AUGUST-BEBEL-STRASSE CDU und SPD lehnen Vorschlag des Magistrats ab / Bürgermeister hofft

Planung auf der Kippe

Dreieich – Die Planungen für die Sanierung der August-Bebel-Straße in Sprendlingen hat die Stadtverwaltung sehr ernst genommen. VON NICOLE JOST

Mehrfach waren Bürger in Werkstattgesprächen dazu eingeladen, sich an den Entwürfen zu beteiligen, immer wieder beschäftigte die wichtige Verkehrsader den Runden Tisch Radverkehr. Ein Planungsbüro lieferte drei Planungsvarianten, von denen der Magistrat zwei in die engere Auswahl zog und letztlich eine favorisierte. Bürgermeister Martin Burlon hofft auf breite Zustimmung, damit für die 2,68 Millionen Euro teuren Arbeiten Fördermittel bei Hessen Mobil beantragt werden können. Dann könnte es mit der Sanierung nach Jahren des Wartens im kommenden Frühjahr endlich losgehen.

Doch nach einer schnellen Entscheidung sieht es nach den Diskussionen im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie zunächst einmal nicht aus: CDU und SPD lehnen die Magistratsvorlage ab, die Grünen enthalten sich ihrer Stimme, lediglich die Vertreter von FDP und FWG geben der Stadtverwaltung grünes Licht.

Zunächst stellte Karl Markloff, Ressortleiter Infrastruktur und Umwelt, die Planung vor: In beiden verbliebenen Varianten soll die August-Bebel-Straße auf der Ostseite einen Fahrradschutzstreifen bekommen und auf der Westseite werden in den fünf Stichstraßen Parkplätze geschaffen. Spannend wird es ab der Einmündung Stettiner Straße bis zur Fichtestraße. Dort favorisiert die Verwaltung Querungshilfen für die Fußgänger. Die inzwischen verworfene Variante zwei hätte zusätzlich 1,50 Meter breite Schutzstreifen für die Radler auf beiden Seiten. Vorteil dabei: Es müssten nur acht statt zehn Bäume gefällt werden. Im Rathaus hat man sich aber dagegen entschieden, um neun Parkplätze in Bürgerhausnähe zu sichern.

Holger Dechert von der SPD erklärte, dass seine Fraktion für die Variante mit dem geringeren Baumverlust stehe, also die vom Magistrat verworfene Planung. Karin Holste-Flinspach (CDU) machte deutlich, dass ihrer Partei keine der Planungen so „richtig gut gefalle“. Und Heidi Soboll von den Grünen stellte die komplette Planung der Sanierung in Frage: „Wir sollten die Bauarbeiten vielleicht noch mal zurückstellen. Es ist eine unbefriedigende Situation für die Radfahrer und wir verlieren viele Bäume“, begründete sie die Enthaltung ihrer Fraktion. Die Sanierung koste immerhin über zwei Millionen Euro, bleibe für die kommenden 30 Jahre bestehen. Vielleicht sei es besser, wenn die Stadt ein komplettes Verkehrskonzept für Sprendlingen abwarte, bevor die Politik so weitreichende Entscheidungen treffe.

Dr. Günter Gericke von der FDP kann das Zögern der politischen Kollegen nicht verstehen. „Wir sollten eine Entscheidung treffen. Die vom Magistrat bevorzugte Variante ist ein guter Kompromiss. Die August-Bebel-Straße ist eine unserer Haupterschließungsstraßen und wir sollten auch die Fördergelder durch unser Zögern nicht riskieren“, so der FDP-Stadtverordnete.

Burlon bat die Fraktionen um einen konkreten Handlungsauftrag, falls es tatsächlich bis zur Stadtverordnetenversammlung keine Einigung geben sollte. „Wir können andere Planungen, wie beispielsweise den Radschnellweg, nicht realisieren, wenn die August-Bebel-Straße nicht gemacht ist. Auch die Gewährleistung der Verkehrssicherheit wird langsam zu einem Problem, da die Straße in einem so schlechten Zustand ist“, fürchtet der Rathauschef den kommenden Winter ohnehin, weil es bei großer Kälte zu weiteren Aufbrüchen der Straßendecke kommen könnte. Burlon betonte, dass er ein weiteres Verschieben der Bauarbeiten kritisch sieht, weil die Stadt bei den Anwohnern im Wort stehe, die sich eine Verkehrsberuhigung und durch die neue Straßendecke auch insgesamt eine Lärmminderung dringend wünschen.

Das Thema Sanierung der August-Bebel-Straße steht am Dienstag, 20. August, um 19.30 Uhr auch auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschuss, bevor am Dienstag, 27. August, in der Stadtverordnetenversammlung endgültig darüber entschieden wird. Burlon ist zuversichtlich, dass die Parteien in den verbleibenden beiden Wochen doch noch einen Konsens finden, damit die Straße im kommenden Frühjahr saniert werden und die Stadtverwaltung bis September auch die Fördermittel beim Land Hessen beantragen kann.

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