Verein sorgt für eine neue Schwarzpappel an der Burg

Pflanzung liegt GHV am Herzen

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Über die neue Schwarzpappel vor der Burgruine freuen sich (von links) DLB-Chefin Petra Klink, Erster Stadtrat Martin Burlon, Corinna Molitor, Matthias Martin (beide Geschichts- und Heimatverein), Sylvio Jäckel, der beim DLB für den Baumbestand zuständig ist, und Anna-Mala Kolaß (GHV).

Dreieichenhain - Mehr als 130 Jahre gehörte die prächtige Schwarzpappel auf ihrem Standort neben der Turmburg zum Erscheinungsbild der Hayner Burg. Im Sommer musste sie gefällt werden. Der Geschichts- und Heimatverein (GHV) übernimmt die Baumspende für die Nachpflanzung.

Jahrelang erfreute der Baum Besucher und Anwohner, er fand sogar Erwähnung in den Führungen des GHV. „Nachdem er gefällt werden musste, fehlt dem Betrachter etwas Gewohntes. Die Schwarzpappel gehörte einfach dazu“, berichtet Corinna Molitor, Leiterin des Dreieich-Museums. Die Nachpflanzung war für den Verein deshalb so etwas wie eine Herzensangelegenheit. „Der GHV engagiert sich seit Jahren für den Schutz von Flora und Fauna. Auf dem Dreieich-Museum sind seit einigen Jahren Bienenstöcke heimisch, unter den Dächern finden sich Nistkästen für Mauersegler, der große Rosen- und Kräutergarten bietet Insekten Nahrung“, erläutert Matthias Martin, stellvertretender Vorsitzender des GHV. Die Baumspende sei der erste gute Vorsatz für das neue Jahr. „So können sich auch die kommenden Generationen an diesem besonderen Baum hier in Dreieichenhain erfreuen und das Nebeneinander von Burg und Schwarzpappel erleben“, führt er weiter aus.

Auch Erster Stadtrat Martin Burlon bedauert den Verlust der alten Schwarzpappel: „Ich weiß, dass die alte Pappel vielen Menschen am Herzen lag. Die Sachlage ließ aber leider keine Alternative zur Fällung zu.“ Umso mehr freut sich Burlon, dass sich der GHV auch da engagiert und bereit ist, die Kosten für die Ersatzpflanzung zu übernehmen. DLB-Chefin Petra Klink weist auf die Bedeutung von Baumspenden hin. „Mit diesen schaffen wir es, mehr Bäume im Stadtgebiet zu pflanzen, als das zur Verfügung stehende Budget hergibt. Dadurch wird ein Beitrag zu einer noch besseren Begrünung in der Stadt geleistet.“ Die Schwarzpappel (Populus nigra L.) ist Vertreterin einer mittlerweile sehr selten gewordenen Baumart. Ihre Heimat war ursprünglich ganz Europa mit Ausnahme des Nordens wegen des hohen Wärmebedarfs. Da sie viel Licht, Wasser und Nährstoffe benötigt, gehört die Schwarzpappel zu den konkurrenzschwachen Baumarten, die fast nur in natürlichen Weichholzauenwäldern direkt am Flussufer eine Chance haben. In Deutschland war sie vor der Regulierung der großen Flüsse in feuchten Talauen stark verbreitet, wurde später jedoch verdrängt von den schnellwüchsigen nordamerikanischen Bastard-Pappeln.

Pflanzen und Tiere: Aus dem Wald in die eigene Küche

Im Forschungsinstitut für schnell wachsende Baumarten in Hann. Münden und im Botanischen Garten Frankfurt wurden 1996 Stecklinge der ehemaligen Dreieichenhainer Schwarzpappel zu Jungbäumen herangezogen. Im Februar 2000 konnten diese schließlich im Botanischen Garten Frankfurt, in der Nähe von Hann. Münden sowie in Dreieich gepflanzt werden. In Dreieich boten sich am Burgweiher und auf ehemaligen Flutungsflächen des Hengstbaches sehr günstige Standorte. Von den zehn ausgepflanzten Schwarzpappeln in Dreieich befindet sich ein Exemplar in unmittelbarer Nähe zur neu gepflanzten Schwarzpappel. (hok)

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