der Hilfsbereitschaft aus. Sibylle Ruppersberg von den Fivesheeps in Sprendlingen, die selbst Schafe hält, hat einen Tierschutzverein gefunden, der das blökende Sextett übernehmen würde, wenn die Dreieicher den Transport organisieren können. Auch Uschi Heil, Stadtverordnete und Vorsitzende des Dreieicher Tierheimvereins, will helfen und sucht nach alternativen Standorten. Ein Dreieichenhainer bietet Ivenz spontan vor Ort ein Ausweichquartier an.

Aber vielleicht muss es gar nicht so weit kommen, vielleicht können die Kamerunschafe auch noch ein bisschen auf der Wiese bleiben, auf der sie jetzt leben. Ursula Luh, Sprecherin des Kreises Offenbach, erklärt, dass die Schafe als solches kein Problem seien. „Aber wir sind an dieser Stelle im Außenbereich im Landschaftsschutzgebiet. Dort dürfen keine Zäune stehen“, betont die Sprecherin.

Grundstück in Offenbach Dreieich: Noch keinen Abräumvertrag

Das alleine hilft Reinhard Ivenz natürlich nicht – ohne Zaun keine Schafe. Aber für das Grundstück, das ihm nicht gehört, auf dem seine Tiere aber grasen dürfen, gibt es noch keinen offiziellen Abräumvertrag. „Diese Verträge haben ja ein bisschen Toleranz. Wir können als Behörde natürlich nicht sagen, dass die Schafe bis zu ihrem Tod dort stehen bleiben dürfen. Aber in den meisten Fällen werden diese Abräumvereinbarungen auf zwei oder drei Jahre festgesetzt“, erklärt Ursula Luh.

Übrigens: Berufsschäfer, die die Schafe ja oftmals zur Landschaftspflege halten und die auch gerne in Ballungsgebieten eingesetzt werden, dürfen ihre Tiere auch im Landschaftsschutzgebiet einzäunen, für sie gilt diese Regel nicht. Auch das bringt Reinhard Ivenz freilich nicht weiter. „Aber diese neuen Nachrichten aus Dietzenbach beruhigen mich ein bisschen. Es wäre schön, wenn die alten Damen und der Schafsbock hier ihre letzten Tage verbringen könnten. Vielleicht sind diese drei Jahre dafür schon ausreichend.“ (Nicole Jost)

Immer wieder kommt es in Dreieich bei Offenbach zu Konflikten in Sachen Natur.

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