Großer Andrang bei BOA!!!-Festival

Open Air startet richtig durch

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Da blieb kein Plätzchen an der BOA!!!-Bühne im Buchweg frei.

Buchschlag - Zufriedene Gesichter bei den Veranstaltern von BOA!!!. Das Buchschlager Open Air lockte am Wochenende zahlreiche Besucher zur Bühne im Buchweg. Dort warteten ein breites Musikspektrum und ein Gottesdienst.

Mit Mr. Perfection & the King of Mumuland rockt Stefi Neumann auf der BOA!!!-Bühne am Samstagabend richtig ab. Spontan greift die Mitorganisatorin des Buchschlager Festivals zum Mikrofon und singt einen Rockklassiker. „Das war jetzt zum Spaß“, sagt die sympathische Buchschlagerin, als sie glücklich lachend von der Bühne kommt, „aber ganz ehrlich, ich bin insgesamt mehr als happy!“. Dazu hat sie auch allen Grund. Das vierte Buchschlager Open Air (BOA!!!) ist ein grandioser Erfolg. „Heute Vormittag saßen wir noch hier und haben alle fünf Minuten die Agrar App gecheckt – das ist der verlässlichste Wetterbericht, den es gibt. Aber es hat glücklicherweise alles gehalten“, sagt sie, während sie den Blick über den Kreuzungsbereich zwischen Feuerwehr und Evangelischer Kirche schweifen lässt. Und da kann sie nur zufrieden sein. Auch wenn es nicht mehr ganz so warm ist wie die Wochen zuvor, es bleibt trocken und die Besucher kommen: Die Bierzeltgarnituren sind alle besetzt, die einzelnen Stühle auf der Wiese vor der Kirche belegt und selbst an den Stehtischen ist kein Plätzchen mehr zu ergattern.

Die Leute lauschen den rockigen Klängen von Mister Perfection, der mit Metallica und Guns N’Roses die Besucher erfreut. An dem Flammkuchenstand bilden sich lange Schlangen, die Kartoffelpuffer mit der grünen Soße sind bereits ausverkauft und – das gibt es wohl wirklich nur in Buchschlag – sogar der Hummer findet reißenden Absatz. Die Sektgläser klirren zu hunderten aneinander.

Paula Stenger und Jule Heidmann

„Das Besondere dieses Jahr ist, dass wir gleich bei den ersten Gitarrenakkorden ganz großartige Besucherzahlen erreicht haben“, ist Stefi Neumann mehr als zufrieden. Das mag an der Bandauswahl gelegen haben. Mit „Romie“ als Festivaleröffner haben die Organisatorin Neumann sowie ihre Mitstreiter Manfred Stoll und Hartmut Preuße einen guten Riecher bewiesen. Die beiden Studentinnen der Musikhochschule Frankfurt, die Dreieicherin Jule Heidmann und die Aschaffenburgerin Paula Stenger, wissen das Buchschlager Publikum mit ihrem gefühlvollen Singer-Songwriter-Klängen von der ersten Sekunde an zu verzaubern. Ein Mann im Publikum bekommt glänzende Augen: Dreieichs Musikschulleiter Martin Winkler. Bei ihm Zuhause gaben Paula und Jule als Romie vor ziemlich genau fünf Jahren ihr allererstes Konzert. Jule ist durch alle Stationen seiner Musikschule gelaufen: „Es ist sensationell heute zu beobachten, dass diese beiden tollen Mädels ihren musikalischen Weg gefunden haben. Das fasziniert mich sehr und ich freue mich riesig für sie“, sagt Winkler, während Jule und Paula mit selbst geschriebenen Songs wie „Good in Goodbye“ oder „34 Zigarettes“ ihr Publikum berühren. Das Duo ist auch kein bisschen traurig, dass sie die etwas schwierige Rolle des „Openers“ übernehmen mussten: „Wir sind nun mal keine Samstagabend-Partyband, und wir freuen uns über jede Gelegenheit zu spielen. Das war wirklich ganz wunderschön heute hier in der Sonne, mit so vielen netten Menschen und bekannten Gesichtern“, ist Jule ganz beseelt.

Buchschlager Open Air: Bilder

Aber auch die Rocker mit Heimvorteil Disaster packen die Besucher am richtigen Nerv. Bei Hits wie „Blinded by the light“ oder „Don’t stop believing“ bleibt kein Fuß still. Zu süß, wie besonders die kleinen Gäste wild vor der Bühne auf und ab hüpfen. Die Metal-Symphoniker Snow White Blood haben ebenso ihre Fans wie Mixed Pack, die zum Abschluss am Samstag noch einmal Vollgas geben. Trotz des langen Abends sind die Buchschlager kein bisschen müde und kommen schon am Sonntagmorgen wieder zum Gottesdienst zum Gebet mit Pfarrer Jochen Spengler auf der Straße zusammen.

Stefi Neumann will noch nicht richtig mit der Sprache rausrücken, ob 2019 wieder ein BOA!!“ gefeiert wird: „Wir müssen sehen, wie wir die Finanzen aufstellen. Je größer die Veranstaltung wird, desto mehr Verantwortung wird es für uns drei Organisatoren ja auch.“ Aber so, wie es aus ihren Augen heraus blitzt und wie sehr sie die gute Stimmung unter freiem Himmel genießt, stehen die Chancen sicher nicht ganz schlecht für das fünfte Festival auf Buchschlags Gassen im kommenden Jahr. (zcol)

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