Die passende Botschaft zum Fest

Hoffnung auf Bleiberecht für Familie Qarri

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Ihre Zukunft sieht nach der Empfehlung der Härtefallkommission deutlich rosiger aus. Gezim, Filip, Jolanda, Sonila und Deivis Qarri haben sich in Dreieichenhain gut eingelebt und möchten gerne dauerhaft bleiben.

Dreieich - Frohe Botschaft kurz vor Weihnachten: Die albanische Familie Qarri, die 2014 ihre Heimat verlassen hatte, damit ihr autistischer Sohn Deivis in Deutschland behandelt werden kann, darf sich Hoffnung auf einen dauerhaften Aufenthalt machen. Von Frank Mahn 

Die Härtefallkommission des Hessischen Landtags hat den Antrag des Netzwerks Flüchtlingshilfe und der Burgkirchengemeinde positiv bewertet. Es ist noch keine endgültige Entscheidung, aber eine, die Mut macht. Nachdem der Asylantrag der Qarris abgelehnt worden war und auch eine vom Flüchtlingsnetzwerk Dreieich gestellte Petition nicht zum Erfolg geführt hatte, ruhten die Hoffnungen der Familie und ihrer Unterstützer auf der Härtefallkommission. Und dieses Gremium, dem nicht nur Politiker, sondern unter anderem Vertreter von Sportverbänden, Amnesty International, Kirchen und Landesärztekammer angehören, hat vor wenigen Tagen den Antrag aus Dreieich positiv beschieden. Die Kommission empfiehlt dem hessischen Innenminister Peter Beuth, der Familie aus humanitären Gründen einen Aufenthaltstitel – also ein Bleiberecht – zu gewähren.

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Die Qarris sind natürlich glücklich über diese Entwicklung, wissend, dass die letzte Hürde noch nicht genommen ist. Doch alle seien jetzt optimistisch, sagt Gisela Schäfer. Gemeinsam mit Renate Adler kümmert sie sich um die Familie, im Umgang mit den Behörden sind sie eine unverzichtbare Hilfe. Den Härtefallantrag brachte Schäfer mit einigen anderen persönlich nach Wiesbaden, um bloß keine Frist zu versäumen und eine Abschiebung zu verhindern. „Wir sind sehr glücklich, bis hierher gekommen zu sein, um der Familie mit dem an Autismus erkrankten kleinen Jungen zu helfen.“

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren sind Sonila und Gezim Qarri mit ihren drei Kindern nach Deutschland gekommen. Die Familie hat sich in Dreieichenhain bestens eingelebt. Die beiden älteren Kinder Jolanda und Filip sind nicht nur gute Schüler, sie sind in Vereinen aktiv und haben viele Freundschaften geschlossen. Ihr an Autismus leidender Bruder Deivis (4) hat vor ein paar Monaten erstmals ein paar Wörter gesprochen, was auch auf den Besuch der Kita zurückzuführen ist. Durch eine Spende konnte der Junge inzwischen im Langener Autismuszentrum vorgestellt werden. Seither gibt es eine gesicherte Diagnose.

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Die Nachricht aus Wiesbaden ist auch für Pfarrerin Barbara Schindler eine vorgezogene Bescherung. „Das ist ein wunderbares Weihnachtsgeschenk – wir danken der Härtefallkommission, dass sie im Sinne der Menschlichkeit und Nächstenliebe entschieden hat und freuen uns mit der Familie.“ Die Pfarrerin lobt das Engagement der Ehrenamtlichen. „Dank des unermüdlichen Einsatzes, den Gisela Schäfer und Renate Adler gezeigt haben, hat Deivis nun die Chance auf eine lebenswerte Zukunft“, freut sich Schindler.

Gezim und Sonila Qarri könnten auf der Stelle den Lebensunterhalt für die Familie verdienen. Beide haben feste Jobangebote, aber noch keine Arbeitserlaubnis. Ein anderer Wunsch steht derzeit bei Filip (13) und seiner Schwester Jolanda, die gestern ihren elften Geburtstag feierte, ganz oben auf der Liste: Die beiden würden gerne das Gitarrenspiel erlernen – Instrumente sind gespendet worden, fehlt noch jemand, der ihnen kostenlos Unterricht gibt. Kontakt über Gisela Schäfer (Tel.: 06103/85511) oder Renate Adler (Tel.: 06103/84395)

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