Pilotprojekt „Schüler helfen Schülern“ an Max-Eyth-Schule

„Es gibt immer jemanden, der Hilfe braucht“

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Betreuerteam setzt sich aus jungen Erwachsenen dreier Schulen zusammen

Dreieich - „Schüler helfen Schülern“ heißt das Projekt, das die beiden Max-Eyth-Schüler Victoria Masih (18) und Ahmed Khatib (18) zusammen in die Wege geleitet haben. Unter dem Motto „Gemeinsam lernen. Von Alexandra Achilles

„Gemeinsam etwas erreichen“ treffen sich mittwochs (13 bis 16 Uhr) und donnerstags (13 bis 20 Uhr) freiwillige Betreuer der Max-Eyth-, Weibelfeld- und Goetheschule (Neu-Isenburg), um Max-Eyth-Schülern Nachhilfe zu geben. Die Idee zu diesem Projekt kam Victoria. Nicht zuletzt, weil sie so viele Nachhilfeschüler hatte, dass sie mit der Zeit Probleme bekam, diese zu koordinieren. „Es gibt immer jemanden, der Hilfe braucht, und immer jemanden, der helfen möchte“, sagt sie. So kam sie darauf, eine Lerngruppe mit Gleichaltrigen zu gründen. Dass das eine gute Lernmethode ist, hatte sie selbst schon beim gemeinsamen Lernen mit Ahmed festgestellt.

Zuerst wollten die beiden das Projekt privat organisieren, aber ein Verbindungslehrer riet ihnen dazu, die Schülervertretung (SV) mit ins Boot zu holen. Im Januar begann das Duo, seinen Lehrern Flyer in die Fächer zu legen, damit sich die Neuigkeit bis zu den Schülern herumspricht. Zur nächsten Gesamtkonferenz waren Victoria und Ahmed auch eingeladen, ihr Projekt in großer Runde vorzustellen. „Wir haben sehr viel Unterstützung vonseiten der Lehrer bekommen“, freut sich Ahmed im Nachhinein.

Projekt in der Testphase

Momentan ist das Ganze noch ein Pilotprojekt. So wird zunächst nur den Schülern der Max-Eyth-Schule Nachhilfe angeboten, um zu sehen, auf wie viel Resonanz das Projekt stößt. Und es sieht gut aus. Nach dem Startschuss im März kamen zwar noch nicht allzu viele, doch als die Klausurenphase begann, änderte sich das. Teilweise suchten bis zu 30 Schüler der Klassenstufen elf bis 13 Hilfe. Viele wollen nach den Osterferien regelmäßig kommen, denn die Verbesserung ihrer Noten hat sie überzeugt. Auch die Bürgerstiftung Dreieich und die Dreieichstiftung halten viel von dem Projekt und haben sich entschlossen, es finanziell zu unterstützen.

Wer Interesse an dem Projekt hat, kann sich auf der von Ahmed gestalteten Webseite weitere Informationen holen.

In dem mit Computern, Whiteboard und angrenzender Bücherei gut ausgestatteten Raum im Selbstlernzentrum des HLL unterstützten sich die Schüler mittwochs und donnerstags gegenseitig bei Referaten und der Unterrichts- und Klausurenvorbereitung. Auch für das Abitur wird gelernt. Das passiere dabei ganz von selbst, wie Victoria erzählt. Beim Helfen wiederholen die Abiturienten den Stoff automatisch.

Das Nachhilfe-Team besteht aus 13 Helfern verschiedener Schulen. Sie sind durch Mundpropaganda auf das Projekt aufmerksam geworden. Jeder hat eigene Fächerschwerpunkte. Wer mithilft, braucht kein Crack sein. Denn selbst wer keine guten Noten schreibe, könne manche Themen gut erklären, merkt Victoria an. Damit die Nachhilfeschüler wissen, an welchen Tagen wer da ist, hängt ein Plan aus, der wöchentlich aktualisiert wird. Dann können sie spontan vorbeikommen.

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Auch auf verschiedene Lerntypen wird Rücksicht genommen. So wird mit jedem Schüler eingangs besprochen, ob er durch eine Präsentation, Erklärungen oder gemeinsames Lernen ein Thema am besten versteht. Sollte dennoch mal ein Problem ungelöst bleiben, gibt es immer Lehrer, auf die die Helfer zukommen können. Das ist bisher aber noch nicht passiert.

Durch die lockere Lernatmosphäre fühlen sich alle wohl. Das gilt nicht nur für die Hilfesuchenden. Auch im Team verstehen sich alle „wunderbar und es ist extrem schön“, wie Victoria sagt. „Beim ersten Treffen, war das Eis nach den ersten zehn Minuten gebrochen“, fügt Ahmed hinzu. Wichtig ist den beiden, zu betonen, dass sie professionellen Helfern keine Konkurrenz machen wollen. Ihnen kommt es darauf an, auch Schülern zu helfen, die sich keine professionelle Nachhilfe leisten können.

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