1350 Euro Geldstrafe

Perfide Rache-Aktion: Barbesitzer aus Dreieich verschickt pikante Videos der Ex-Freundin

Ein Mann hat pikante Videos an die Familie seiner Ex-Freundin versendet.
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Ein Mann hat pikante Videos an die Familie seiner Ex-Freundin versendet.

Aus enttäuschter Liebe keimte schon so manche Straftat. Ein verlassener Sprendlinger griff im Juli vergangenen Jahres zu einer besonders perfiden Form der Rache: Er schickte per WhatsApp pikante Videos seiner Ex-Freundin an deren Familienangehörige.

Dreieich/Langen – Dafür musste sich der Mann nun vor dem Amtsgericht Langen wegen des Tatbestands der Verbreitung pornografischer Schriften in drei Fällen verantworten. Das Ergebnis: 1350 Euro Geldstrafe.

Bereits im April hatte Richter Volker Horn einen Strafbefehl erlassen. Möglich ist dies bei einer maximalen Sanktion von einem Jahr Gefängnis plus weitgehend geklärtem Sachverhalt. Der 45-jährige Angeklagte legte jedoch Einspruch ein. Was sich – sieht man von den Prozesskosten ab – tatsächlich gelohnt hat: Das damalige Strafmaß betrug nämlich satte 4 800 Euro.

Pikante Videos der Ex-Freundin verschickt: „Ich habe sie wirklich geliebt“

Ein teurer Spaß für 16, in drei WhatsApp-Nachrichten verpackte, maximal zweieinhalb Minuten lange Filmchen. Die übrigens nicht nur die 40-jährige Bad Vilbelerin, sondern auch den Produzenten selbst „in Stellung“ zeigten. „Ich hab danach aber sofort alles gelöscht!“, beteuert der Barbesitzer schuldbewusst. „Meine Ex hat mich damals sexuell und finanziell betrogen und ausgenutzt, sie hat nur mit mir gespielt. Ich habe sie wirklich geliebt, hätte alles für sie getan!“

Eineinhalb Jahre dauerte die Beziehung zwischen dem geschiedenen Familienvater und der arbeitssuchenden Zeugin. Die behauptet etwas ganz anderes. „Betrogen? Nein, das stimmt alles nicht. Und ich weiß auch nicht, wann er die wirklich gelöscht hat!“ Adressaten waren Mutter, Cousine und der Bruder der 40-Jährigen. Die hielten die Sache natürlich nicht vor der Bad Vilbelerin geheim. Sie selbst brachte die Geschmacklosigkeit dann zur Anzeige. „Hat er sich bei Ihnen entschuldigt?“, will Horn wissen. „Ja, nachdem ich ihn gefragt habe, warum er das getan hat“, so die Zeugin. Die Antwort: Er wolle sie zurückhaben. Welch (un-)logischer Zusammenhang da auch immer sein mag – vertragen haben sich die beiden inzwischen trotz aller Vertrauensbrüche wieder, pflegen regelmäßigen Kontakt, aber keine Liebesbeziehung mehr.

Nach Versenden von pikanten Videos: Geldstrafe fällt geringer aus

Dass die Geldstrafe diesmal deutlich geringer ausfällt als im April, hat der Gastronom zum Großteil seinem, den derzeitigen Corona-Umständen geschuldeten, Verdienstausfall zu verdanken. Staatsanwältin Sophia Graefe fordert zwar ein paar hundert Euro mehr, hebt aber auch Aspekte hervor, die für den Sprendlinger sprechen: keine Vorstrafen, eine persönliche Entschuldigung und eine lange zurückliegende Tat. (Von Silke Gelhausen)

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