Ausgelassene Zeit im Zelt

Offenthaler Kerb: Traditionsfest feiert fulminantes Comeback

Rockten das Festzelt: Die Band Johnny, Jack & Jim heizte den Besuchern der Offenthaler Kerb am Samstagabend ein. Für den Einlass galt die 2G-Regel.
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Rockten das Festzelt: Die Band Johnny, Jack & Jim heizte den Besuchern der Offenthaler Kerb am Samstagabend ein. Für den Einlass galt die 2G-Regel.

Die Offenthaler Kerb funktioniert auch unter Pandemiebedingungen. Der Rummel geht noch bis Dienstag.

Offenthal – Was ist das für ein Gedrängel im Zelt am Samstagabend. Auf der Bühne rocken Johnny, Jack & Jim und beschallen den Ort gleich noch ein bisschen mit. Die Fans von den härteren Klängen kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten und Frontmann Steven Haasemann ist wohl das, was Rock’n’Roller eine Rampensau nennen. Aber auch die Musiker geben Vollgas, die fünf Jungs lassen es mit den Hits von AC/DC, Journey, Judas Priest, Ozzy Osbourne oder Billy Idol in Offenthal auf der Bühne so richtig krachen.

Es ist wie in alten Zeiten – zumindest fast. Früher gab’s eher einen Kerbball, aber Zeltparty ist mindestens genauso gut. Der erst 2019 gegründete Kerbverein wollte dringend an den Erfolg im Premierenjahr anknüpfen und hat deswegen schon früh entschieden: Wir wollen auch unter Pandemiebedingungen unsere Kerb feiern und die eigenen Traditionen schaffen. Das Risiko hat sich gelohnt. Die Offenthaler – und etliche Besucher aus den Nachbarorten – haben es gedankt und sind zu Dutzenden ins Festzelt gekommen.

Auch wenn es natürlich vereinzelt Kritik für die 2G-Regelung gab: Mit ausreichend Kontrolle am Zelteingang mit Hilfe einer Sicherheitsfirma können die Geimpften und Genesenen ausgelassen feiern. „Eine andere Lösung hätte nicht funktioniert, wir hätten mit der 3G-Regel 60 Leute ins Zelt lassen dürfen“, erklärt Kerbvereins-Vorsitzender Sebastian Krebs mit Blick auf die ausgelassen feiernde Menge. Jetzt sind es gut 400 Menschen, die die Band feiern.

Tradition darf nicht fehlen: Kerbborschen mit Kerbvadder Dominik Weilmünster beim Aufstellen des Kerbbaums.

Schon am Freitagabend ist der Zeltplatz, der mit Autoscooter, etlichen Buden zum Spielen und Lose ziehen, Würstchen, Crêpes, Popcorn und Zuckerwatte lockt, proppenvoll. Um Punkt 18 Uhr laufen die Kerbborschen mit Kerbvadder Dominik Weilmünster singend ein. Weilmünster übernimmt nach 2019 zum zweiten Mal die Verantwortung, ihm zur Seite stehen acht weitere junge Männer. „Es macht riesig Spaß, wir hatten wegen Corona wenig Neuzugänge, aber mit neun Mann können wir den Spaß schon stemmen“, sagt Weilmünster.

Mit Spaß ist in diesem Moment der Kerbbaum gemeint. Eine Tanne – in der Spitze noch recht prächtig, aber der Stamm hat nicht mehr viel Geäst. Die Jungs sind gemeinsam stark und haben den Baum unter dem Applaus der Menge nach rund 15 Minuten gestellt. Die Party kann starten. Weilmünster erinnert in seiner Kerbrede an die vergangenen, harten Monate: „Ai was war des ferre wilde Zeit, nix durfste mehr unn nur dahaam die Leit. Aber ich denk, von dem olle Virus wolle mer hier net schwätze, liewer schee en Schobbe petze!“

Nach dem Bieranstich tanzt das Festzelt am Freitagabend zur Musik von DJ Sasha. Er trifft den richtigen Ton, zu altbekannten Partyhits fliegt die Kuh im Zelt. Bis 23 Uhr, dann muss die Musik verstummen. „Die Letzten, die den Aufräumdienst übernommen hatten, haben um zwei Uhr die Sachen gepackt“, verrät Sebastian Krebs. Auch am Samstag wird es spät und schon am Sonntagmorgen ist das Festzelt zum Auftritt der Kurbel-Brüder wieder voll. „Ich denke, das Besondere ist, dass wir zu allen Terminen im Festzelt ein sehr gemischtes Publikum haben. Ob DJ oder Rock, hier ist alles vertreten von 18 bis 80“, freut sich der Vereinsvorsitzende.

Auch wenn das eigentliche Kerbprogramm nach dem Wochenende zu Ende ist, bleibt der Rummel noch erhalten. Bis Dienstag drehen sich das Karussell und die Autos auf der Scooter-Bahn. (Nicole Jost)

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