Ludwig-Erk-Schule:

Projekt mit Vorbildcharakter

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Lehrerin Jana Hartmann (Dritte von links) hat die Intensivklasse der Ludwig-Erk-Schule mit Unterstützung von Elisabeth Attenberger (rechts) durch das Projekt „Gesunde Ernährung“ geführt. Heidi Soboll (Zweite von links), Uta Zapf (Zweite von rechts) und Schulleiterin Susanne Stahr (links) freuen sich über die Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Bürgerstiftung. Das Projekt könnte Schule machen.

Dreieichenhain -   Der Klassenraum in zweiten Obergeschoss der Ludwig-Erk-Schule ist mit bunten Collagen geschmückt.

Welches Obst ist besonders gesund? Wie können die Kinder dafür sorgen, dass ihre Zähne gesund bleiben? Wie schmeckt Gemüse am besten? Welche Getränke sind gesund, welche weniger? Fünf Wochen lang hat die Germanistin und Lehrerin für Deutsch als Zweitsprache, Jana Hartmann, mit der Intensivklasse der Dreieichenhainer Grundschule gesund gekocht und über Lebensmittel gesprochen. Gemeinsam haben Lehrerin und Schüler ausprobiert, wie Gurke, Karotte und Radieschen so richtig lecker schmecken.

Zehn Mädchen und Jungen aus Syrien, Afghanistan und Bosnien lernen zusammen Deutsch. Nach einem Jahr, bei Bedarf auch nach zweien, sind sie so weit, dass sie in der Regelklasse dem Unterricht folgen können. „Wir haben bemerkt, dass die Kinder oft Süßigkeiten in ihren Pausenbrotdosen dabei haben. Chips, Hanuta oder einen Nutellatoast. Da kam die Spende von der Dreieicher Bürgerstiftung gerade richtig“, sagt Jana Hartmann. 500 Euro spendete die Stiftung für diese besondere Unterrichtseinheit – für die Materialien, die Unterstützung durch eine Hauswirtschafterin und natürlich die Lebensmittel für die gemeinsamen Mahlzeiten.

„Wir haben vier Stunden in der Woche gekocht. Für den Sprachunterricht ist das ja auch ganz zuträglich, die Kinder lernen im Gespräch und im Miteinander“, weiß Hartmann. In einem kleinen Kochbuch bekommen die Kinder das gelernte Wissen auch mit nach Hause: so können sie Nudel- und Kartoffelsuppe, die lustig belegten Brote mit Gurkengesichtern, Apfelcrumble, Obstsalat und den gesunden Kuchen auch zuhause mit ihren Eltern nachkochen. Die Zutatenlisten wurden fotografiert und abgeschrieben, viele Fotos von den Kochaktionen lassen das Kochbuch zu einer schönen Erinnerung werden.

Im Kunstunterricht haben die Kinder 3-D-Erdbeeren gebastelt und Küchenschürzen bedruckt. „Das Kochen hat so viel Spaß gemacht und das Essen hat immer lecker geschmeckt“, ist die kleine Jannah begeistert. Die Kinder freuen sich jetzt auch, das Gelernte daheim mit Mama und Papa umzusetzen. „Ich koche zuerst die Nudelsuppe mit meinem Papa“, kündigt Jannah an. Auch der gesunde Kuchen und die selbst gebackenen Brötchen haben der Grundschülerin sehr gut geschmeckt.

Erfreut vom Ergebnis der Aktion sind auch Heidi Soboll und Uta Zapf von der Bürgerstiftung Dreieich. „Das ist ein sehr nachhaltiges Projekt, die Kinder werden viele Tipps in ihrem Kopf behalten und Frau Hartmann hat die Unterrichtseinheit wirklich sehr liebevoll gestaltet“, bedankt sich Heidi Soboll für das Engagement der Lehrerin. Die kleinen Köche freuen sich zum Abschluss des Projekts noch über einen „Ernährungsführerschein“ mit individuellem Foto. Für Jana Hartmann hat das Projekt Vorbildcharakter – es könnte auf die ganze Schule übertragen werden. (zcol)

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