Martina Schefzyk feiert Jubiläum

Auf Gottes Wege ist Verlass

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Seit 25 Jahren ist der Altar in der evangelischen Kirche Götzenhain der Arbeitsplatz von Martina Schefzyk. Ihr Jubiläum wird dort am Sonntag mit einem Festgottesdienst gefeiert. Daran schließt sich ein Empfang im Gemeindehaus an.

Götzenhain - Dankesbriefe von Ehepaaren, die sie getraut hat. Trauernde, die ihren Zuspruch würdigen. Oder: „Wenn ich in den Kindergarten komme und eins der Kinder ruft: ,Das ist Gottes Liebe.’ Das bewegt mich.“ Von Enrico Sauda

Für Pfarrerin Martina Schefzyk sind die kleinen Begegnungen mit Menschen das „Salz in der Suppe“. Sie machen für die 56-Jährige aus dem Beruf eine Berufung, der sie seit 25 Jahren in Götzenhain nachgeht. „Ich singe mit den Mädchen und Jungen des evangelischen Kindergartens das Lied ,Gottes Liebe’, deshalb nennen sie mich so“, erzählt Schefzyk, der die Freude darüber so richtig anzumerken ist. Vor etwas mehr als drei Jahrzehnten wurde sie ordiniert, nachdem sie „den Ruf“ verspürt hatte, in den Dienst Gottes und der Kirche zu treten. In einem Ort bei Alzey begann am 1. November 1982 ihre „Karriere“.

Doch ursprünglich wollte Schefzyk gar nicht Pfarrerin werden, sondern als Sozialpädagogin arbeiten. „Damals war es noch nicht so verbreitet, dass es Pfarrerinnen gab“, erinnert sie sich. Ihre Mutter war es schließlich, „die mich ,drängte’ Theologie zu studieren“. Martina Schefzyk engagierte sich schon damals stark in der Kirche. Dann war es um sie geschehen. „Ich spürte den Ruf Gottes. Es war wie eine Stimme in mir. Danach ist der Wunsch, Pfarrerin zu werden, in mir gereift“, berichtet die dreifache Mutter.

„Gott zeigt mir den Weg“

Seitdem verlässt sie sich darauf, „dass Gott mir den Weg zeigt“. Der führte sie nach dem Studium an der Hochschule Bethel bei Wuppertal nach Götzenhain. Mit ihrem Mann Jürgen, den sie gleich bei der ersten Hebräisch-Stunde in Bethel kennen und lieben lernte. Das Paar sollte damals von Bornheim-Lonsheim, wo es lebte, nach Götzenhain wechseln. Doch ihnen stand eine weitere Option offen: Niederhöchstadt. „Auch damals habe ich gebetet und habe dann gewusst, dass unser Weg uns hierher führt.“

So kam es dann auch – nun ist sie seit einem Vierteljahrhundert im Dreieicher Stadtteil als Seelsorgerin tätig, anfangs zusammen mit ihrem Mann Jürgen, der seit 1994 bei der Frankfurter Bibelgesellschaft arbeitet und seit 2003 das Bibelhaus in Frankfurt leitet. Neben dem Beruf bleibt ihr noch Zeit für Hobbys. Vor einiger Zeit entdeckten ihr Mann und sie beispielsweise Linedance und Tango Argentino. „Außerdem lese ich gerne Krimis, singe und spiele Klavier.“

In der langen Zeit kamen immer mal wieder Gedanken an einen Standortwechsel auf: „Klar, man sucht hie und da mal nach einer neuen Herausforderung, aber so lange ich meine Ideen hier umsetzen kann, bleibe ich.“ Es gibt einiges, an das sie sich gern erinnert. „Etwa die 225-Jahr-Feier der Kirche, damals 2001“, blickt die Pfarrerin zurück. „Und es gibt immer wieder schöne Gottesdienste“, fügt sie hinzu. Zudem seien die Pilgertouren auf dem sächsischen Jakobsweg immer etwas Besonderes.

Heimat in Götzenhain gefunden

Nicht nur deshalb will Schefzyk Götzenhain nicht so schnell den Rücken zukehren. Auch der Familie wegen blieb und bleibt sie hier. „Es ist schön, dass die Kinder hier eine Heimat gefunden haben. Wir wollten sie nicht in der Pubertät woandershin ,verpflanzen’“, sagt die Pfarrerin, deren Sohn Philipp vergangenes Jahr geheiratet hat. Eine Tochter studiert in Berlin und Paris, die andere macht gerade ihr Abitur. Auf Pläne für die Zukunft angesprochen, sagt sie: „Ich würde gern verschiedene Gottesdienstformen anbieten, oder alle Götzenhainer Brautpaare einladen oder einen Tiergottesdienst im Freien anbieten.“ Doch ihr Kalender ist voll. Deshalb wünscht sie sich „mehr Zeit für Besuche, die Seelsorge liegt mir am Herzen“.

Trotz aller Liebesbekundungen zu Ort und Beruf ist es kein einfacher Job, den Schefzyk ausübt. „Als ich vor 25 Jahren angefangen habe, hatten wir mehr als 2 300 Gemeindemitglieder. Heute sind es 1 832“, zählt sie auf und sieht dunkle Wolken am Himmel aufziehen. „Wenn ich mal in den Ruhestand gehe, wird die jetzige Stelle keine volle mehr sein.“ Für die Zukunft befürchtet sie, dass es in Dreieichenhain nur noch eine Stelle, in Offenthal und Götzenhain je eine Zweidrittelstelle geben wird.

Aber das soll die Jubiläumsfeier am Sonntag, 2. Februar, ab 10 Uhr in und um die Kirche nicht trüben. Den Festgottesdienst hält Dekan Reinhard Zincke. Schefzyk fiebert dem Freudentag entgegen: „Die Kantorei ist dabei, der Chor Voices of Joy singt und auch die Band Colors of Life hat ihren Auftritt.“ Ein Wunsch wird ihr an diesem ihrem besonderen Tag erfüllt: „Es wird ein Segen gesprochen, den ich mir ausgesucht habe.“

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