Park-and-ride in Dreieich-Buchschlag

Parkplatz in Dreieich: Pendler parken 2021 kostenfrei

Der Gebührenkelch ist an den Pendlern noch einmal vorübergegangen. 2021 bleibt die Nutzung des Park-and-ride-Platzes in Buchschlag kostenlos.
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Der Gebührenkelch ist an den Pendlern noch einmal vorübergegangen. 2021 bleibt die Nutzung des Park-and-ride-Platzes in Buchschlag kostenlos.

Der Park-and-Ride-Parkplatz ermöglicht Pendlern in Dreieich einen komfortablen Wechsel vom Auto in die Bahn – und das auch 2021 gebührenfrei.

Dreieich - Der Protest in Buchschlag bei Dreieich hat Früchte getragen, die Deutsche Bahn (DB) wird im nächsten Jahr keine Gebühren für den Pendler-Parkplatz am Bahnhof in Buchschlag erheben. Diese erfreuliche Nachricht verkündete die Stadt gestern. Die Stadtverordneten beschlossen am Abend eine Resolution, nach der die Deutsche Bahn (DB) den Plan endgültig zu den Akten legen soll.

Die jüngst bekannt gewordene Absicht des bundeseigenen Unternehmens, den Park-and-ride-Parkplatz mit 100 Stellplätzen ab Januar über eine Tochtergesellschaft selbst zu bewirtschaften und dafür Geld zu verlangen, hatte nicht nur im Rathaus von Dreieich für Unverständnis gesorgt. Bürgermeister Martin Burlon kündigte an, diese Entscheidung nicht auf sich beruhen zu lassen und durfte sich der Unterstützung seiner Kollegen Herbert Hunkel (Neu-Isenburg) und Jan Werner (Langen) sicher sein. Nun kann Burlon einen Etappenerfolg vermelden.

Parkplatz für Pendler in Dreieich: Keine Lösung auf Dauer

Zumindest in 2021 müssen sich die Pendler aus Dreieich keine Gedanken über Mehrkosten machen. Wie die DB-Tochter Station & Service dem Magistrat mitgeteilt hat, soll der sogenannte Gestattungsvertrag mit der Stadt zum Betrieb des Parkplatzes bis zum 31. Dezember 2021 zu den bisherigen Konditionen verlängert werden. Zudem, heißt es weiter, sei man offen für Gespräche.

„Ich freue mich, dass meine Initiativen auf unterschiedlichsten Ebenen zumindest einen ersten Teilerfolg gebracht haben“, meint Martin Burlon. Aber mittel- und langfristig sei ja noch nichts geregelt. „Wir haben ein bisschen Zeit gewonnen“, stellt der Rathauschef fest. Nun bleibe abzuwarten, wie sich die Verhandlungen mit der Bahn entwickelten. „Wir halten jedoch an unserem grundsätzlichen Ziel fest, den Pendler-Parkplatz als kostenfreies Angebot auch in Zukunft zu erhalten.“ Nur mit attraktiven Angeboten für Pendler könne es gelingen, wichtige Themen wie Klimaschutz und Verkehrswende voranzutreiben. „Dazu gehört auch ein bequemer Umstieg auf den ÖPNV, mit dem wir den Autoverkehr in der Region im Sinne einer umweltfreundlicheren, nachhaltigeren Mobilität minimieren können.“

Bahn: Pendlerparkplatz für Park-and-Ride in Dreieich

Eine Sprecherin der Bahn sagte auf Anfrage, zwischenzeitlich sei die „Kommunikation abgerissen“. Nun aber habe man den „Gesprächsfaden wieder aufgenommen“ und strebe in Verhandlungen mit der Stadt „eine Lösung an, die alle Interessen berücksichtigt“.

Der jetzt erst einmal abgesagte Gebührenhammer beschäftigte gestern Abend auch die Stadtverordneten im Bürgerhaus. Sie verabschiedeten eine Resolution, die Martin Burlon vorgelegt hatte. Demnach fordert das Parlament von Dreieich die Deutsche Bahn AG auf, ihre Pläne, den Park-and-ride-Parkplatz in Buchschlag Pendlern nur noch kostenpflichtig zur Verfügung zu stellen, aufzugeben und stattdessen im Interesse einer für die Bevölkerung akzeptablen Lösung einen erneuten Dialog mit der Stadt aufzunehmen. „Ziel soll es sein, eine einvernehmliche Lösung dahingehend zu erarbeiten, den Parkplatz auch in Zukunft allen Bahnnutzern kostenfrei anzubieten.“ Die SPD hatte im Vorfeld signalisiert, auf eine von ihr angekündigte Resolution zu verzichten. (Frank Mahn)

Angemerkt

Ich halte es heute mal mit Katja Ebstein. Wunder gibt es immer wieder. Der vielstimmige öffentliche Aufschrei hat offenbar Wirkung entfaltet. Die Deutsche Bahn zeigt jedenfalls Einsicht und begräbt zumindest vorerst den Plan, den Pendlern fürs Parken in Buchschlag in die Tasche zu greifen. Gut so! Was genau das Unternehmen zum Einlenken veranlasst hat – das Geschwurbel von abgerissenen Gesprächsfäden erscheint nur bedingt glaubhaft –, wissen nur die Verantwortlichen bei der Bahn. Die Stadt und die Nutzer des Parkplatzes haben jedenfalls ein Jahr Aufschub gewonnen. Das ist erst mal entscheidend. Alles Weitere müssen die Gespräche im nächsten Jahr zeigen. Da die Bahn den ersten Schritt getan hat, fällt ihr der zweite vielleicht nicht mehr so schwer. Denn der muss zwingend folgen.

Frank Mahn

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