LAGERHOF OFFENTHAL

Schranke gegen Unbelehrbare? DLB sucht nach Lösung, illegale Müllablagerungen zu unterbinden

Riesenschweinerei: Schon seit Herbst vergangenen Jahres landen vor den Toren des Lagerhofs immer wieder solche Müllhaufen, die aufwendig entsorgt werden müssen. Der DLB sucht nach Mitteln und Wegen, dieses illegale Treiben zu unterbinden.
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Riesenschweinerei: Schon seit Herbst vergangenen Jahres landen vor den Toren des Lagerhofs immer wieder solche Müllhaufen, die aufwendig entsorgt werden müssen. Der DLB sucht nach Mitteln und Wegen, dieses illegale Treiben zu unterbinden.

Zig Säcke mit Mörtel, Pizzaschachteln, Kartonagen, Sperrmüll, gelbe und blaue Säcke – vor dem Lagerhof in Offenthal sieht es – pardon – aus wie Sau. Unbekannte haben dort in dieser Woche im großen Stil Abfall „entsorgt“.

Offenthal –Es handelt sich nicht um einen Einzelfall. Die illegalen Ablagerungen beschäftigen den städtischen Dienstleistungsbetrieb (DLB) schon seit Herbst vergangenen Jahres. Anfang September hatte die Offenthaler SPD die Zustände in einer Pressemitteilung öffentlich gemacht. Die Situation, so der Vorsitzende Maik Zimmer, sei untragbar. Der Inhalt aufgeplatzter Säcke verteile sich teilweise über das ganze Gelände bis zur Feuerwehrwiese. „Das ist eine Riesenschweinerei, gegen die etwas unternommen werden muss“, fordert Zimmer, der auch Stadtverordneter ist. Auch, weil auf der Wiese hinter der Wingertschule regelmäßig Kinder spielten. Die SPD-Fraktion wollte deshalb wissen, was Magistrat und DLB unternehmen wollen, um das unsägliche Treiben zu unterbinden. Die Anfrage hat der Magistrat in Person von Bürgermeister Martin Burlon jüngst beantwortet.

Deutlich wird, dass guter Rat teuer ist. Mit Beginn der Vermüllung des Umfeldes am Lagerhof im Herbst 2019 wurde zunächst ein Hinweisschild angebracht. Lerneffekt? Gleich Null. Immerhin: In einigen Fällen konnten die Verursacher ausfindig gemacht werden. „Adressaufkleber, die im Rahmen der Ermittlungen gefunden wurden, deuten auf Offenthaler Bürger hin, sodass Mülltourismus recht sicher ausgeschlossen werden kann“, berichtete der Verwaltungschef. Nicht alle kommen ungeschoren davon. Es seien bereits einige Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden, so Burlon.

Die Installation von Kameras scheidet aus. Damit könnte nur der städtische Lagerhof überwacht werden, aber nicht das Areal drumrum. Das liest sich beim Magistrat so: „Eine Videoüberwachung dieser öffentlichen Fläche wird aufgrund des Aufwands (rechtlich, organisatorisch) eher nicht in Frage kommen, zumal dann der gesamte Platz überwacht werden müsste, um Ablagerungen an neuen Stellen in diesem Bereich zu vermeiden.“

Es könnte aber eine andere Lösung geben, um die Situation in den Griff zu bekommen. Der Einbau einer Schranke an der Zufahrt könnte das illegale Befahren des Platzes und das Entladen von Müll aus dem Kofferraum verhindern, so die Stadtregierung. „Da der Weg über den Platz aber bei einer Alarmierung der Feuerwehr ohne Hindernisse befahrbar sein muss, kommt nach Aussage der Feuerwehr hier nur eine elektronische Schranke mit Drücker, ein versenkbarer Poller oder ähnliches mit entsprechend hohem Installations- und Unterhaltungsaufwand infrage.“ Hintergrund: Weil es vor dem Feuerwehrhaus nicht genügend Parkplätze gibt, stellen die Einsatzkräfte bei einer Alarmierung ihre Autos auf dem Gelände neben dem Lagerhof ab.

Man werde gemeinsam Überlegungen anstellen, wie man die wilden Ablagerungen verhindern könne, sagt Petra Klink. Der DLB-Chefin hat einen ordentlichen Brass auf die Verursacher. Manche Leute seien offenbar zu faul, um einen Sperrmülltermin zu beantragen. Die Kosten zur Beseitigung der Müllberge gingen zulasten aller Gebührenzahler, ärgert sich Klink über das verantwortungslose Handeln einiger Unbelehrbarer. Der Magistrat hat angekündigt, die Kontrollen im Rahmen der personellen Möglichkeiten nochmals zu verstärken.Von Frank Mahn

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