Kritik an Ministerium und Stadt

IGO teilt nach zwei Seiten aus

+
Die Messeler Straße gleicht einem Flickenteppich. Aus Sicht von Hessen Mobil ist dieser Zustand aber offenbar ordnungsgemäß. In ihrem Angebot hat die Behörde die Straße jedenfalls nicht berücksichtigt.

Offenthal - Es ist ruhig geworden um die Interessengemeinschaft Offenthal, doch das „unmoralische“ Angebot von Hessen Mobil nimmt die IGO nicht kommentarlos hin. Von Frank Mahn

Sie hat einen Brief an den hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir geschrieben, der den Zustand der ehemaligen Ortsdurchfahrten sinngemäß als „in Ordnung“ bezeichnet hatte. Wie berichtet, hat Hessen Mobil der Stadt 42.000 Euro in Aussicht gestellt, weil in Weiher- und Bahnhofstraße lediglich in Teilbereichen noch kleinere Sanierungsarbeiten erforderlich seien. Viel zu wenig, meint ein von der Stadt beauftragtes Ingenieurbüro. Zumal die Verkehrsbehörde des Landes die Messeler Straße einfach mal unterschlagen hat. Nicht nur der Magistrat will deshalb intervenieren. Die IGO um Marc Spangenberg, Tine Schellhorn und Norbert Messerschmidt macht ihrem Ärger in einem Brief an den Minister Luft. Dessen Antwort auf eine SPD-Anfrage habe man mit Erstaunen zur Kenntnis genommen. Die Verfasser mutmaßen, dass sich das Ministerium mit der ihr vorliegenden Fotodokumentation nicht wirklich beschäftigt hat.

„Natürlich sind wir froh über die Entlastung durch die Ortsumfahrung, mit der Umsetzung sind aber auch die Umwidmung und Sanierung (durch Hessen Mobil) der ehemaligen innerörtlichen Durchgangsstraßen verbunden. Wie die Sanierung des Straßenbelags vor einer Übergabe aussehen sollte, wurde durch Hessen Mobil im Bereich der Flur- und eines Teils der Mainzer Straße beispielhaft ausgeführt. Hier wurde der komplette Straßenbelag ,abgeschält’ und mit einer neuen Decke versehen. Der Zustand ist danach auch nicht straßenbaulich ordnungsgemäß, aber wenigstens zufriedenstellend“, schreibt die IGO. Zumindest diesen Zustand erwarte man als Ergebnis der Sanierung in den Bereichen Weiher-, Bahnhof- und Messeler Straße. Vorher solle die Stadt sie nicht abnehmen.

Die IGO ist aber nicht nur auf das Ministerium und Hessen Mobil schlecht zu sprechen. Es geht um die Umgestaltung der Ortsdurchfahrten, die in mehreren Planungswerkstätten unter Beteiligung vieler interessierter Bürger vorangetrieben wurde. „Leider sieht es zurzeit (mal wieder) so aus, als ob wir im Stadtteil Offenthal, entgegen aller Beteuerungen seitens der Stadt, am Ende wieder leer ausgehen“, befürchtet Marc Spangenberg. Auch der IGO sei klar, dass nicht alles innerhalb eines Jahres umgesetzt werden könne. Aber das „bisschen Geld“, das im Dreieicher Haushalt 2016 eingeplant sei, plus die „lächerlichen“ 42.000 Euro von Hessen Mobil seien „völlig unzureichend“.

Alles zum Thema Auto und Verkehr

Die Kritik am Dreieicher Haushalt löst Verwunderung bei Erstem Stadtrat Martin Burlon (parteilos) aus. Im Etat für dieses Jahr seien immerhin 360.000 Euro für Planung und Umbau eingestellt. Davon entfielen 220.000 Euro auf die Neugestaltung der Ortseingänge in der Dieburger, Mainzer und Bahnhofstraße, mit der im zweiten Halbjahr begonnen werden soll. Vorgesehen sind nach den Worten von Burlon Fahrbahnverschwenkungen und Baumtore mit dem Ziel, dass Autofahrer den Fuß vom Gaspedal nehmen und langsamer fahren müssen.

In einem zweiten Schritt werde man sich der Ortsmitte um die Kirche herum zuwenden. Die Planungsmittel stünden im Haushalt bereit, sagt der Erste Stadtrat, der zudem auf eine sogenannte Verpflichtungsermächtigung für 2017 verweist. Sie sieht für Maßnahmen in der alten Ortsmitte Ausgaben von 580.000 Euro vor. Wie die IGO da von ein „bisschen Geld“ reden könne, sei ihm rätselhaft, so Burlon.

Offenthaler Ortsumfahrung eröffnet

Kommentare