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Oldtimer sind in der Dreieichenhainer Altstadt der Publikumsmagnet

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Von: Nicole Jost

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So lässt es sich leben: Auf der Fahrgasse lud die Gastronomie zur Pause vom Sonntagsbummel ein.
In der Dreieichenhainer Altstadt waren am Sonntag viele Oldtimer ausgestellt, auch der rennerprobte Lotus des Dietzenbacher Rennfahrers Kurt Neumann. © - Jost

Sonnenschein, ein Aperol Spritz in den Händen, auf Hochglanz polierte Oldtimer bewundern und durch Dreieichs schönste Einkaufsstraße bummeln – diese Art von Sonntagsvergnügen haben die Menschen lange herbeigesehnt. Die Fahrgass’ Classics der Werbegemeinschaft Dreieichenhain sind ein voller Erfolg. Schon mittags um 12 wird es in den Gassen langsam eng und der Burggarten lässt kaum ein weiteres Auto zu.

Dreieich - Die PS-starken Schmuckstücke sind wahre Augenweiden. Alte 911er, riesige amerikanische Straßenkreuzer in allen Farben, alte Traktoren, viele Modelle deutscher Hersteller und sogar Rolls Royce sind zwischen Obertor, Burggarten und Untertor ausgestellt. Die Oldtimer locken viele Fans aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet an. Mitten drin im Burggarten steht ein blaues Lotus MK1 Cabrio, ein Youngtimer, Baujahr 1998. „Ich bin eher ein Oldtimer als mein Auto“, sagt Kurt Neumann und aus seinen Augen blitzt der Schalk. Der Dietzenbacher ist vor 14 Tagen mit seinem blauen Flitzer noch über den Hockenheimring gerast. „260 Stundenkilometer sind auf der Geraden meine Höchstgeschwindigkeit. Ich bin Dritter geworden, mir macht es immer noch Spaß“, sagt der Rennfahrer, der im März seinen 88. Geburtstag gefeiert hat. Für seine Rennlizenz muss er jedes Jahr aufs Neue zum Amtsarzt – der testet auch seine Reaktionsfähigkeit, berichtet der fitte Senior.

Rennen fahren Wolfgang Kurzschenkel und Christa Greyer mit ihrem gepflegten Daimler Benz Ponton 220 SE Cabrio nicht. Dafür erfreuen sie Hochzeitspaare mit der 1960 in Deutschland und in die USA ausgelieferten dunkelblauen Edelkarosse. Nur rund 2 500 Stück hat Mercedes von diesem Modell gebaut – es sind rare Sammlerstücke. Seit drei Jahren ist der Daimler im Besitz des Paares aus Rödermark. „Das Auto steht bei uns in der beheizten Garage“, erzählt Wolfgang Kurzschenkel.

Neben den vielen wunderschönen Oldtimern zeigt sich auch die Fahrgasse zum verkaufsoffenen Sonntag von ihrer besten Seite. Die Gastronomen haben ihre Sitzgelegenheiten in großer Zahl nach draußen auf die Straße ausgebreitet. Die Einzelhändler präsentieren ihre Geschäfte und locken mit Angeboten. Für Petra Valva ist es der erste Sonntag auf der Fahrgasse. Die Boutiquebesitzerin hat ihren Laden vor dem Obertor erst im vergangenen Dezember eröffnet. „Bei uns gibt es Bekleidung direkt aus Italien, keine China-Ware und auch mal was anderes als die Bekleidung, die Filialisten in jeder Stadt verkaufen“, sagt die Dreieichenhainerin, die ein zweites Geschäft in Wiesbaden betreibt und alle drei bis vier Wochen nach Italien reist und die Kleidung direkt ab Fabrik und ohne Zwischenhändler einkauft. Für sie ist es eine Selbstverständlichkeit, bei der gemeinsamen Aktion ausnahmsweise am Sonntag zu öffnen. „Wir sind neu, wir wollen uns zeigen.“

Robin Winkel, Vorsitzender der Dreieichenhainer Werbegemeinschaft, ist beim Anblick der Menschenmassen, die sich zwischen den Oldtimern die Fahrgasse hoch- und runterschieben glücklich: „Wir sind einfach nur froh, dass so eine Veranstaltung nach dieser langen Zeit endlich wieder möglich ist.“ Mit der teilnehmenden Anzahl von rund 40 Mitgliedern aus dem Verein ist er zufrieden. „Wenn es so läuft wie heute, auch dass so viele Autos gekommen sind, dann macht es einfach nur Spaß“, zieht der Vorsitzende eine positive Bilanz.

Von Nicole Jost

So lässt es sich leben: Auf der Fahrgasse lud die Gastronomie zur Pause vom Sonntagsbummel ein.
So lässt es sich leben: Auf der Fahrgasse lud die Gastronomie zur Pause vom Sonntagsbummel ein. © - Jost

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